Hospizarbeit

„Wünsche der Sterbenden im Vordergrund“

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Seit knapp einem Jahr begleitet Friederike Funck sterbenskranke Menschen.

Münster - Friederike Funck begleitet  Menschen auf ihrem letzten Weg. Seit 25 Jahren arbeitet sie für die Ökumenische Sozialstation als Krankenschwester.

Es war 1967 in einem Londoner Vorort, als die Ärztin, Sozialarbeiterin und Krankenschwester Cicely Saunders das „St. Christopher‘s Hospice“ gründete. „Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben“, so die Philosophie der Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin.

Wegen langer Tabuisierung des Themas dauerte es viele Jahre, bis der Hospizgedanke Deutschland erreichte. Doch auch hier möchten rund 90 Prozent der schwerstkranken und sterbenden Menschen ihre letzte Lebensphase zu Hause, in vertrauter Umgebung, zusammen mit Angehörigen und Freunden verbringen. Dies bestätigt auch Friederike Funck, die seit 25 Jahren als Krankenschwester in der Ökumenischen Sozialstation Dieburg, Groß-Zimmern, Münster arbeitet. Immer wieder kam sie im Laufe der Jahre mit Schwerkranken und sterbenden Menschen in Kontakt, die zu Hause sterben wollten. Oft erlebte sie den Schmerz und die Hilflosigkeit von Patienten und Angehörigen. So reifte in ihr der Wunsch, sich mit diesem Thema intensiver auseinanderzusetzen. Nach einem Besuch des Hessischen Palliativtages 2012 war das Interesse daran vollends geweckt. Sie begann im März 2012 die Ausbildung Palliative Care Fachkraft, um nach einem ganzheitlichen Betreuungskonzept Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten.

„Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig!"

Zusammen mit 14 weiteren  Teilnehmern aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen setzte sich Friederike Funck unter anderem persönlich mit Abschied, Tod und Trauer auseinander, erfuhr viel über eine einfühlsamen Kommunikation und beschäftigte sich mit ethischen Fallbeispielen um im letzten Lebensabschnitt zu pflegen und zu begleiten.

„Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig! Wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben sondern auch bis zuletzt leben können“, so brachte Cicely Saunders die Palliativ-Tätigkeit vor Jahren auf den Punkt. „Dies trifft es heute immer noch ganz genau“, sagt Friederike Funck. „Die Wünsche des Sterbenden sind bis zum Schluss sehr wichtig. Was mein Gegenüber möchte, dies zu erspüren ist meine Aufgabe. Nicht mehr die Verlängerung der Lebenszeit um jeden Preis und der medizinische Befund, sondern die Wünsche und Ziele der betroffenen Menschen stehen im Vordergrund unserer pflegerischen Bemühungen.“

Friederike Funck begleitet Sterbende und Angehörige

Friederike Funck berät, pflegt, begleitet und betreut unheilbar Kranke und Menschen in der letzten Lebensphase, aber auch für deren Angehörige ist sie eine wichtige Ansprechpartnerin und Zuhörerin und vermittelt ihnen Sicherheit.

Patienten und Angehörigen empfiehlt sie, das Netzwerk der Palliativ-Versorgung in Anspruch zu nehmen. Denn für einen professionellen Umgang mit dem Thema „Sterben und Tod“ bedarf es vieler verschiedener Kompetenzen. Wie in einen schützenden Mantel gehüllt (lateinisch Pallium: Mantel) will Friederike Funck mit Ärzten, Seelsorgern, Psychologen und Sozialarbeitern dem Patienten Ängste nehmen, Schmerzen lindern, den letzten Abschnitt des Lebens friedvoll gestalten.

Caritasverband bietet Zusatzausbildung an

Kontakt:

Ökumenische Sozialstation Dieburg/Münster

Telefon:  06071 30680

Der Caritasverband Darmstadt hat schon acht Mitarbeiter durch die Zusatzausbildung Palliative Care gefördert. „Wir wollen die Bedürfnisse sterbender Menschen ernst nehmen und ihnen helfen, ihr Leben ohne Schmerzen in vertrauter Umgebung leben zu können. So versuchen wir, die letzten Tage eines Menschen angenehm zu gestalten und möchten helfen, dass Menschen am Ende des Lebens nicht alleine sind“, sagt Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer.

Quelle: op-online.de

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