Juror trifft stimmlich ins Schwarze

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Der GV Germania überzeugte mit seiner Stückauswahl und bekam viel Lob. 

Münster - Wer gerne singt, der war am Sonntag in der Kulturhalle richtig, denn dort gaben sich 23 Chöre ein Stelldichein. Von Jasmin Frank

Eingeladen hatten der Sängerkreis Darmstadt Land und der Kreischorverband Dieburg, dessen Vorsitzender, der Messeler Bürgermeister Andreas Larem, das Prozedere erläuterte: „Hier geht es nicht um Wettbewerb, Noten oder Preise, sondern um die Chöre und ihre Dirigenten. Sie proben das ganze Jahr über und da ist es hilfreich für sie zu sehen, wo sie stehen. Deshalb haben wir auch den neutralen Juror Hans-Joachim Karl eingeladen, der den Sängern mit Rat und Tat beiseite steht.“

Karl, der selbst mehrere Chöre leitet, kann auf eine qualifizierte Ausbildung und zahlreiche Auszeichnungen verweisen, die ihn als kritischen Fachmann ausweisen. Deshalb freuten sich auch alle anwesenden Chöre über sein Urteil.

Der Münsterer Arbeitergesangsverein „Eintracht“ bekam bestätigt, dass seine kleinen Showeinlagen zum Lied „The Lion sleeps tonight“ beim Publikum gut ankamen und bei solchen lebhaften Stücken durchaus sinnvoll sind. „So haben wir nicht nur etwas für die Ohren, sondern auch für die Augen geboten bekommen“, lobte Karl.

„Jetzt ist es viel besser“

Weniger gut fand der Juror die Aufstellung der Sänger, die er rasch abänderte und dann ausprobieren ließ. Die erste Strophe wurde noch einmal gesungen und prompt war aus dem Auditorium zu vernehmen: „Jetzt ist es viel besser.“

Prinzipiell freuen sich sowohl die Chormitglieder als auch ihre Dirigenten über die Anregungen des Fachmanns. So meinten die Sänger des Eppertshäuser Gesangvereins Germania unisono: „Wir setzen uns ja immer wieder Ziele und wollen auf einem hohen Niveau singen. Da ist es gut zu hören, wo noch gefeilt werden kann. Ebenso wichtig ist es zu erfahren, was schon sitzt, denn jeder Chor hat seine Stärken und Schwächen.“

Doch besonders ihr Ensemble Musica, bei der eine kleine Auswahl der Sänger gesondert auftritt, hatte keine negative Resonanz zu befürchten. „Das klang super, ich kann nur sagen – sehr gut!“, lobte Karl den kleinen Chor von Dirigent Hans-Dieter Müller.

Vom Gospel über das Volkslied bis hin zu Klassikern

Da aus dem gesamten Umkreis Chöre angereist waren, konnten vom frühen Morgen bis in den Nachmittag hinein die verschiedensten Lieder gehört werden - vom Gospel über das Volkslied bis hin zu Klassikern. Auch der Liederkranz-Frohsinn aus Eppertshausen stellte sein Können unter Beweis, zudem präsentierte sich gekonnt der Männergesangverein 1845 aus Münster. Auch mit deren Leistung war der Juror sehr zufrieden, dem MGV gab er nur mit, bei ihrem dreistimmigen Lied „Der Wanderer“ mehr auf den Grundton zu achten, ansonsten merke man, dass viel Stimmbildung betrieben wird.

„Man spürt gleich, dass sich Karl gut auskennt, er hat ins Schwarze getroffen. Leider war unser zweiter Bass heute nicht so gut besetzt wie er sollte, denn so konnten wir eben den Grundton nicht so stark halten wie sonst. Auch die Anmerkung zur Stimmbildung ist richtig, denn wir üben sehr viel von Vokaltraining bis zur Atemübung“, gab Dirigent Gerd Zellmann dem Kritiker recht.

Ein abwechslungsreicher, fruchtbarer musikalischer Tag also, der vom MGV Münster ausgerichtet worden war und der nicht nur den Sängern, sondern auch dem Publikum viel Freude machte.

Quelle: op-online.de

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