Junge Frauen ganz unter sich

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Im Münsterer Jugendzentrum wird es künftig einen reinen Mädchentreff geben.

Münster (jas) ‐ Das Münsterer Jugendzentrum ist regelmäßiger Treffpunkt von knapp 40 Kindern und Jugendlichen. Das ist eine erfreuliche Zahl, die aber einen Haken hat: Es handelt sich fast nur um Jungs.

„Nur wenige Mädchen getrauen sich, die Einrichtung zu besuchen, denn gerade weibliche Jugendliche müssen häufig eine Hemmschwelle überwinden, wenn es darum geht, Angebote zu nutzen, in denen Jungen die Mehrzahl bilden“, sagt Carina Fleckenstein von der Gemeindeverwaltung.

Das soll sich jetzt ändern, denn ab Mittwoch, 16. März, bietet das JUZ künftig immer mittwochs von 15 Uhr bis 17 Uhr einen reinen Mädchentreff an. „Nicht nur das Programm ist speziell auf die Interessen von Mädchen abgestimmt, sondern auch die Betreuer sind an diesem Nachmittag alle weiblich“, erläutert Carina Fleckenstein das Vorhaben.

Die für den Mädchentreff zuständige Fachkraft ist selbst im Arbeitskreis des Landkreises „parteiliche Mädchenarbeit“ engagiert, der jedoch nichts mit Parteiarbeit zu tun hat, sondern den Heranwachsenden zur Seite stehen und für sie Partei ergreifen will. „Das Ziel ist, das Mädchen jeder Herkunft zu eigenverantwortliche Frauen heranwachsen können. Sie sollen sich ihren Lebensweg nicht von außen vorgeben lassen, sondern ihn selbst gestalten“, so Fleckenstein.

Zudem richtet sich der Arbeitskreis gegen Diskriminierung und Unterdrückung von jungen Frauen. Deshalb war auch die Idee aufgekommen, den Mädchentreff ins Leben zu rufen – denn zunächst gilt es, Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen zu bekommen. Erst dann ist es möglich, die Mädchen zu fördern und ihnen mit Rat und Tat beiseite zu stehen. „Wir denken dabei an ganz verschiedene Angebote, wollen Fachfrauen einladen die Vorträge halten und Raum für Diskussionen lassen. Aber wir werden nicht mit dem erhobenen Zeigefinder dastehen, die Kinder sollen Spaß haben, wir werden also auch kreative Angebote vorschlagen, aber auch einfach nur lockere Treffen möglich machen“, erzählt die Sozialpädagogin, die hofft, Kinder aller Kulturen ins JUZ locken zu können.

Derzeit sind vor allem diejenigen Mädchen, die das Zentrum bislang besuchen, aktiv mit in die Vorbereitungen eingebunden, sie haben nicht nur zahlreiche Ideen, sondern verteilen auch Flyer und laden ihre Geschlechtsgenossinnen ins JUZ ein. Natürlich gibt es auch eine Auftaktveranstaltung: Am Samstag, 12. März, von 15 bis 18 Uhr, können Mädchen und junge Frauen im Alter von 13 bis 18 Jahren ihre Lieblingsmusik hören, Singstar spielen, Fruchtcocktails probieren und einfach die Räumlichkeiten mit Billardtischen, Kicker und Dartscheiben inspizieren. Eben die gemeinsame Zeit genießen – ganz ohne Jungs.

Natürlich sind auch die Mütter eingeladen, mit ihren Töchtern gemeinsam zu kommen und sich einen Überblick über das Projekt zu verschaffen.

Quelle: op-online.de

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