Schulweg wird zur Gefahr

Unsäglicher Sanierungsstau

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Wie lange wird dieser unschöne Anblick noch die Gemüter der Passanten in der Stettiner Straße erzürnen? Ein Schulweg, der von ABC-Schützen und Senioren genutzt wird, ist seit Jahren gesperrt, weil ihn die Behörden nicht zu reparieren Willens sind - allen Bekenntnissen zum Trotz.

Münster - Seit Jahren ist der marode Bürgersteig in der Stettiner Straße entlang der John-F. -Kennedy-Schule Thema auf dieser Seite. Immer wieder machte unsere Zeitung auf die „Stolperfalle Schulweg“ aufmerksam. Von Thomas Meier 

Wiederholt beklagten sich der Seniorenbeirat, Passanten sowie Lehrer und Eltern von Schülern der angrenzenden John-F. -Kennedy-Schule über die seit über drei Jahren währende Sperrung des Bürgersteigs. Nichts geschah. Bis im August vergangenen Jahres Bürgermeister und Landrat auf einer Gemeindevertretersitzung verkündeten, nun ziehe man an einem Strang, der Gehweg werde saniert. Doch weh und ach: Bis heute geschah überhaupt nichts. Und nach den jüngsten Äußerungen von Bürgermeister Walter Blank geschieht auch weiterhin erstmal nichts. Zumindest nicht über die Schulferien, die sich ja wirklich für solche Arbeiten am Schulareal geeignet hätten.

Zur Geschichte: Als 1959 die John-F.-Kennedy-Schule an der Stettiner Straße großzügig auf riesigem Areal errichtet und mit Zaun, Parkplätzen und Zuwegen versehen wurde, dachte noch niemand an Bordsteinschäden. Einst von der Gemeinde auf dem Gelände der John-F.-Kennedy-Schule errichtet, geriet der Bürgersteig zum Gefahrenpunkt und Zankapfel. Gehweg und Parkplätze gehören zur Schule, die seit Jahrzehnten unter Kreisträgerschaft ist. Niemand kümmert sich um die Beseitigung der Schäden, halbe Maschendrahtzäune leiten Passanten und Schulkinder um. Einer schob die Gefahrenbeseitigung auf den anderen.

Schon 2012 Forderung nach Neugestaltung

Auszüge aus unserer Zeitung vom April 2012. Damals schrieb der Kreis: „Schon seit Jahren hat der Landkreis immer wieder diesen Weg repariert, weil die Wurzeln der Bäume an den Parkplätzen und der Umgebung dort immer häufiger den Weg beschädigt haben. Dauerhaft kann die Situation hier nur entschärft werden, wenn der gesamte Bereich neu gestaltet wird. Da die Kommunalaufsicht kritisch jede zusätzliche Investition betrachtet, gibt es in diesem Jahr keine Möglichkeiten, die Sanierung zu finanzieren.“ Die Kommune dazu: „Das alles ist Schulgelände und geht uns gar nichts an“, erklärt hierzu Norbert Schewe vom Münsterer Gemeindevorstand.

Nach weiteren Berichten und Beschwerden einigten sich dann Kreis und Kommune vor einem Jahr: Der Landkreis wird die Grundstücksfläche mit Gehweg und Parkfläche in die Verantwortung der Gemeinde Münster übertragen und 50 000 Euro für die anstehenden Sanierungsarbeiten beisteuern. „Damit haben wir eine gute Lösung gefunden, um vor allem zum Wohle älterer Menschen dafür zu sorgen, dass der schadhafte Gehweg sehr bald wieder in einen guten Zustand versetzt werden kann“, erklären Landrat und Bürgermeister gemeinsam. Wir hakten damals umgehend in Münsters Verwaltung nach mit der Frage nach dem Wann: Die Sanierungsarbeiten werden laut Angaben von Bürgermeister Blank „voraussichtlich“ noch in diesem Jahr beginnen. Das Jahr verging. Sogar die Bürgermeisterkandidaten wurden mit der Frage konfrontiert, ob denn unter ihrer Leitung sich was ändern werde.

Blank: Übernahmevereinbarung mit dem Kreis soll beschlossen werden

Nun lässt es sich Bürgermeister Walter Blank indes nicht nehmen, nochmals Stellung zur Misere zu beziehen. Der Gemeindevorstand habe im Dezember 2013 beschlossen, die Übernahmevereinbarung mit dem Kreis zu treffen. Für die Erneuerung der Gehwege und Parkflächen habe man einen Zuschuss von 50.000 Euro zugesagt bekommen. „Sobald der Zuschuss eingegangen ist und die Eigentumsübertragung stattgefunden hat, kann die Gemeinde mit den Reparaturarbeiten beginnen. Die Gemeinde selbst hat weitere Kosten von 50.000 Euro für die Reparatur im Haushalt 2014 eingestellt“, erklärt Blank.

Um gleich ein „Aber“ nachzuschieben: Nach mehrmaliger Rückfrage beim Kreis sei „immer wieder mitgeteilt worden, dass die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen noch nicht genehmigt sind“. Deshalb wurde weder vermessen noch fielen Kreisgremienbeschlüsse. Vor zwei Wochen, so Blank, habe die Verwaltung Münster vom Kreisbeigeordneten erfahren, dass „die entsprechende Gremienvorlage erstellt und nach vorbereitender Beschlussfassung dem Kreistag in seiner nächsten Sitzung am 29. September vorgelegt werde“. Und so warten die Bürger von Münster wohl noch bis zum Sanktnimmerleinstag auf die Herrichtung des Schulweges.

Quelle: op-online.de

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