Heile Welt aus einem Streichholz

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Krippen unter anderem aus Argentinien (großes Bild), Südkorea und Italien waren auf der Ausstellung der Kolpingfamilie zu sehen. Mitorganisator Dieter Schneider betrachtet das größte Exponat der Schau.

Münster ‐ Weihnachten naht, und wer noch nicht in Adventslaune war, hatte am vergangenen Wochenende Gelegenheit, sich einholen zu lassen: Die Kolpingfamilie Münster bot eine umfangreiche Krippenausstellung. Von Jasmin Frank

Wir organisieren diese Galerie bewusst in unregelmäßigen Abständen, damit sie nicht zur Routine wird, sondern etwas Besonderes bleibt“, erläuterte Dieter Schneider von der Münsterer Kolping.

Doch außergewöhnlich war die Ausstellung ohnehin, zeigte sie doch rund 60 Weihnachtskrippen – eine jede einzigartig. „Wir wollen den Leuten aus dem Ort die Gelegenheit geben, ihre Familienkrippen einmal einem breiten Publikum zu zeigen. Viele der Ausstellungsstücke sind ja schon über Generationen hinweg in den Familien und die meisten Menschen haben dadurch einen engen Bezug zu ihren Leihgaben“, erzählte Schneider, der selbst auch ein solches Exemplar zu Hause hat.

Bilder einer Ausstellung:

Krippenausstellung in Münster

Doch das konnte er nicht mitbringen, gestand er schmunzelnd: „Meine Krippe daheim ist zu fragil. Ich nehme mir jedes Jahr vor, sie in Stand zu setzen, verschiebe die Reparatur aber immer wieder, aus Angst, mehr kaputt zu machen als zu verbessern.“ Neben den verschiedenen Familienkrippen, die zumeist einen typisch alpenländischen Einschlag zeigten, fanden sich Exemplare aus aller Herren Länder. Von Südkorea über Indien bis nach Südamerika gab es Anfertigungen zu bestaunen.

Die meisten Exponate befinden sich im Besitz einer Familie aus einer Münsterer Nachbargemeinde, die aus Sicherheitsgründen ungenannt bleiben möchte: Die wertvollen Einzelstücke könnten Langfinger anlocken. Die Sammlerin erzählte aber einiges über ihre an die 200 Exemplare umfassende Kollektion: „Ich sammle schon seit 1972. Ich habe eine große Familie und in den Krippen wird ja ein Stück weit eine heile Welt dargestellt, wie ich sie immer versucht habe, meinen Kindern mit auf den Weg zu geben.“

Krippen aus dem Süden kein Dach über dem Kopf

Nachdem sie die ersten Exemplare zusammengesucht hatte, gesellten sich schnell zahlreiche Geschenke aus dem Bekanntenkreis hinzu. Ihr kleinstes Exemplar ist übrigens aus einem einzigen Streichholz angefertigt. „Ich finde die Vielfalt unglaublich schön und auch die landestypischen Unterschiede, die sich feststellen lassen. So verzichten die südländischen Krippen zumeist auf eine Behausung für die heilige Familie, denn dort findet Weihnachten ja in der heißesten Jahreszeit statt“, erzählte die rüstige Dame. Den meisten Besuchern fällt neben der Vielfalt der gezeigten Werke vor allem ihr Detailreichtum auf. Von aufwändig gestalteten Kleidungsstücken einer Darstellung aus Sizilien über alpenländische Gebäude, bei denen sogar der Schweinestall originalgetreu nachgebildet ist, bis hin zu einem Szenenbild, bei dem alle Figuren aus Bürsten erschaffen wurden, findet jeder Betrachter etwas für seinen Geschmack.

Krippen unter anderem aus Argentinien (großes Bild), Südkorea und Italien waren auf der Ausstellung der Kolpingfamilie zu sehen.

Auch Doris Ottenritter, die sich nach einem sportlichen Training ein wenig Entspannung gönnte, war begeistert von der Ausstellung: „Ich bin auf Grund des Tipps eines Freundes hier, der selbst eine Weihnachtskrippe gebaut und ausgestellt hat. Eine solche Vielfalt hätte ich gar nicht erwartet, ich bin wirklich sehr beeindruckt“, erklärte die Münsterin, die zwar seit Jahren in Darmstadt wohnt, aber regelmäßig in ihren Heimatort zurückkehrt. Wie viele andere Gäste nutzte sie das Angebot der Kolpingfamilie, nach Besichtigung der Ausstellungstücke noch ein wenig bei Kaffee und Kuchen im gemütlichen Rahmen zusammenzusitzen, dessen Verkaufserlös der Initiative „Kolping hilft“ zu Gute kommt.

Quelle: op-online.de

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