Hotz und Plotz aus Eimern

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Nicht alles ist im, aber alles kommt aus dem Eimer im Theater der Regenbogenschule.

Alteheim ‐ Das Theaterstück Hotzenplotz kennt jedes Kind und sicher ist es auch den meisten Erwachsenen in guter Erinnerung. Eine Aufführung aber, in der es gleich sechs Räuber gibt, nämlich drei Mal den Hotz und drei Mal den Plotz, sowie eine doppelte Besetzung an Großmüttern, Seppeln und Kaspern, das hat wohl noch niemand gesehen. Von Jasmin Frank

„Wir haben ja nun mal 19 Kinder und alle wollen eine Rolle spielen. Ich bin es deshalb schon gewohnt, fertige Kindertheaterstücke zu variieren, da sie immer nur für wenige Darsteller geeignet sind“, erzählt Lehrer Max Petermann, der das Stück seit einem Jahr an der Regenbogenschule im Münsterer Ortsteil Altheim probt. Die Schule, deren Ziel es ist, eine Kulturschule zu werden, bietet mehrere AGs an den Nachmittagen an, darunter auch die der Theatergruppe. „Das alles würde ohne das Engagement der Eltern nicht laufen“, so Petermann.

Eine der Familien, die mithilft, sind Silva Eberle und Dieter Reisert mit Sohn Neil. „Unser Sohn spielt schon zum dritten Mal mit und es ist für uns alle immer wieder toll mitzuerleben, wie sich das Stück im Laufe des Jahres entwickelt“, meint der stolze Vater, der die Premiere als Film dokumentiert. Sohn Neil ist wenige Minuten bevor der Vorhang aufgeht noch ganz gelassen. „Mir gefällt das Stück besser als die vorherigen, weil es so witzig ist. Man kann auch viel improvisieren. Wir haben zum Beispiel eine der Kaffeemühlen vergessen, da haben wir sie einfach aus dem Stück gestrichen“, informiert der Neunjährige, der einen der drei Plotz’ darstellt, souverän.

Für die Schüler aus Altheim war der jüngste Theatertag durchaus anstrengend. Morgens eine kurze Probe, dann die erste Aufführung vor den Mitschülern. Mittags wieder eine schnelle Übungsrunde und dann die große Premiere vor zahlreichem Publikum.

Bei Hotz & Plotz gibt’s alles mindestens doppelt, zumeist gar dreifach. Auch das adaptierte Räuberduo tritt im Dreierpack auf der Regenbogen-Bühne auf.

Doch nicht nur die kleinen Darsteller warten darauf, dass es endlich losgeht, auch vor den Türen des großen Saals in der Münsterer Kulturhalle drängen sich Eltern, Geschwister, Freunde und Großeltern. Sie können es kaum abwarten, endlich hereingelassen zu werden. Dann ist der Moment gekommen und der Vorhang öffnet sich. Wer nun eine hübsch gemalte Kulisse mit Wald und Räuberhaus erwartet hat, der wird sogleich überrascht: Das gesamte Bühnenbild besteht aus schwarzen Eimern. „Wir brauchten die Eimer ja ohnehin zum Trommeln. Für die Kulisse hätten wir zahlreiche malbegabte Eltern benötigt, doch trotz großer Hilfsbereitschaft war das nicht zu stemmen. Deshalb sind wir konsequent geblieben und haben alles mit den Eimern dargestellt. Mal abgesehen von den zwei großen Lastwagenreifen, die aber ebenfalls schwarz sind“, begeistert sich Petermann.

So hängen die Eimer auch von der Decke, jeweils beschriftet mit großen Schildern, auf denen „Vogel“ oder „Wolke“ zu lesen ist. Zudem hat jeder der Akteure einen Eimer mit seinen Kostümen, so dass es möglich ist, sich schnell während der Aufführung umzukleiden.

Das quirlige Stück besticht durch seinen Schwung und seine eigene Rhythmik, die schon beim Eingangstrommelwirbel zu tragen kommt. Die Räuber rappen sich durch die Handlung und bringen auch viel Körper-Klopfeinsatz zu Gehör. Offensichtlich ist an diesem Nachmittag, dass den Kindern das Spielen großen Spaß bereitet und vor allem, dass es den Zuschauern gefällt.

Quelle: op-online.de

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