Jörg Pereira Heckwolf engagiert sich bei ALMA-Die Grünen

„Was will ich meinen Kindern hinterlassen?“

Mann der Zahlen und neuer Gemeindevertreter von ALMA-Die Grünen: Jörg Pereira Heckwolf.
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Mann der Zahlen und neuer Gemeindevertreter von ALMA-Die Grünen: Jörg Pereira Heckwolf.

Seit der konstituierenden Sitzung Ende April ist Jörg Pereira Heckwolf neu in der Gemeindevertretung. Für ALMA-Die Grünen ist er bei der Kommunalwahl von Platz sechs auf 5 geklettert und hat dadurch sein Mandat bekommen.

Münster – Schon von Berufswegen hat es Jörg Pereira Heckwolf mit den Zahlen: Schließlich arbeitet der 32-jährige Münsterer als Risiko-Controller bei der Sparkasse. Seine persönliche Zahl des Jahres dürfte die 1 889 sein: So viele Stimmen erhielt Pereira Heckwolf, der nach portugiesischem Recht heiratete und seine Nachnamen daher nicht per Bindestrich verbinden muss, bei der Kommunalwahl Mitte März.

Dieser Zuspruch ließ ihn auf der Liste von ALMA-Die Grünen von Platz sechs auf Platz fünf klettern und ihn die Gemeindevertretung einziehen. Dort wirkt der politische Neuling nun in der kleineren der zwei Oppositionsfraktionen mit.

Jörg Pereira Heckwolf: Vor einem Jahr bei den Grünen eingetreten

Als Jörg Pereira Heckwolf – und auch seine Frau – im vergangenen Jahr bei den Grünen eintraten, saßen die noch unter dem Namen ALMA im Münsterer Ortsparlament. Zudem war die Alternative Liste Münster-Altheim, die das Grüne jetzt auch wieder im Fraktionstitel trägt, gemeinsam mit der SPD noch via Koalition am Steuer. Dies drehte sich vor zwei Monaten; nach der Wahl fanden sich in Münster CDU und FDP zu einer Kooperation zusammen, die mit ihrer Mehrheit in den nächsten fünf Jahren wesentliche Schritte der Ortsentwicklung ohne Rot und Grün gehen kann.

Für Pereira Heckwolf persönlich lief die Wahl trotzdem erfolgreich: Mit dem Platz, den er gutmachte, zählte er zu den fünf der 17 Münsterer Grünen-Kandidaten, die sich verbesserten. „Ich habe eine relativ große Familie“, schätzt er den Grund für sein gutes Resultat mit einem Augenzwinkern ein.

Familienvater hat Zukunft seiner Kinder im Blick

Stichwort Familie: Die war für den studierten Wirtschaftswissenschaftler zentrale Motivation, seinen Hut erstmals in den kommunalpolitischen Ring zu werfen. Der Familienvater hat zwei Kinder, zwei Jahre beziehungsweise drei Monate jung. „Ich wusste im vergangenen Sommer, dass die Kommunalwahl vor der Tür steht. Zudem stand die Geburt meines zweiten Kindes an. Da habe ich mir überlegt: Was will ich meinen Kindern hinterlassen? Welche Zukunft sollen sie haben?“

Die Antwort darauf möchte er nicht nur privat, sondern auch politisch – und damit samt Einfluss auf die Allgemeinheit – geben. Bis Mitte 2020 war Pereira Heckwolf parteilos. In Sachen Parteieintritt und -Engagement fiel seine Wahl dann auf die Grünen: „Nachhaltiges Wirtschaften ist mir in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Deshalb war es relativ klar, dass es die Grünen werden würden.“

Jörg Pereira Heckwolf will speziell Kontakt zur grünen Jugend suchen

Zudem hatte er schon bei der ersten Annäherung an den Ortsverband „das Gefühl, dass die eigene Meinung zählt. Das war mir direkt sympathisch.“ Seine Meinung will er nun mindestens für ein halbes Jahrzehnt öffentlich vertreten und an den lokalen Stellschrauben mitdrehen. All das auch, um seinen Kindern gerade in ökologischer Hinsicht einen lebenswerten Planeten zu bewahren. „Die Klimakatastrophe, die Umweltverschmutzung – das ist alles nicht zu leugnen. Um das abzumildern, muss man im Kleinen anfangen.“

Diesbezüglich bietet sich die Lokalpolitik durchaus an. Beispielsweise die (Wieder-) Einstellung eines Klimaschutz-Managers im Münsterer Rathaus sähe Pereira Heckwolf gern beschleunigt. Die Gemeinde ist am Thema dran; doch zur Wahrheit gehört auch, dass das Budget für die Nachbesetzung jener Stelle, die nach dem Weggang des bisherigen Managers im vergangenen Jahr freigeworden war, Anfang des Jahres erst auf Druck von SPD und ALMA in den Haushalt 2021 aufgenommen wurde und fast unter den Tisch gefallen wäre. Generell fordert Pereira Heckwolf, „alle Investitionen immer auf ihre Klimafreundlichkeit zu überprüfen“. Überdies wolle er „den Kontakt zur grünen Jugend suchen. Man geht ja mit anderen Augen durch Münster als ein 16-Jähriger.“

Lange Mitglied bei der DJK Blau-Weiß Münster

Darüber hinaus verspricht Jörg Pereira Heckwolf, der früher lange bei der DJK Blau-Weiß aktiv war (auch in der Fastnacht), „dass ich mich nicht scheue, mir im Rahmen meiner Arbeit als Gemeindevertreter auch komplexe Rechnungen anzugucken“. Da sind sie wieder, die Zahlen. Und die 1 889 bleibt seine ganz persönliche. (Von Jens Dörr)

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