Hinnergassebuwe geben zur Kerb ein Jubiläumskonzert

Die Blaskapelle lässt es krachen

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Wo immer die Hinnergassebuwe auftreten – hier auf der Fastnachtssitzung der FSV Münster in der Kulturhalle– , steigt die Stimmung gen Siedepunkt an.

Münster - Als sich im Jahr 2006 die neuen Münsterer Kerbburschen überlegten, was sie 2007 Besonderes zum Umzug machen könnten, hatten sie eine Idee: „Einen Kerbmarsch müssten wir hinkriegen.“ Von Jens Dörr

Ein halbes Dutzend junger Männer ließ dem Einfall die Tat folgen – die Geburtsstunde der Hinnergassebuwe. Die Formation, inzwischen ein Septett, feiert nun ihr zehnjähriges Bestehen und probte am Wochenende in der Kulturhalle fleißig für ihr Jubiläumskonzert. Das steigt zur Kerb am 15. September. Dann wollen Stefan Hebeling (Gesang und Percussion), Maxi Hotz (Drums), Sebastian Herd (Pauke), Sebastian Grimm (Tuba), Christian Richter (Akkordeon), Matthias Mattheis (Saxophon) und der „Musikalische Leider“ Ferdinand Ries (Trompete) im Wechsel mit DJ Joyce bei freiem Eintritt einen außergewöhnlichen und stets stimmungsvollen Auftritt auf die Kerbzelt-Bühne legen. Das Motto: „Hinnergassebuwe & Friends“. Wer die Freunde sind, die die vier Blöcke der Band an diesem Abend bereichern werden, verraten die sieben Musiker noch nicht.

Vom Jahrzehnt, in dem sie wurden, was sie sind, erzählen sie freigiebig. Zunächst waren sie aus besagtem Grund als „Kerbkapelle“ unterwegs, auch dann noch, als sie die Münsterer Feuerwehr im Herbst 2007 für einen Auftritt auf ihrem Oktoberfest engagierte. 2008 folgte dem Rätselraten über einen „richtigen“ Namen für die sich spätestens seit den ersten Auftritten auf der DJK-Fastnacht verstetigende Gruppe der Geistesblitz eines Freunds der Band, Markus Brand: Was auf Englisch unter dem Namen Backstreetboys Millionen Groupies fand, könnten in Münster doch noch die „Hinnergassebuwe“ sein. Was nicht nur in etwa der deutschen Übersetzung entspricht, sondern natürlich eine Hommage an die Hintergasse im Münsterer Ortskern ist. „Auch wenn keiner von uns aus der Hintergasse kommt“, wie die Musiker, allesamt allerdings echte „Minsdrer“ im Gespräch mit unserer Zeitung lächelnd einräumen.

Die hufeisenförmige Hintergasse hat es in Form dieses Symbols dann auch ins Logo der Band geschafft, ebenso eine Gans, die als Stofftier als Maskottchen dient. Womit noch kein Wort über die Musik verloren wäre, die die Hinnergassebuwe seit zehn Jahren machen. Aber jetzt: Von Fastnachtsklassikern bis Partymusik, gern auch mal rockig von AC/DC, erstrecken sich die Genres, in denen die sieben Münsterer ihre Heimat gefunden haben. Auf der Liste mit den Liedern für den 15. September steht ein „Rock Medley“ ebenso wie „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller oder der „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang. Auch als Marchingband versteht sich die Gruppe nach wie vor.

Die Hinnergassebuwe aus Münster

Generell mache man nicht nur bei der Auswahl der Stücke, worauf man Lust habe, erzählen die Hinnergassebuwe unterdessen. Auch bei den Anfragen für Auftritte wähle man die aus, die einerseits zeitlich passten, andererseits vor allem persönliche Wonne versprächen. Auf 15 bis 20 Gigs pro Jahr komme man inzwischen, habe gerade an Fastnacht Hochkonjunktur und spiele ab und an auch jenseits der Ortsgrenzen. Noch mehr Auftritte bei öffentlichen wie privaten Anlässen könne man theoretisch absolvieren, beabsichtige dies aber nicht. Trotz des Erfolgs gelte: „Wir haben uns noch nie was ausbezahlt.“ Die Gagen gehen fürs Abstottern des technischen Equipments drauf, auch die Noten sind nicht gratis. Für einen Satz werden pro Lied zwischen 50 und 100 Euro fällig.

Nochmals einen Schub verschaffte sich Münsters derzeit kultigste Boygroup vor drei Jahren, als sie in Stefan Hebeling einen Sänger hinzunahm, der nicht zum einstigen Kerbjahrgang gehörte. „Überragend“ habe er die sechs anderen von Beginn an gefunden, gibt Hebeling preis. „Dass Gesamtbild und die Tatsache, dass sie auch Rockmusik in Blasmusik umzuwandeln verstehen, waren einfach genial.“ Dem lässt sich in diesem Fall wohl nicht mehr viel hinzufügen.

Quelle: op-online.de

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