Ausstellung im Rathaus

Passivhäuser: „Es kommt auch auf die Größe an“

Passivhäuser gelten durch ihre gute Wärmedämmung als besonders energieeffizient. Auch die Kosten dafür sind mittlerweile überschaubar. Sachkundig erläuterte Städtebauer Werner Eicke-Hennig den 70 Besuchern der Ausstellungseröffnung im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums die Vorzüge des Passivhauses.
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Sachkundig erläuterte Städtebauer Werner Eicke-Hennig den 70 Besuchern der Ausstellungseröffnung im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums die Vorzüge des Passivhauses.

Münster - Passivhäuser gelten durch ihre gute Wärmedämmung als besonders energieeffizient. Auch die Kosten dafür sind mittlerweile überschaubar. Von Jens Dörr

Mit Dachdämmung und Passivhäusern beschäftigen sich zwei Ausstellungen im Rathaus Münster, die im Foyer (Dachdämmung) sowie im wegen der Osterferien verwaisten Sitzungssaal (Passivhäuser) zu finden sind. Bei der von 70 Neugierigen besuchten Eröffnung beider Ausstellungen stellte Städtebauer Werner Eicke-Hennig in sachkundiger, beredter Manier insbesondere die Vorzüge des Passivhaus-Standards heraus.

Über dessen Grundprinzipien und Wirkungsweise, aber auch die Kosten und die Umsetzung für Mehrfamilienhäuser und Altbauten konnten sich die Besucher auch auf 18 Schautafeln und einigen Exponaten – etwa einem Modell, das den Aufbau eines Einfamilien-Passivhauses greifbarer macht – informieren. Beide Ausstellungen hatte das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf Nachfrage der Gemeinde Münster zur Verfügung gestellt. „Auf diese Art zu bauen war vor 30 Jahren noch 15 Prozent teurer als bei einem normalen Haus“, sagte Eicke-Hennig, der auch Programmleiter der im Wirtschaftsministerium angesiedelten „Hessischen Energiesparaktion“ ist. Damit nannte der Experte eine Zahl, bei der das Auditorium besonders hellhörig wurde. Ebenso erstaunt nahmen die Zuhörer wahr: „Vergangenes Jahr wurde in Darmstadt ein Passivhaus in Betrieb genommen, das nur drei Prozent teurer war.“ Pauschale Vergleiche verböten sich allerdings, ergänzte der diplomierte Städtebau-Ingenieur einen Atemzug später: „Es kommt immer auf Sie an – und auf den Architekt, die Zeit und die Größenordnung.“

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Im Wesentlichen kam das Passivhaus erwartungsgemäß jedoch bestens weg – als komfortable, auf Dauer energiesparende und kostengünstige Wohnlösung. Deren Grundprinzipien sind die besonders gute Wärmedämmung, Energie gewinnende Fenster, die wärmebrückenfreie Konstruktion, die luftdichte Gebäudehülle sowie die Lüftung mit hocheffizienter Wärme-rückgewinnung. Wie der dazugehörige Wärmetauscher aussieht, zeigt ebenfalls ein Exponat der Ausstellung.

Mit ihr verfolgt die Gemeinde unterdessen das Ziel, den Münsterern in wichtigen Alltagsthemen wie dem Wohnen Hilfestellungen zu geben. Eine regelmäßige Unterstützung leistet die Gemeinde beispielsweise auch mit der Bereitstellung eines Energieberaters (Termine werden bekanntgegeben). Passivhäuser lassen sich in Münster übrigens schon in mehrfacher Ausführung ganz und gar beäugen: Gegenüber dem Spieltagseingang des Geländes des SV Münster („Am Mäusberg“) ist eine Reihe von fertigen und bewohnten Objekten zu sehen.

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