Für die Jugendarbeit eine Zwei

Aus der Sicht von Präsident Axel Wandinger liegt hinter der FSV

Münster - Zwar standen bei der Jahreshauptversammlung der FSV Münster kürzlich keine Wahlen an, zu bereden und resümieren gab es dennoch einiges: Aus sportlicher sowie infrastruktureller Sicht war das vergangene Geschäftsjahr der Freien ein bewegtes.

Unser Mitarbeiter Jens Dörr sprach über den Status quo mit Axel Wandinger (34), Präsident der Freien Sportvereinigung.

Herr Wandinger, welche waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Ereignisse bei der FSV in den vergangenen zwölf Monaten?

Zum einen haben wir unsere Photovoltaikanlage sowie unsere neuen Flutlichtmasten in Betrieb genommen. Zum anderen fanden unsere Vereinsveranstaltungen wie der Silvesterball, die Fastnachtssitzung oder unser Weinfest regen Zuspruch. Das hat uns motiviert, auch in diesem Jahr wieder zuzupacken.

Welche Abteilung hat Ihnen in den vergangenen zwölf Monaten besonders viel Freude bereitet?

Das ist eine schwierige Entscheidung. Bei den Ringern hat mir der stetige Zuwachs der Jugendlichen sehr viel Freude bereitet und die Tatsache, dass wir immer mehr Eigengewächse in der Oberliga-Mannschaft einsetzen können. Bei den Fußballern freut mich der endlich geschaffte Aufstieg der ersten Mannschaft in die A-Klasse sowie die zahlreichen Erfolge der Jugendmannschaften.

Wie wichtig war der Aufstieg der Fußballer für den Gesamtverein? Kann man schon davon sprechen, dass der Mädchenfußball bei der FSV den Jungs (in JSG mit Altheim) nach und nach den Rang abläuft?

Auch wenn für mich die Jugend Priorität hat, ist eine erfolgreiche erste Mannschaft von großer Bedeutung. Die älteren Jugendlichen fangen an, sich an ihr zu orientieren. Spielt diese in einer niedrigen Klasse, suchen gerade bessere Spieler höherklassige Vereine auf und fehlen uns so in der Jugend oder bei den Aktiven. Darüber hinaus war der Aufstieg natürlich auch für die Außenwirkung des Gesamtvereins wichtig. Beim Mädchenfußball sind wir in unserer Region ein Aushängeschild. Es ist erstaunlich, wie sich dieser Zweig der Abteilung Fußball entwickelt und an Eigendynamik gewinnt. Hier bestätigt sich mal wieder ein Sprichwort: Nichts macht erfolgreicher als Erfolg.

Wie sehen Sie die Ringer für die im August beginnende Runde aufgestellt?

Im Grunde genommen haben wir eine gute Oberliga-Mannschaft am Start. Allerdings bin ich in den letzten Jahren vorsichtig mit Prognosen geworden, denn wir wurden ständig vom Verletzungspech verfolgt. Hier muss man abwarten, wie es zu Beginn der Saison aussieht. Erfreulich ist vor allem, dass wir wieder eine junge Mannschaft haben. Und wir freuen uns insbesondere auf das Derby gegen den ASV Dieburg.

Im Vereinsleben ist nie alles nur eitel Sonnenschein. Was erschwert dem Vorstand der FSV die tägliche Arbeit?

Wie wahrscheinlich bei der Vielzahl der Vereine kann man nicht alles angehen, was man eigentlich realisieren müsste. Hier fehlt es einerseits an zusätzlichen willigen Helfern und andererseits an finanziellen Mitteln. Da muss man auch unbequeme Entscheidungen treffen, die durchaus bei dem ein oder anderen auf Unverständnis stoßen.

Wie ist der Verein finanziell aufgestellt? Welche größeren Investitionen stehen an?

Ein Verein hat wohl nie ausreichend finanzielle Mittel - da ist die FSV Münster keine Ausnahme. Wie bereits erwähnt, waren die Photovoltaikanlage und die Flutlichtmasten die größten im letzten Jahr getätigten Investitionen. Für dieses Jahr steht die Sanierung unseres Hallendachs an. Weitere Investitionen sind leider nicht möglich.

Welche Veranstaltungen waren in den vergangenen zwölf Monaten Höhepunkte des Vereinslebens?

Unsere Fastnachtssitzung gehört zu den Highlights des Vereinslebens und genießt eine lange Tradition. Eine besondere Stellung nimmt natürlich auch der Silvesterball ein, den unser Verein nun zum 31. Mal durchführte. Auch unser Weinfest, das wir anstelle einer Weihnachtsfeier anbieten, findet immer mehr Anklang. Dies trifft auch auf die Après-Ski-Party zwischen den Jahren zu.

Wenn Sie für die Zukunftsfähigkeit des Vereins zum jetzigen Zeitpunkt eine Schulnote von Eins bis Sechs ausstellen müssten: Welche würden Sie der FSV geben?

Eine schwierige Frage, die ich differenziert betrachten würde. Rückblickend betrachtet haben wir sowohl bei den Ringern als auch bei den Fußballern in den letzten Jahren unheimlich bei der Jugendarbeit aufgeholt und ich bin zuversichtlich, dass das auch so weitergeht. Da die Zukunftsfähigkeit eines Vereins maßgeblich von dessen Jugend beeinflusst wird, würde ich uns hier eine Zwei geben. Auf der anderen Seite muss ich feststellen, dass die gesamte Vereinsarbeit auf viel zu wenigen Schultern ruht. Das ist eine tickende Bombe, die zwingend entschärft werden muss. Hier würde ich uns – mit einem Blick durch die Vereinsbrille – noch eine Gnaden-Drei geben.

Quelle: op-online.de

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