JUH-Team kehrt mit Vizetitel aus Gießen zurück

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Stefan Rogge und Costja Watzke von der JUH aus Dieburg untersuchen einen „Erkrankten“ in Gießens Seltersweg.

Dieburg/Giessen - Fünfmal hintereinander holten die Johanniter des Regionalverbands Darmstadt-Dieburg den Titel in der Kategorie A (Sanitätshelfer ab 16 Jahren) als Landessieger bei Wettkämpfen, zuletzt gar 2012 als Gastgeber in Dieburg. Von Thomas Meier 

Nun kehrte eine neu aufgestellte Mannschaft als Vizemeister aus Gießen heim, stolz auf diese Leistung, auf die auch die mitgereisten 40 Schlachtenbummler kaum zu hoffen wagten. „Wir sind total happy“, berichtet Yvonne Appel, Teamleiterin für realistische Unfalldarstellung bei der JUH in Dieburg und „Reiseleiterin“ bei Wettkämpfen. Der Titel ging an die befreundeten Johanniter des Regionalverbands Offenbach mit Sitz im Nachbarort Nieder-Roden. Zehn Teams kämpften in Theorie und Praxis um die Punkte, wobei die praxisorientierten Prüfungen publikumswirksam inmitten von Gießen abgenommen wurden.

Im Kinopolis nahe des Rathauses war erst Gottesdienst, dann schriftlicher Test, bevor es in die City ging. Dort in der Fußgängerzone bot sich den Passanten schon ein seltsames Bild beim Einkauf. Überall Johanniter, die irgendwelche scheinbar verunfallten Leute behandelten. Da kippte mal ein blass geschminkter junger Mann neben seiner Fanta von der Parkbank, um reanimiert und erstversorgt zu werden. Eingewickelt in Alufolie und von uniformierten JUH-Helfern umgeben zogen solche Prüfungen viele Blicke auf sich. Am Katharinenplatz sollte ein Tragetest absolviert werden, wobei vier Johanniter einen Parcours mit Wasserbehältnis auf Notfalltrage bewältigen mussten. Treppe und Wippe dieses Hürdenlaufs stammten übrigens aus Dieburger Fundus und kamen bereits 2012 im Schlossgarten zum Einsatz.

Herz-Lungen-Wiederbelebung ließ Passanten bei Karstadt staunen und weitere Einlagen gab es am Theater und auf dem Marktplatz. „Es waren allesamt sehr anspruchsvolle Prüfungen, die unserem jungen Team viel abverlangten“, berichtet Yvonne Appel. Die Mannschaft unter den Trainern Jens Lambracht und Viviane Jochum hatte dabei noch das Pech, dass ein Teilnehmer wegen Krankheit ausgefallen war und sie nur zu siebt antreten konnte. Dies waren Tim Schimmele (Schaafheim), Karolin Linnhoff (Altheim), Stefan Rogge und Felizitas Betzler (Dieburg), Constantin Watzke und Lars Weber (Eppertshausen), und Christian Schmidt (Babenhausen). Sechs Teilnehmer sind Mindestanzahl bei Landeswettkämpfen, acht Maximum. „Aber es hat wunderbar geklappt, auch wenn vier aus dem Team erstmals bei einem solchen Wettbewerb teilnahmen“, strahlt Appel.

Landeswettkampf der Johanniter (2012)

Landeswettkampf der Johanniter

Mit der Organisation in Gießen sei man zufrieden, die Unterkunft in einem Gymnasium war okay, wenngleich die Duschen nur kaltes Wasser ausspuckten. Und neben hervorragendem Frühstück und Abendessen habe sich die Verpflegung mittags aus der Feldküche eher mau ausgemacht, dafür sei das Abendprogramm mit Festcharakter in der Hessenhalle Gießen toll gewesen: „Allerdings spannten uns die Veranstalter ganz schön auf die Folter. Erst nach 23 Uhr bekamen wir das Ergebnis des Wettkampfes mitgeteilt.“ Nachdem das Darmstadt-Dieburger JUH-Team 2012 den Wanderpokal behalten und 2013 zum Bundeswettkampf nach Regensburg fahren durfte, kann sich nun Nieder-Roden über Pokal und den Bundesentscheid in Cottbus im kommenden Jahr freuen.

Quelle: op-online.de

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