Erinnerung an Schlüsselerlebnis in Fernost

Jörg Roßkopf: Münsters berühmtester Tischtennis-Spieler

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Der Münsterer Jörg Roßkopf – hier bei einem Show-Match in Dieburg – hat im „kicker“ über ein Schlüsselerlebnis in China gesprochen.

Münster - Wenn der „kicker“ einem Sportler, der kein Fußballer ist, ein dreiseitiges Interview widmet, muss der es in seinem Metier zu Herausragendem gebracht haben. Münsters berühmtester Sportler der vergangenen drei Jahrzehnte hat dies in seiner Karriere ohne Wenn und Aber getan: Jörg Roßkopf. Von Jens Dörr 

Roßkopf, einer der besten deutschen Tischtennis-Spieler aller Zeiten und nach seinem Profi-Karriereende 2010 immer mal wieder für seinen Heimatverein DJK Blau-Weiß an der Platte, wurde schließlich achtmal deutscher Meister im Einzel, 1992 Europameister und 1996 Bronzegewinner bei den Olympischen Spielen. Zudem bildete er gemeinsam mit seinem engen Freund Steffen Fetzner eines der besten Doppel der Welt.

Im „kicker“ (Ausgabe vom Montag) erzählt der 48-Jährige nun unter anderem von harten Erfahrungen in China und seiner Freundschaft zu Oka Nikolov.

Den Ex-Eintracht-Frankfurt-Keeper, der in Kleestadt wohnt, nennt Roßkopf einen „guten Kumpel“. Derzeit kommuniziere man allerdings nur übers Handy, da Nikolov aktuell in Los Angeles arbeite. Roßkopf spricht im Interview auch von seiner Zeit bei Tischtennis-Gigant Borussia Düsseldorf, als er die Düsseldorfer Punk-Band „Die Toten Hosen“ kennenlernte: Mit Sänger Campino habe er bei Konzerten häufiger hinter der Bühne Tischtennis gespielt. Zuhause bleibe der Schläger hingegen im Schrank des Rekordnationalspielers (272 Länderspiele): „Die Platte kommt mir nicht ins Haus. Im Garten steht eine, aber die nutzen nur die Gäste. Man sollte die Arbeit nicht mit nach Hause nehmen.“

Seit acht Jahren spielt der Münsterer zwar nicht mehr auf höchstem Niveau, verdient sein Geld dennoch in seinem Sport. Seit 2010 ist er der Bundestrainer der Männer.

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33 Jahre ist es derweil schon her, dass Roßkopf selbst das erste Länderspiel machte – im zarten Alter von 15. Das in der Szene beliebte Idol, das nicht nur in seiner Heimatgemeinde bis heute als absolut bodenständig und nahbar gilt, erinnert sich im „kicker“ auch an seine ersten Erfahrungen mit dem Tischtennis-Mutterland China. Dorthin reiste Talent Roßkopf als 14-Jähriger zum ersten Mal: „Auf unseren Hotelzimmern huschten Ratten über den Fußboden, in der Turnhalle fehlten Fenster, es gab kein Wasser, nur heißen Tee, und jeden Tag mindestens acht Stunden Tischtennis. Bei einem Testspiel bekamen wir von ein paar Provinzspielern den Hintern versohlt. Mich haben diese Wochen nachhaltig geprägt. Ich wurde dankbarer und demütiger. Und ich stellte fest, dass ich noch sehr hart an mir würde arbeiten müssen, um jemals gegen die Chinesen eine Chance zu bekommen.“ Als er schließlich mit 16 auf ein Tischtennis-Internat gekommen sei, habe es in seinem Leben „nur noch Tischtennis“ gegeben.

Quelle: op-online.de

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