„Immer auf der Seite des Kindes“

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Die Kontinuität, die durch die geregelten Abläufe im Blumenkinderhaus gegeben ist, tut den kleinen Kindern sehr gut.

Altheim ‐ „Wir spielen heute Vormittag und wer spielt mit?“ Seit genau fünf Jahren singen Ute Willett und Bettina Bethge-Vössing, die Leiterinnen der Kinderkrippe Blumenkinder, das Begrüßungslied mit ein- bis dreijährigen Knirpsen. Von Ellen Jöckel

In dieser Zeit hat sich bei den Blumenkindern einiges verändert: Angefangen hat der Verein als Elterninitiative in einem Raum im Untergeschoss eines Privathauses. Mittlerweile spielen, essen und schlafen die Kleinkinder in einem eigens dafür errichteten Gebäude direkt bei der Altheimer Sporthalle und der Grundschule. Aus dem betreuten Spielkreis ist eine Kindertagesstätte gewachsen, in der sich in Stoßzeiten vier pädagogische Fachkräfte um die Kleinen kümmern.

Um dem Begriff „Tagesstätte“ auch gerecht zu werden, verlängern sich ab März die Öffnungszeiten: Statt um 8 Uhr geht es bereits an jedem Wochentag um 7.45 Uhr los. Entscheidend für Berufstätige ist aber die Verschiebung am Nachmittag: Wurden bisher die Pforten um 13.30 Uhr geschlossen, wissen Eltern ihre Sprösslinge nun bis 15.30 Uhr in guten Händen.

Längere Öffnungszeit kommt auch Minis entgegen

Wir haben auf den Wunsch der Eltern reagiert. Die ganztägig arbeitenden Mütter mussten bisher im Anschluss noch eine weitere Betreuungsmöglichkeit für ihr Kind finden“, sagt Ute Willett. So musste sich das Kind noch auf andere Bezugspersonen einstellen. Kleinkinder seien damit meist überfordert. „Besonders für die unter Dreijährigen sind feste Strukturen sehr wichtig“, betont Willett. Die Kontinuität, die durch die geregelten Abläufe im Blumenkinderhaus gegeben ist, tue den Kindern sehr gut. Die längere Öffnungszeit kommt auch den Minis entgegen, die mittags noch ein Nickerchen benötigen. Sie können nun ausschlafen, bevor sie abgeholt werden.

Als die Blumenkinder vor einem Jahr in die neuen Räumlichkeiten „Am Sportplatz 1a“ gezogen sind, sah der Bedarf noch ganz anders aus: Selbst das Angebot, dass die Kinder dank einer nun vorhandenen Küche auch zum Mittagessen bleiben können, wurde zu Beginn nur von wenigen angenommen: „Das lag daran, dass die Eltern mitgekommen waren, die ihre Kinder zuvor für den Spielkreis angemeldet hatten. Ihnen ging es da mehr um soziale Kontakte für ihr Kind“, erläutert die Blumenkinder-Vorsitzende. Das habe sich aber sehr schnell geändert. Inzwischen kämen besonders viele Anfragen von Müttern, die nach einem Jahr Elternzeit wieder in ihren Beruf einsteigen möchten oder müssen.

Verzweifelte Eltern suchen vergeblich nach Platz

Wir sind im Umkreis die Einzigen, die Kinder ab einem Jahr aufnehmen. Gerade bei den Einjährigen gibt es aber einen großen Bedarf“, so Willett. Doch um die gesunde Altersmischung bei den insgesamt zwölf Blumenkindern zu erhalten, könne die Kita nicht nur die ganz Kleinen aufnehmen. „Die Einjährigen müssen viel intensiver betreut werden. Das ist gar nicht zu leisten“, ergänzt Bettina Bethge-Vössing. Dementsprechend ist die Warteliste bei den Blumenkindern lang und die Enttäuschung bei den Eltern groß: „Ich hatte schon einige weinende Leute am Telefon, die mit dem Arbeitgeber im Nacken sitzend, eine Aussage haben wollten, und ich ihnen keine Hoffnung auf einen Platz geben konnte“, erzählt Bethge-Vössing. „Inzwischen sind Schwangere, die wegen einem Platz anfragen, gar keine Ausnahme mehr“, fügt sie hinzu. Umso beruhigender findet die ausgebildete Erzieherin und Heilpädagogin es, dass von der Gemeinde der Bau eines neuen Krippenhauses am Helgolandring geplant ist (wir berichteten).

Trotz aller Veränderungen im Blumenkinderhort seien sich die beiden Gründerinnen ihrer Philosophie treu geblieben: „Die Bedürfnisse des Kindes stehen immer im Vordergrund“, sagt Bethge-Vössing. Auch bei der Entscheidung, die Öffnungszeiten auszuweiten, habe immer der Blick aufs Kind im Mittelpunkt gestanden. „Wir haben geschaut, wie es dem Kind bei einer längeren Betreuung geht. Wir sind immer auf der Seite des Kindes und sehen zu, dass es ihm gutgeht“, so Ute Willett.

Quelle: op-online.de

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