Jung und Alt frönen der Freizeit

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Marga Krimm freut sich über die nette Unterstützung beim Basteln. Die Schülerinnen der Landrat-Gruber-Schule leisten Gesellschaft.

Münster ‐ „Erst wird einmal in Ruhe Kaffee getrunken“, läutet Heimleitung Ina Herda-Götze den Nachmittag ein, der ein ganz besonderer in der Münsterer Seniorenwohnanlage werden soll. Denn an diesem Tag stehen Spiele und Bastelangebote auf dem Programm. Von Jasmin Frank

Dabei bleiben die Bewohner diesmal aber nicht wie sonst unter sich, sondern bekommen besuch von elf Jugendlichen. „Wir sind von der Landrat-Gruber-Schule in Münster und machen dort unsere Ausbildung zur Sozialassistentin“, erzählt Susanne Brühl, die eigentlich Erzieherin werden will und dann ja nicht mit alten, sondern mit jungen Menschen zu tun haben wird.

Lehrerin Martina Mohr erläutert den Sinn der Sache: „Wir haben im Anthropologieunterricht gerade das Thema ,alte Menschen‘ durchgenommen. Die meisten haben ja heute kaum noch Kontakt zu Senioren, deshalb wollte ich die Theorie mal praktisch unterfüttern und einen Besuch in einem Altenwohnheim einbauen.“ Damit stieß sie bei Ina Herda-Götze auf offene Ohren, die aber noch eine Überraschung in petto hatte. Denn Brettspiele und Bastelaktivitäten sind lange nicht alles, was die rüstigen Rentner in Münster so machen: Sie spielen unheimlich gerne Wii. „Die Spielkonsole ist ideal für unsere Zielgruppe. Mit ihr werden Beweglichkeit ebenso geschult wie die Konzentration.“

An diesem Nachmittag ist es also nicht so, dass die Jugendlichen den Alten erklären, wie so ein Gerät überhaupt funktioniert. Im Gegenteil: Die Sachlage stellt sich genau andersherum dar. „Ich spiele eigentlich nie am Computer oder so. Lieber treffe ich mich mit Freunden oder spanne aus“, erzählt die 18-jährige Susanne Brühl, die gemeinsam mit zwei Klassenkameradinnen die Senioren beim Spielen anfeuert. „Ich finde es toll, dass es hier die Möglichkeit gibt, so fit zu bleiben und noch so viel Spaß zu haben“, sagt Brühl. Dem stimmen nicht nur die Bewohner zu, sondern auch die Heimleiterin: „Ich kannte das schon von einer anderen Einrichtung, dort war die Spielkonsole auch ein Volltreffer. Manche Seniorenanlagen haben natürlich auch Fitnessräume, aber so geht es auch. An sich machen immer viele von uns mit, aber heute haben sich doch einige zurückgehalten. Sie hatten die Sorge, dass sie nicht alles richtig machen würden, wenn so viele junge Leute kommen.“

Einen Tisch weiter sitzen drei Schülerinnen bei Marga Krimm, die es eher traditionell mag und sagt: „Ich bastle lieber. Das macht mir mehr Spaß und zusammen mit den jungen Leuten ist es sehr schön.“ Nebenan werden noch die letzten Kaffeetassen geleert, dann geht es an eine Partie „Mensch-ärgere-dich-nicht“. An diesem ungewöhnlichen Nachmittag ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Quelle: op-online.de

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