Hilfestellung auf dem Weg zum „Ich-kann-Gefühl“

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Ermutigungstrainerin Rita Heckwolf-Traub aus Münster kennt zahlreiche Wege, das Selbstbewusstsein aufzubauen und zu stärken.

Münster - „Ich bin so wie ich bin, und das ist auch gut so“. Keine Frage: Ein guter Vorsatz. Doch so vehement wir diese Botschaft auch in unser Gedächtnis brennen mögen, nicht selten bleibt sie im Alltag auf der Strecke. Latente Selbstzweifel stehen oftmals der eigenen Zufriedenheit im Wege. Von Jörn Polzin

Das hat auch Rita Heckwolf-Traub festgestellt, und genau dort setzt die Ermutigungstrainerin aus Münster den Hebel an. „Die Menschen sollen begreifen, dass sie die Gestalter ihres Lebens sind und Verantwortung dafür übernehmen“, betont Heckwolf-Traub, die seit ihrer Ausbildung im Jahr 2003 Kurse anbietet.

Was sie den Teilnehmern - ein Dutzend sind es pro Gruppe - vermittelt, stützt sich auf die Prinzipien von Theo Schoenaker, dem Begründer der Individual-Psychologischen Sozialtherapie. Zusammengefasst im Buch „Mut tut gut“, das als Grundlage für die Kurse dient. „Es geht vorrangig aber nicht um die Theorie, sondern um praxisorientierte Ansätze“, sagt Heckwolf-Traub, die Schoenaker vor 20 Jahren bei einem Seminar kennen gelernt hat und sich seitdem mit dieser Materie beschäftigt.

Der Schwerpunkt der Kurse liege darin, die Teilnehmer im Alter von 25 bis 75 Jahren in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Um den Einstieg zu erleichtern, sollen sie persönliche Eigenschaften aufzählen, die sie an sich mögen. „Das können Attribute wie sportlich, freundlich oder naturverbunden sein“, so Heckwolf-Traub.

Mit dieser Übung will die Leiterin gleichzeitig die anfänglichen Hemmungen nehmen, vor einer Gruppe zu sprechen. „Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht die Gruppe, um sich entfalten zu können“, betont die ausgebildete Wirtschaftsassistentin, die auch in der Kirchengemeinde aktiv ist.

Gegen das Gefühl, nur funktionieren zu müssen

Während der zehn Trainingseinheiten lernen die Teilnehmer, die aus den verschiedensten Berufsfeldern kommen, ein Gespür für den Umgang mit anderen Menschen zu entwickeln. Ein Problem sieht die Münsterin in der Schnelllebigkeit der heutigen Gesellschaft. „Der Mensch hat nur noch das Gefühl funktionieren zu müssen“, erklärt Heckwolf-Traub. Viele Beziehungen würden darunter leiden.

Informationen gibt’s bei der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde, Tania Appel, unter Tel: 06071 3002 421. Bei ihr ist auch die Anmeldung möglich.

Die Übungen in den Kleingruppen sollen es den Teilnehmern erleichtern, auch einmal Fehler einzugestehen und zu begreifen, „dass der Mensch ein unvollkommenes Wesen ist“. Die Ermutigung soll in einer inneren Motivation und einem „Ich-kann-Gefühl“ münden. Das hat auch einen ganz pragmatischen Hintergrund. „Negative Erfahrungen haften sieben mal so lange wie positive Erlebnisse“, klärt Heckwolf-Traub auf. Zum Abschluss einer jeden Einheit erfolgt eine Entspannungsübung. „Die Teilnehmer bekommen auch Hausaufgaben mit auf den Weg, die sie dann bis zur nächsten Stunde angehen sollen. Wie etwa den Kontakt zum Nachbarn zu intensivieren oder bestimmte Alltagssituationen positiver zu betrachten“, sagt die Leiterin, die vier Kurse im Jahr anbietet und ihr Angebot stetig erweitert hat.

Neben den klassischen Aufbautrainings gibt es auch spezielle Kurse zum Thema Arbeit und Beruf sowie für Eltern und Kinder. Geplant ist auch eine Einheit zum Thema Partnerschaft. Am Montag, 28. September, beginnt um 19 Uhr der nächste Kurs, der in zehn Einheiten gegliedert ist, in den Räumen des Storchenschulhaus (Frankfurter Straße 3). Es sind nur noch wenige Plätze frei. Die Kursgebühr beträgt 125 Euro und ist vor Beginn bei der Münsterer Gemeindeverwaltung abzugeben.

Quelle: op-online.de

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