Im Kleinen Schwarzen aufs Konzert

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Lächeln in Schwarz fürs Werbefoto: Das Jugendorchester im Musikverein Münster hat sich in Schale geworfen.

Münster - Es sollte ein schwarzer Tag werden für das Jugendorchester im Musikverein 1914 Münster, allerdings kein rabenschwarzer. Eher ein erwartungsfreudiger Tag im Kleinen Schwarzen für die Musikerinnen und in edlen Black Denim-Jeans bei den Jungs. Von Thomas Meier

Zur jüngsten Probe kam der überwiegende Teil des 60-köpfigen Ensembles in „schwarz-schwarzem“ Dress in die Kulturhalle Münster, denn es sollte ein aktuelles Gruppenfoto gemacht werden. Aus speziellem Anlass: Das aussagekräftige Bild wird an den Europapark in Rust geschickt, in dem das Jugendorchester im Herbst ein Platzkonzert geben wird. Außerdem strebt man noch weitere, zusätzliche Auftritte im Jahresablauf an. Beste Eigenwerbung ist also Verpflichtung.

Dabei braucht das Orchester im 33. Jahr seines Bestehens eigentlich keine Werbung in eigener Sache, denn in kaum einem Musikverein weit und breit klappt es mit der Nachwuchsarbeit so gut wie im 1914 gegründeten Musikverein. „Zwar waren bei uns mal bis zu 100 Mitglieder“, wissen die Jugendleiter Alexander Spieß, Martina Mathy und Anna-Maria Larem zu berichten. Doch sind auch konstant 60 Nachwuchsmusiker (in wechselnder Besetzung) eine Herausforderung an Logistik und Finanzen eines Vereins, wie Alena Bell, zuständig für Pressearbeit im Jugendorchester, ergänzt.

Weg ins Große Orchester ist vorgezeichnet

Die vier sind bereits seit Jahren dabei, kamen über Flötengruppe und Vororchester in die große Jugendabteilung hinein. Für Kinder ab acht Jahre ist das Vororchester als Nachwuchskader gedacht. Zuvor bereits steht die Flötengruppe parat, interessierten Kindern eine Vereinsheimat zu bieten. „Münster ist ein prima Pflaster für solche wie uns, da wird bereits in den Grundschulen, also Kennedy- oder Regenbogenschule, der Weg geebnet, den dann die auf der Aue als Schule mit Schwerpunkt Musik bestens weiter beschreitet“, sagt Martina Mathy. Und auch nach dem Jugendorchester ist im Verein noch lang nicht Schluss: „Vom Jugendorchester ist der Weg ins Große Orchester vorgezeichnet“, ergänzt Anna-Maria Larem. Doch Alexander Spieß weiß: „In den Augen der meisten unserer Mitglieder ist das Jugendorchester attraktiver als das Große.“ So lässt sich auch erklären, dass die Altersspanne von acht bis 42 Jahren im Jugendorchester reicht. Wobei die hohe Zahl freilich eine „absolute Ausnahme“ sei, wie die Jugendleiter versichern.

Bei der Jugend tummeln sich derzeit mehr Damen als Herren, vor allem die Flöten und Klarinetten sind von Mädchen dominiert. Ein Mann spielt bei den Querflöten mit, „Und auf den sind wir ganz stolz“, schmunzelt Martina Mathy. Die Hörner sind (überwiegend männlich) gut besetzt, einen Mangel verzeichnet der Verein beim Tiefen Blech. Stolz sind die Musiker auf Fagott und Oboe, und auch das Schlagzeug ist prima vertreten.

Konzerte im Freizeitpark

Die Jugendlichen kommen gern in ihr Jugendorchester, ziehen nicht nur bei den Proben freitags von 17.30 bis 19.30 Uhr mit, was nicht zuletzt am beliebten Dirigenten Matthias Jäger liegt. Der Nieder-Rodener studierte an der Akademie für Tonkunst Darmstadt und ist seit 2001 musikalischer Chef der jungen Truppe.

Auch für außerordentliche Vereinsaktivitäten sind die Mitglieder schnell zu begeistern. So freilich für den Auftritt in Rust, für den jetzt das Foto gemacht werden musste. „Schon vor zwei Jahren hörten wir von der Möglichkeit, im Freizeitpark konzertieren zu können,“ sagt Alena Bell. Andere Orchester schwärmten davon. „Zwar gibt es dort kein Geld für den Auftritt, aber freien Eintritt für bis zu 50 Orchestermitglieder“, verdeutlicht Alexander Spieß, warum sich alle für solch ein Ereignis gern mal in die „schwarze Schale“ schmeißen. Am Freitag, 26. September, steigt die Fete. Doch auch sonst sind die Jugendleiter derzeit bemüht, weitere Auftritte außerhalb des Vereinslebens zu akquirieren. Damit lässt sich nicht nur die Vereinskasse ein wenig aufpäppeln, sondern die öffentlichen Auftritte geben auch Motivation, die Chorliteratur im Ensemble zu verinnerlichen.

So spielte das Orchester jetzt am Mittwoch eineinhalb Stunden zur Gesellenbriefverleihung bei der Kfz-Innung Odenwald-Dieburg in Höchst. Beim Fastnachtsumzug in Dieburg wird das Orchester seit Jahren gebucht, beim Benefiz-Konzert des heimischen Lions-Club spielten es in Dieburgs Stadtkirche und, und, und...

„Im vergangenen Jahr hatten wir bei 52 Proben zwölf Auftritte. Letzteres lässt sich steigern“, sagen die Jugendleiter. Sie wissen ihre Mannschaft dabei hinter sich.

Quelle: op-online.de

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