Kein Personalwechsel bei Tierschützern

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Der neue Vorstand auf einen Blick – hinten, von links: Joachim Wenig, Thorsten Paris, Dieter Laudien, Herta Frank; vorne, von links: Carl-Heinz Kündiger, Beate Laudien und Martin Bettinghausen.

Münster - Die Wogen ums Münsterer Kreistierheim schienen sich zuletzt zu glätten – mal schauen, ob das nach der Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins so bleibt. Von Alexander Klug

Denn die hat die aus dem Kreisveterinäramt gescholtene Chefin Beate Laudien samt Führungsriege in ihren Ämtern bestätigt – Amtstierärztin Christa Wilczek hatte noch im Januar schriftlich die Ablösung Laudiens und der Tierheimleitung gefordert.

Die vier Wochen, in denen das passieren sollte, sind schon lange abgelaufen“, meint Heimleiterin und Vereinsvorsitzende Beate Laudien. Der Anwalt des Vereins habe damals den Brief aus Darmstadt geprüft und entsprechend beantwortet. „Seitdem habe ich nichts mehr aus dieser Richtung gehört“, sagt Laudien.

Die Wahlen hätten nun die bisherige Personal-Konstellation bestätigt. „Es war eine harmonische Sitzung, kurz und schmerzlos.“ Ohne personelle Veränderung sei der Vorstand bestätigt worden, erzählt sie.

Es habe außerdem keinen Anlass gegeben, an der Besetzung der Posten, auch ihres eigenen, etwas zu ändern. „Die Arbeit macht Spaß, die wollen wir auch weiterhin machen“, sagt Laudien. Ein weiterer Hintergrund sei eher pragmatischer Natur: Neben dem fehlenden Anlass hätten sich die personellen Alternativen in Grenzen gehalten, weiß die Heimchefin.

Vizevereinschef Bettinghausen gratuliert Margarethe Wolf für 45 Jahre Mitgliedschaft.

Ganz selbstverständlich sei das mit dem „Spaß“ jedoch nicht immer gewesen, ergänzt sie: Zwei Jahre und sieben Monate hat die Darmstädter Staatsanwaltschaft mit Unterlagen verbracht, die die Amtsärztin über aus Spanien nach Deutschland gebrachte Hunde eingereicht hat – sie hatte unter anderem Ungereimtheiten bei Import und Vermittlung moniert. Im Dezember wurden die Ermittlungen eingestellt (wir berichteten). „Dass es kein Verfahren gegeben hat, zeigt, dass die Staatsanwaltschaft keine stichhaltigen Beweise für die Unterstellungen gesehen hat“, meint Beate Laudien. Sie hofft, dass die Sache damit erledigt ist „und wir endlich wieder in Ruhe unsere Arbeit machen können“.

Da es sich um keine fachliche Angelegenheit handele, wolle sie zu der Bestätigung des von ihr kritisierten Vorstands nicht äußern, lässt Amtstierärztin Christa Wilczek über Kreispressesprecherin Jutta Janzen mitteilen. Es handele sich um vereinsinterne Vorgänge.

Skeptische Töne sind auch aus dem Münsterer Rathaus zu hören. „Ich hätte es besser gefunden, wenn die Posten Tierheimleitung und Vereinsvorsitz voneinander getrennt worden wären“, sagt Bürgermeister Walter Blank. Derzeit ist beides in einer Person vereint und der Tierheimleiter theoretisch Angestellter des Vereinsvorsitzenden. „Dass wir das gerne anders hätten, war dem Vorstand bekannt, es war aber am Ende Sache des Vereins“, sagt Blank. Der Vertrag der Gemeinde mit dem Kreistierheim ist bereits gekündigt, die Verhandlungen über eine Fortsetzung stehen noch aus.

Quelle: op-online.de

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