Katja Czajkowski ist Influencer

Blog „Nähfrosch“ erreicht 50.000 Leser

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Katja Czajkowski ist Blogger und Influencer. Mit dem „Nähfrosch“ erreicht sie 50 000 Leser.

Münster - Seit knapp vier Jahren betreibt Katja Czajkowski den Online-Blog „Nähfrosch“. Dort berichtet die „Influencer“ übers Reisen, ihr Familienleben und das Nähen. Von Jens Dörr

„Passionierte Nähtante mit Diplom in Mathematik aus dem Rhein-Main-Gebiet, die gerne schreibt“: So stellt sich Katja Czajkowski den Lesern der Website „Nähfrosch“ vor. Dort bloggt die 32-Jährige aus Münster über ihre Familie, das Reisen und das Nähen. Was nach einem netten Hobby klingt und es zunächst auch war, hat sich inzwischen zum ziemlich professionellen Online-Angebot entwickelt. 50.000 Leser – zu 90 Prozent weiblich – lesen den „Nähfrosch“ regelmäßig. Nicht umsonst steht auf der Visitenkarte der zweifachen Mutter neben „Blogger“ auch „Influencer“.

So nennt man – zunehmend auch im allgemeinen Sprachgebrauch – Personen, die durch starke Präsenz und hohe Reichweite besonders auf Blogs und Social-Media-Kanälen einen gewissen Einfluss auf die öffentliche Meinung nehmen. Und damit auch einen Marktwert generieren, der sich etwa über Werbung zu Geld machen lässt. Wobei es da noch wesentlich mehr Einnahmequellen gibt als nur Firmenbanner. „Das funktioniert beispielsweise über Affiliate Links“, plaudert Czajkowski aus dem Nähkästchen. Affiliate-Systeme basieren auf Vermittlungsprovisionen. Kauft jemand etwa auf Amazon ein Nähbuch und ist zuvor durch einen Link von der „Nähfrosch“-Seite aus dorthin gelangt, verdient die Münstererin ein bisschen mit.

Dass sich derlei zu rentieren beginnt und der „Nähfrosch“ monatlich inzwischen 130.000 Aufrufe verzeichnet, ist freilich nicht vom Himmel gefallen. „Den Blog habe ich als eine Art Nähtagebuch gestartet, völlig ohne Konzept“, blickt Czajkowski lachend zurück. Vor vier Jahren, als ihr Mann Stefan und sie gerade Eltern von Töchterchen Sophia geworden waren, „hat mich eine Freundin mit in ein Stoffgeschäft geschleppt.“ Erstes Werk war eine kleine Mütze: „Die Kinder haben noch geschrien, wir hatten aber unseren Spaß. Als die Mütze fertig war, habe ich mir meine erste Nähmaschine gekauft.“ Heute arbeitet sie unter anderem an einer Singer Overlock, einer Janome Coverlock und einer Viking Husqvarna Topaz 30. Und hat längst viele Dutzend Schnittmuster, derzeit noch kostenlos zum Downloaden, zu diversen Kleidungsstücken in sämtlichen Baby- und Kindergrößen kreiert. „Die Kombination der Stoffe, Farben und Muster macht sie einzigartig“, meint Czajkowski.

Was als kreativer Erguss einer neuen Leidenschaft begann, begleitet die studierte Mathematikerin inzwischen mehrere Stunden täglich intensiv auf Plattformen wie Instagram, Facebook, Twitter und Pinterest. Längst schicken ihr Firmen von sich aus Stoffe zu, die sie vernähen soll. „Ab einer bestimmten Nutzerzahl bist du für so etwas interessant“, weiß der Münsterer „Nähfrosch“, der sich auch so nannte, „weil Nähente schon vergeben war“. Mancher Rock und manche Hose haben es längst in Kataloge geschafft. Wobei es hilfreich ist, dass Ehemann Stefan Czajkowski sein Geld als Hochzeitsfotograf verdient und die Kreationen seiner Frau gleich professionell ins optimale Licht zu rücken vermag.

Das Thema Nähen und seine hochklassige, kontinuierliche und immer geschickter vermarktete Aufmachung mit Texten, Fotos, Schnittmustern und Anleitungen bilden den Ausgangspunkt und das Zentrum des „Nähfrosch“-Erfolgs. Zur Beliebtheit des für die Leser kostenlosen Angebots trägt freilich auch dessen Authentizität bei. Deren Wahrung ist Katja Czajkowski besonders wichtig: „Die Leute lesen mich nur, wenn sie einerseits einen Mehrwert davon haben und andererseits das Gefühl, das ich mich nicht verstelle.“ Wenn sie Produkte teste, müssten diese inhaltlich zu den Blogthemen Nähen, Reisen und Familie passen. „Die Anfrage einer Spielbank habe ich zum Beispiel abgelehnt“, sagt sie. Hotels, Ausflugsangebote für Familien mit Kindern oder Nähutensilien hingegen hätten Sinn. „Auch wenn ich Dinge kostenlos zum Testen oder gar Geld dafür erhalte: Ich würde niemals irgendwas empfehlen, von dem ich nicht überzeugt bin. Die geschriebene Meinung ist immer auch tatsächlich meine.“ Zudem sei stets „ganz klar kenntlich gemacht, wenn ich an irgendeiner Stelle für etwas werbe“.

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Die persönliche Note des „Nähfrosch“-Blogs machen derweil die Berichte zum Reisen und allgemein zum Leben der vierköpfigen Münsterer Familie (zu der neben Stefan, Katja und Sophia seit 2016 auch Söhnchen Alexander gehört) aus. Was sich mitunter mit den Themen Mode und Urlaub kombinieren lässt. „Sind Familien-Outfits peinlich?“, fragt Katja Czajkowski in einem ihrer Beiträge etwa und zeigt sich dabei nebst Stefan und Sophia in gleich gestreiften Oberteilen. Fragen, die offenbar auch andere in ähnlicher Lebenssituation bewegen.

Dabei fotografiert Stefan Czajkowski die beiden Kinder stets so, dass sie online nie vollständig erkennbar sind. Was auch gilt, wenn seine Frau die Erfahrungen schildert, die eine junge Familie macht, wenn sie mit ihren ein- und vierjährigen Kids wie im vergangenen Herbst für acht Wochen nach Dubai, Singapur und Indonesien reist. Was schon für sich genommen wieder eine eigene Geschichte wert ist, die unsere Zeitung in einer der nächsten Ausgaben erzählen wird.

Quelle: op-online.de

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