Altlasten drücken Wert

Münster - Bevor sich die Gemeindevertreter am Montagabend im Rathaus mit dem Etatentwurf beschäftigen, werden sie ein Zahlenwerk abzusegnen haben, das der Gemeinde bescheinigt, zum Stichtag 1. Januar 2009 rund 80 Millionen Euro wert gewesen zu sein. Von Thomas Meier

Diese Eröffnungsbilanz ist eine. kurzgefasste Gegenüberstellung von Vermögen und Schulden in Kontenform und nötig für die doppelte Buchführung. Das Werk, bereits im Haupt- und Finanzausschuss vom Chef des Revisionsamtes beim Kreis, Thomas Fiedler, vorgestellt, hat zur Erfassung des Anlagevermögens die Anschaffungs- und Herstellungskosten der Vermögenshaushalte von 1989 bis 2008 aufgelistet und alles in einem Anlagespiegel dargestellt.

Mit den 80 Millionen Euro an festgestelltem Wert steht die Gemeinde, nahe den beiden Mittelzentren Groß-Umstadt (115 Millionen) und Dieburg (111 Millionen) gelegen, ganz gut da. Allein die Sachanlagen werden mit rund 67 Millionen Euro bilanziert. Darin enthalten sind beispielsweise die Grundstücke mit einem Wert von 17 Millionen Euro (Ackerland 2,34 Millionen Euro, Bauland 3,1 Millionen), Grundstücke mit Bauten darauf (12 Millionen Euro) oder die „Sachanlagen im Gemeingebrauch“, wie das Infrastrukturvermögen in Höhe von knapp 26 Millionen Euro genannt wird. In letzter Position stecken beispielsweise Straßen, Wege, Brücken, Brunnen, Deponien, Kanalnetz, Kläranlagen und ähnliches. Allein der Gemeindewald bringt es hier auf ein stolzes Sümmchen von 5,6 Millionen Euro. Viel mehr könnte der Forst an Wert darstellen, wäre da nicht die krasse Wertminderung mit Namen „Munitionsverseuchung“.

Die Position „Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau“ wird mit 2,44 Millionen Euro angegeben, ist aber derzeit mit Vorsicht zu genießen, denn bei Hallenbad und Kindertagesstätte (vor allem beim „Haus der Kinder“) stecken noch zu viele Unwägsamkeiten drin.

An Finanzanlagen werden insgesamt 9,999 Millionen Euro ausgewiesen, davon stecken 6,5 Millionen in Beteiligungen. Als letztere gelten Anteile an Gesellschaften wie Zweckverbände (864.000 Euro), Sparkasse Dieburg (5,3 Millionen), Wasserverband und ähnliche. Doch auch Wertpapiere nennt die Kommune ihr eigen, wenngleich sie in der Gesamtbilanz mit 36.000 Euro eher ohne Bedeutung sind. Und auch die „Verbindlichkeiten“ werden in der Bilanz aufgeführt. Derzeit steht Münster mit rund 4,8 Millionen Kreditschulden in der Kreide.

Quelle: op-online.de

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