Raus aus der Tabuzone

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Sie geben der häuslichen Gewalt eine rote Karte (von links): Ursula Pavez-Sandoval vom Verein „Frauen helfen Frauen“, Guido Keßler, Leiter der Brunnen-Apotheke, Landrat Klaus Peter Schellhaas und Monika Abendschein, Leiterin der Abteilung für Chancengleichheit des Landkreises.

Münster/Dieburg - „Es geht quer durch alle sozialen Schichten. “ Mit jenen Worten betonte Monika Abendschein, dass häusliche Gewalt gegen Frauen ein Thema ist, das überall stattfinden kann.

Die Leiterin der Abteilung für Chancengleicheit des Landkreises Darmstadt-Dieburg war zusammen mit Landrat Klaus Peter Schellhaas und Ursula Pavez-Sandoval vom „Verein Frauen helfen Frauen“ in der Brunnen-Apotheke zu Gast, um auf die Kampagne „Rote Karte gegen häusliche Gewalt“ aufmerksam zu machen. Diese basiert auf einer Zusammenarbeit des hessischen Frauenbüros, des hessischen Sozialministeriums und des hessischen Apothekerverbands. Ziel der Aktion ist es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und über regionale Hilfsangebote zu informieren.

Die „Rote Karte“ liegt seit dem 15. November in zahlreichen hessischen Apotheken aus. Darauf finden Betroffene neben ersten Ratschlägen die seit März geschaltete Telefonnummer s 08000116016, unter der geschulte Gesprächspartner anonym beraten. Eine Weitervermittlung an regionale Einrichtung ist überdies möglich. „Es ist uns ein tägliches Anliegen, den Menschen zu helfen“, sagte Guido Keßler, Leiter der Brunnen-Apotheke, und begründete damit seine Motivation, an der Kampagne mitzuwirken. Dass die „Roten Karten“ nun in der Apotheke ausliegen, sei aber keine Selbstverständlichkeit, betonte Landrat Klaus Peter Schellhaas. Denn: Häusliche Gewalt sei ein sehr tabuisiertes Thema.

Die Dunkelziffer der – physischer und oder psychischer stattfindenden – Gewalt dürfte dementsprechend hoch liegen. Aktenkundig bei der hessischen Polizei wurden im vergangenen Jahr insgesamt 7624 Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg waren es 237. Schellhaas verwies überdies auf das „Netzwerk Gewaltschutz“. Verschiedene Akteure wie etwa die Polizei, die Frauenhäuser und der Deutsche Kinderschutzbund, Bezirksverband Darmstadt, arbeiten in dem landkreisweiten Netzwerk zusammen. Auf diese Weise wird Opfern von häuslicher und sexualisierter Gewalt – dies sind in erster Linie Frauen, Kinder und Jugendliche – die jeweils optimale Hilfe geboten. Teil des Netzwerks ist auch der Verein „Frauen helfen Frauen“, der in Dieburg eine Beratungsstelle betreibt. Neben der „Roten Karte“ liegen in den beteiligten Apotheken im Landkreis auch Publikationen des „Netzwerks Gewaltschutz“ aus.

(tm)

Quelle: op-online.de

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