„Ich spiele halt, was mir gefällt“

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Sascha Grimm gibt gern den Takt an, nicht so gern steht er im Rampenlicht.

Münster ‐ Gar nicht wie ein durchgeknallter Rockmusiker, eher zurückhaltend und bescheiden wirkt der 14jährige Münsterer Sascha Grimm, in dem aber so einiges Talent schlummert: Der Schüler ist ein begabter Schlagzeuger. Von Jasmin Frank

Seine Lehrer sind des Lobes voll. „Allerdings nur die Musiklehrer. Die anderen sind manchmal ein bisschen genervt von mir, weil ich immer wieder auf dem Tisch trommle“, lacht der junge Musiker und fügt hinzu: „Aber ich mache das ja nicht absichtlich, das passiert einfach unbewusst.“

Seine Leidenschaft für den Rhythmus entdeckte Sascha in der Grundschule, erinnert sich seine Mutter Ilona Jaufmann: „Wir haben ja alle möglichen Hobbys ausprobiert, als er noch klein war. Aber wegen seiner Allergien, insbesondere des Asthmas, kamen viele Sportarten gar nicht in Frage. Erst bei einer Schul-AG hat er dann das Richtige gefunden.“ In der vierten Klasse hatte sich der Junge nämlich in einer Trommel-AG angemeldet, die von Musiklehrer Thomas Bauer geleitet wurde. Als der Kursleiter einmal sein Schlagzeug zum Ausprobieren für die Schüler aufbaute, war es um Sascha geschehen. Und Bauer erkannte sofort dessen Talent. „Bis ich ein bestimmtes Level erreicht hatte, war ich bei ihm, dann gab er mich an einen Kollegen, Kai Berger in in Dieburg, ab“, erzählte der Jugendliche. Dort wurde er auch auf den „Drummer of Tomorrow“-Wettbewerb von Mapex aufmerksam, der sich gezielt an den musikalischen Nachwuchs richtet.

Am meisten steht Sascha auf AC/DC

Schnell wurden zwei Videos aufgenommen, zum einen ein selbst erdachtes Solo und zum anderen ein „Play along“. Letzteres bedeutet, dass ein Musikstück von Band läuft und der Musiker den Schlagzeugpart einspielt. Sascha entschied sich für „Before I forget“ von Slipknot. Überhaupt steht der Teenager ganz auf Hardrock und Heavy Metal, allen voran auf AC/DC. Nicht von ungefähr ist er ein großer Fan von der Cover-Band ABCD, deren Konzerte er regelmäßig in Begleitung seiner Eltern besucht. So kam es auch, dass er einmal auf der Bühne ein Lied mit der beliebten Gruppe vor großem Publikum zum Besten geben durfte. Eine eigene Band hat er noch nicht, möchte aber mit seinen gleichaltrigen Freunden gerne eine Gruppe in dieser Musikrichtung gründen. Dafür fehlt eigentlich nur noch eine Sängerin oder ein Sänger. Dann wäre die Formation komplett.

Unlängst kam die schlechte Nachricht vom Talentwettbewerb: Sascha wurde aus rund 180 Einsendern nicht zu den vier besten seiner Kategorie gewählt, die Finalträume waren geplatzt. Allerdings bleibt noch die Hoffnung auf das Public Voting: Unabhängig von der Jury-Entscheidung wählt das Publikum einen eigenen Liebling. Allzu enttäuscht war der Nachwuchsmusiker allerdings nicht: „Ich bin fast schon ein bisschen erleichtert, denn ich hätte ganz alleine auftreten müssen und das vor sehr vielen Zuschauern. So bin ich noch mal drumherum gekommen“, wägte er ab. Da trifft es sich gut, dass sich der Münsterer fürs Schlagzeug entschieden hat. Dahinter kann er sich gut verbergen.

Quelle: op-online.de

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