Priesterjubel für Hintergassenbub

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Hildegard Stumm sammelt seit November Fotos und Erinnerungsstücke für die Jubel-Feier von Pfarrer Josef Grimm.

Münster -Einem wahrlich verdienten und ehrbaren „Hinnergassebu‘“ gilt am Sonntag um 10 Uhr die ganze Aufmerksamkeit beim Festgottesdienst in der katholischen Kirche St. Michael, wenn ein seltenes Priesterjubiläum begangen wird. Von Thomas Meier

Vor 50 Jahren feierte Josef Grimm seine Primiz am 25. Februar in St. Michael, tags zuvor wurde er in Mainz zum Priester geweiht. Und nachdem der langjährige Seelsorger der Kettelerklinik und der städtischen Kliniken Offenbachs bereits vergangenen Sonntag in der Lederstadt für sein Jubiläum gefeiert wurde, ist jetzt seine Heimatgemeinde an der Reihe. Und hier hat seine Jahrgangskollegin und Grundschul-Klassenkameradin Hildegard Stumm eine ganz besondere Überraschung für den 78-jährigen „Minsterer Bu‘“ zusammengetragen: Ein dickes Fotoalbum erinnert an das prallgefüllte Leben Grimms im Dienste des Herrn.

Was die gebürtige Frühwein da aber auch alles zutage bringt. Die ältesten Bilder zeigen den stets strebsamen Geistlichen im zarten Alter von sechs Jahren zu seiner Einschulung, die jüngsten sind praktisch von seiner Ehrung aus der vergangenen Woche in Offenbach, an der die Münsterin freilich auch teilnahm.

Pfarrer Grimm wirkte nach seinem Studium von 1962 bis 1966 zunächst als Kaplan in Offenbach-Bieber und von 1966 an drei Jahre in gleicher Mission in Ober-Roden. In dieser Zeit wohnte er weiterhin in seinem Geburtsort Münster. Von 1969 bis 1982 war er Pfarrer in Dorn Assenheim, wo er dann auch das Pfarrhaus bezog. Als er sich ab 1. Dezember 1982 in Offenbach der Krankenhausseelsorge widmete, zog er mit Eltern und Haushälterin in eine Eigentumswohnung am Main, in der er heute noch wohnt.

Bis zu seinem Ruhestand im September 2010 und auch darüber hinaus vergaß der beruflich angespannte Seelsorger seine Wurzeln nie. Grimm hält bis heute enge Kontakte nach Münster.

Eifriger DJK-Anhänger

Und davon weiß das von Hildegard Stumm zusammengestellte Album beredt Zeugnis abzulegen. So war schon der Schulbub Grimm ein eifriger Anhänger der DJK, später auch Mitbegründer der Tischtennis-Abteilung des Vereins, der gar Weltklasse-Spieler wie Jörg Roßkopf hervorbrachte. Und so zeigen einige alte Aufnahmen Josef Grimm an der Platte mit den Sportkameraden von einst, beispielsweise inmitten der ersten Mannschaft von 1950. Auf einem anderen Schwarzweißfoto ist Josef Grimm beim Sonntagsspaziergang mit seinen Eltern, dabei sind auch seine Cousine und Freund Karl Grimm, heutiger Altbürgermeister in Münster. Zwei originale Hinnergassebuwe unter sich...

Zur Primiz von Josef Grimm (links) erstellte vor 50 Jahren „ Foto Deutschländer“ das Bildmaterial.

Hildegard Stumm trug die Zeitzeugen bei Jahrgangskameraden, DJK-Mitgliedern, oder Schulkollegen zusammen. Und Willi Schledt half am Computer mit dem Einscannen und Ausdrucken der bearbeiteten Originalvorlagen. Weit über 100 Bilder kamen zusammen, viele alte Zeitungsausschnitte oder alte Einladungen zu festlichen Anlässen belegen das christliche Werk des Priesters. Nicht nur, dass alles Platz im dicken Album fand, auch ein großer, alter Bilderrahmen wird am Sonntag nach dem Festgottesdienst bei der Feierlichkeit im Pfarrzentrum St. Michael vom Wirken des Jubilaren künden. Sicher werden viele ältere Besucher auf den hier angepinnten Fotografien Szenen von einst wieder erkennen. Pfarrer Josef Grimm verzichtet übrigens auf Geschenke zu seinem Jubiläum, bittet vielmehr um Unterstützung einer Priesterpatenschaft für eine Missionsstation in Tansania, die von St. Michael initiiert wurde.

Dies wiederum freut besonders Hildegard Stumm, die mit ihrer Tochter im vergangenen Jahr die afrikanische Station aufsuchte (wir berichteten ausführlich).

Quelle: op-online.de

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