Hexen, Drachen und eine Druidenpriesterin

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Die 20-jährige Merle Meyer aus Obertshausen bezauberte die Zuschauer mit ihrem Harfenspiel.

Münster ‐ In Festtagslaune verließen rund 600 Menschen am späten Samstagabend die Kulturhalle in Münster. „Es war toll!“Anna Bolko war vom Festlichen Konzert des Musikvereins 1914 Münster positiv überrascht. Von Ellen Jöckel

Die 20-Jährige hatte nicht erwartet, dass beim Großen Orchester hauptsächlich jüngere Musiker mitmachen, sondern eher mit älteren Mitgliedern und einem entsprechenden Programm gerechnet. Am besten hat ihr das Stück „Narnia“ gefallen, das Melodien aus dem Film enthält.

Aber auch das etwas reifere Publikum ist von der Vorstellung begeistert. Trudel Schneider aus Münster ist besonders vom Jugendorchester angetan: „Mir gefällt vor allem, dass die Jugend im Musikverein so aktiv ist.“ Dieter Schledt aus Münster besucht jedes Jahr am ersten Adventswochenende das Festliche Konzert. Die Mischung aus modernen und klassischen Stücken hat ihm sehr gut gefallen. Ebenso begeistert ist Elke Krombholz aus Rödermark: „Wir waren schon oft hier und kennen beide Orchester sehr gut. Es ist immer wieder eine Überraschung, wie sie sich weiterentwickelt haben.

Jürgen Groh führte durch das Programm

Um sein Publikum zu überzeugen, hatte sich der Musikverein in diesem Jahr etwas Besonderes ausgedacht: Er schickte die Gäste auf eine klangvolle Zeitreise. Durch das abwechslungsreiche Programm führte Jürgen Groh, Dirigent des Konzertorchesters Nieder-Roden.

Zu Beginn führte das Jugendorchester unter der Leitung von Mathias Jäger den Zuhörern musikalisch das Bild eines holländischen Volksfestes mit Tanzgruppen, Pferden, Kapellen und Kirchenglocken vor Augen. Mit der „Festa Paesana“ von Jacob de Haan erreichte das Jugendorchester bei einem Wettbewerb in diesem Jahr den vierten Platz. Vor allem bei den jüngeren Zuschauern dürfte die magische Welt „Narnia“ bekannt gewesen sein. Aus der gleichnamigen Verfilmung stammten die Melodien, mit denen das Jugendorchester das Publikum in das Reich der Hexen und Löwen entführte.

Mit Klängen aus dem „High School Musical“ von Robert Longfield waren die 78 Musiker zwischen zwölf und 24 Jahren musikalisch wieder in der Gegenwart angekommen. Zu südamerikanischen Rhythmen im Stück „Soul Bossa Nova“ von Quincy Jones ließ es sich Moderator Groh nicht nehmen, kurzerhand einen Part auf seiner Querflöte zu improvisieren. Damit setzte er dem schwungvollen Instrumentalstück das i-Tüpfelchen auf.

Musiker im Alter zwischen 14 und 74 Jahren

Den zweiten Teil des Festlichen Konzerts leiteten die Musiker im Alter zwischen 14 und 74 Jahren mit einer selbstkomponierten Vereinsfanfare ein. Danach lenkte Moderator Jürgen Groh die Konzert-Besucher über „Asterix und Obelix“ gedanklich nach Gallien. In der Ouvertüre zur Oper „Norma“ von Vincenzo Bellini verliebt sich eine Druidenpriesterin unglücklich in einen Römer. Exklusiv für dieses Stück hatte Dirigent Konczewski die Harfenspielerin Merle Meyer aus Obertshausen engagiert. Nicht nur musikalisch wertete die 20-jährige Blondine an dem großen Zupfinstrument die Darbietung des Großen Orchesters enorm auf.

Ein weiterer klanglicher Höhepunkt war das Monumentalwerk „Dragon Fight“ von dem Filmmusik-Komponisten Otto M. Schwarz, bei dem durch raumausfüllende Töne des Orchesters ein bedrohlicher Drache zum Leben erweckt wurde.

Der nächste Auftritt des Musikvereins lässt nicht lange auf sich warten: In einer Matinee am 12. Dezember versüßen Holzbläser vom Verein die Weihnachtszeit. Um 15.30 Uhr geht es im Foyer der Kulturhalle los.

Nach bekannten Werken von George Gershwin ging es sehr populär weiter: In einer Hommage für den verstorbenen Popstar Michael Jackson spielte das Große Orchester ein Medley aus bekannten Songs des Künstlers. Dabei trat Percussionist Jürgen Rössel mit Mundschutz und weißen Handschuhen auf - in humorvoller Anspielung auf die vorsichtigen Schutzmaßnahmen Jacksons. Mit dem beliebten Marsch „Abschied der Gladiatoren“ erfreute das Orchester dann wieder die ältere Generation und sagte auf diesem Wege „Auf Wiedersehen“.

Quelle: op-online.de

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