Tochter-Mutter-Koproduktion:

Hexe Ramsamsam für Kinderohren

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Kongeniale Zusammenarbeit: Yvonne Giehl (links) ist Autorin des Buchs „Die kleine Hexe Ramsamsam“. Ihre Mutter Erika Giehl hat 13 Zeichnungen beigesteuert.

Münster/Dieburg – Die Dieburgerin Yvonne Giehl und ihre Mutter, die Münstererin Erika Giehl, haben in kongenialer Zusammenarbeit ihr erstes Kinderbuch veröffentlicht: Jetzt erschien „Die kleine Hexe Ramsamsam“ im Schwarzer Drachen Verlag. Von Jens Dörr

Den Anstoß für das Debütwerk gab Yvonne Giehls Tochter Luna. Denn schon vor mehr als anderthalb Jahren schrieb die damals Achtjährige mal wieder eine ihrer Geschichten – „sie will später vielleicht mal Schriftstellerin werden“, lächelt die dreifache Mutter und freut sich, dass ihr ältestes Kind eine kreative Ader besitzt. Denn auch Plan B hätte wenig mit „klassischen“ Berufsbildern zu tun: „Schauspielerin zählt auch zu ihren Wünschen. “.

Luna also textete 2017 an einer Geschichte über die kleine Lisa und ihren Freund, einen Drachen. „Als sie dann sogar am Computer saß und sie mit einem Finger eintippte, habe ich ihr ein bisschen geholfen“, sagt Yvonne Giehl. „Lisa und ihr Drachenfreund“, so viel sei schon jetzt verraten, wird es noch in diesem Jahr ebenfalls als fertiges Buch in die Öffentlichkeit schaffen.

Vor allem aber inspirierte Lunas Werk ihre Mutter. „Nachdem ich sie bei ihrer Geschichte unterstützt hatte, war ich irgendwie im Flow“, erzählt sie. Schon während der Elternzeit schrieb die Autorin die ersten Geschichten für ihre Kinder, „und in der Schule habe ich immer Deutsch gemocht“. „Die kleine Hexe Ramsamsam“ aber sollte ihr erstes Buch werden.

Dazu passte, dass wiederum Erika Giehl eine begnadete Malerin und Zeichnerin ist. Die Münstererin stellte schon mehrfach aus, ist in verschiedenen Techniken bewandert: Kohlezeichnungen, Ölgemälde, die Arbeit mit Holzfarben oder die Pastellmalerei zählen zu ihren Steckenpferden. „Bislang habe ich realistisch gezeichnet“, sagt Erika Giehl und weist dabei auf beeindruckende Werke in ihrem Esszimmer. „Nun Zeichnungen für ein Kinderbuch anzufertigen, das war für mich eine ganz andere Erfahrung.“

Der Werdegang von der Entwicklung der Geschichte bis hin zum fertigen, überall (über die ISBN 978-3-96408-036-3) für 13,90 Euro bestellbaren Hardcover-Buch war lang. Länger als gemeinhin vermutet: „Im Herbst 2017 habe ich das Manuskript eingereicht“, blickt Yvonne Giehl zurück. Ein halbes Jahr später („Das ist die übliche Wartezeit, manchmal dauert es sogar noch ein paar Monate länger“) habe sie die Rückmeldung des Schwarzer Drachen Verlags erhalten – eine Zusage. Die Autorin hatte sich mit ihrem Exposé auch bei anderen Verlagen beworben, darunter die Branchenriesen. Aus Bötzingen im Hochschwarzwald, wo der Schwarzer Drachen Verlag sitzt, kam schließlich die frohe Kunde.

Es folgten ergänzend die per Post zum Verlag geschickten und immer wieder mit den Giehls abgestimmten Zeichnungen aus Münster. 13 von Erika Giehls Darstellungen haben es in das Kinderbuch geschafft. Lektorat, Satz und Druckfreigabe nahmen weitere Wochen in Anspruch. Ende November 2018 wurde „Die kleine Hexe Ramsamsam“ sozusagen „losgelassen“. Wobei sich niemand vor ihr fürchten müsse, wie ihre Urheberin verspricht. „Ich habe schon als Kind Hexen gemocht, und Ramsamsam ist eine gute Hexe.“ Zwar wohnt sie in einem gruseligen Hexenhäuschen im Wald, „eine Gruselszene gibt es im Buch aber nicht. Vielmehr geht es sehr lustig zu.“ Und ein bisschen magisch, auch wenn Ramsamsam aufgrund ihres jungen Hexenalters von „erst“ 107 Jahren täglich nur einen Hexenspruch anwenden kann.

Yvonne Giehl empfiehlt das Buch für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren, „aber man kann es auch schon Fünfjährigen vorlesen“. Das hat sie selbst erprobt, nicht nur beim eigenen Nachwuchs, sondern auch als Vorleserin in der Münsterer Kita St. Michael und in der Grundschule. „Kinder sind sehr ehrlich“, weiß sie das ungeschminkte Feedback zu schätzen. „Die müssen noch nicht mal was sagen – man merkt, ob sie aufmerksam sind, ob sie dabeibleiben, ob es ihnen gefällt.“ Derart verfeinert, soll „Die kleine Hexe Ramsamsam“ nun mehr und mehr Kinderherzen erobern.

Quelle: op-online.de

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