Karnevalverein Dieburg lädt Zuggruppen ein

Die Zuschauer mehr einbinden

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Der Karnevalverein Dieburg lädt die Zuggruppen erstmals seit vier Jahren wieder zur Diskussion ein. Viel zu besprechen hatten die Karnevalisten bei der Sitzung des Dieburger Karnevalvereins.

Dieburg - Der Karnevalverein Dieburg lädt die Zuggruppen erstmals seit vier Jahren wieder zur Diskussion ein. Von Jens Dörr 

Wenn der Karnevalverein Dieburg (KVD) ruft, dann folgen die Närrinnen und Narrhallesen in Scharen. Ob beim binnen weniger Stunden ausverkauften Oktoberfest, bei Neuem wie der „Äla-Meile“ am 15. November, für die sich schon jetzt ein guter Zuspruch von Gastronomie und verkleidetem Volk abzeichnet, oder bei den stets heiß begehrten Sitzungen im Januar und Februar, für die gerade eine achte Zusatzvorstellung am 16. Januar beschlossen wurde: Die Fastnachter von der Gersprenz ziehen mit. Das galt auch für eine Veranstaltung im Zeughaus, die eher ein Arbeitstreffen war: Erstmals seit vier Jahren tauschten sich KVD-Präsident Friedel Enders und Zugmarschall Rainer Hackenberg mit jenen Gruppen und insgesamt 150 Vertretern aus, die alljährlich an den beiden Dieburger Fastnachtsumzügen teilnehmen. Tenor: Vieles läuft rund, einiges kann besser werden. Und: Musik ist ein teures Gut.

Zunächst skizzierte Hackenberg, dass Kinderumzug am Sonntag vor Fastnacht und großer Umzug am Fastnachtsdienstag seit dem letzten Zuggruppen-Treffen 2010 seiner Ansicht nach „besser und flüssiger“ liefen. „Die Attraktivität unserer Umzüge bleibt gewahrt“, sagte Hackenberg. Dennoch gebe es einiges zu besprechen - „schließlich hat Dieburg einen Ruf zu verlieren“, meinte er auch mit Blick auf 80.000 Besucher in diesem Jahr. Nach dem Dank an Polizei, Ordnungskräfte, Feuerwehr, Ordnungsamt und Bauhof ging es ans Eingemachte.

Stärkere Vorbildfunktion gegenüber dem Nachwuchs

Mit Blick auf den Kinderumzug forderte Hackenberg eine stärkere Vorbildfunktion der Zugteilnehmer gegenüber dem Nachwuchs: „Wenn schon Alkohol getrunken wird, dann sollte das wenigstens verdeckt geschehen.“ Teilnehmer, die mit Bierflaschen in der Hand durch Dieburg liefen, seien beim Kinderumzug ungern gesehen. Eine Vertreterin der Boosedrescher ergänzte den Punkt mit ihrem Wunsch nach einem Verzicht auf Zigaretten beim Kinderumzug. Ein kategorisches Verbot sprach der Zugmarschall hier nicht aus, äußerte aber eine andere Vorgabe: „Erfreulich ist, dass beim Kinderumzug immer mehr Kinder- und Jugendgruppen mitgehen. Es stimmt aber nicht, dass die normalen Gruppen nicht teilnehmen dürfen. Sie sollten allerdings darauf achten, dass sie zumindest einige Kinder dabei haben.“ Den Dieburger Kinderumzug, der mit mehr als 50 Nummern und 1 500 Teilnehmern größer als so mancher „richtige“ Umzug in der Region ist, nutzen einige Gruppen dazu, um nochmals ihr Vorjahreskostüm auszuführen.

Beim großen Umzug stellt Hackenberg in wochenlanger Arbeit alljährlich bekanntlich 111 Nummern (rund 3 000 Teilnehmer) zusammen, unter denen 74 bis 76 klassische „Dibboijer“ Fastnachtsgruppen sind, obgleich in einigen sogar Mitglieder aus Nachbarorten in der Mehrheit sind. „Auch 2015 kriegen wir wieder 111 Nummern zusammen - es gibt sogar eine Warteliste“, sagte Hackenberg. Eine Gruppe feiere Premiere: die „Jäschermaster“. Hackenberg sprach zunächst das Thema „Begeisterung der Zugteilnehmer“ an („Einige sind fast nur mit sich selbst beschäftigt. Schöner ist es, wenn die Zuschauer eingebunden werden.“), ehe er sich dem Thema Sicherheit widmete: Unter anderem wies er darauf hin, dass pro Rad einer Zugmaschine und eines Wagens ein Ordner abzustellen sei und sich vor und nach dem Umzug möglichst niemand auf den Wagen befinden sollte. Vor zwei Jahren gab es auf dem Marktplatz nach dem Umzug beim Anfahren eines Wagens einen Unfall. Ein Vertreter der Wäkebb vermisste klare Regeln zu Höhe und Breite der Fahrzeuge, was zu Problemen an mancher Engstelle und in der Folge zu Staus und Lücken führe.

„Wir müssen hier auch an die Disziplin der Gruppen appellieren. Mehr können wir nicht tun“, sagte hierzu Friedel Enders. Der KVD-Präsident nannte - als sich die Diskussion ums Thema Livemusik und Beschallungsanlagen beim Umzug drehte - unterdessen eine spannende Zahl: Nicht nur für die am Umzug gespielte Musik zahlt der KVD einen stolzen Betrag an die GEMA, welche die Urheberrechte für Komponisten, Texter und Musikverlage und deren Beteiligung an öffentlichen Aufführen ihrer Werke durchsetzt, sondern auch für den musikalischen Part an den Fastnachtssitzungen: „Pro Sitzung fallen 600 Euro Kosten für die GEMA an.“ Auch im Jahr 2015 wird der Karnevalverein allein durch diesen Teil des närrischen Treibens in Dieburg wieder fast 5 000 Euro an die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ überweisen.

Quelle: op-online.de

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