Keine Angst vor Wunderwerk

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Das Hornissen-Nest oberhalb des Wohnungsfensters.

Altheim - „Die fliegen Routen wie Flugzeuge.“ Seitdem Erika Wohletz aus Altheim ein Hornissen-Nest an ihrem Dachgiebel hat, betrachtet sie die großen Insekten mit ganz anderen Augen. „Die Hornissen haben ihre festen Flugwege. Deshalb habe ich keine Angst, wenn ich im Garten oder Hof bin“, betont die 76-jährige Rentnerin. Von Ellen Jöckel

Vor zwei Wochen habe sie ihr Freund, ein Imker aus Tschechien, auf das Nest aufmerksam gemacht. Vorher sei ihr der Hornissen-Bau noch gar nicht aufgefallen. Sorgen macht sich die Altheimerin keine. Das Nest befindet sich zwar oberhalb eines Fensters im Obergeschoss des Hauses. „Das Fenster wird aber so gut wie nie geöffnet, da es zu einer leerstehenden Wohnung gehört“, erklärt Erika Wohletz.

Den Nachbarn mit einer zweijährigen Tochter habe sie Bescheid gesagt. Auch sie würden die Situation entspannt hinnehmen. „Im Dezember ist der Spuk vorbei“, meint die Seniorin. Die Altheimerin hat Vergnügen am Beobachten gefunden. Das Nest sei in den 14 Tagen, seit sie darauf achte, erstaunlich gewachsen. Ganz fasziniert von dem Naturwunderwerk ist auch ihre Freundin Katharina Adena. Das Interesse ging sogar so weit, dass Adena kein Risiko scheute, um aus dem Fenster im Obergeschoss ein paar Fotos von dem Nest zu schießen.

Erika Wohletz (rechts) und Katharina Adena deuten auf das Hornissen-Nest, das immer weiter anwächst.

Dazu musste sich die sportliche 63-Jährige aus Münster weit aus dem Fenster lehnen. „Dabei musste ich auch noch aufpassen, dass mir nichts auf den Kopf fällt“, scherzt Adena. Tatsächlich lassen die Tiere ihren Kot einfach aus der Öffnung an der Unterseite ihres Baus fallen. Da ein großes Volk laut Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“etwa ein halbes Kilogramm Insekten pro Tag frisst, kann da schon eine ganze Menge zusammenkommen.
Wer ein Hornissen-Nest direkt am Eigenheim nicht so gelassen wie die beiden Naturliebhaberinnen hinnimmt, kann sich an die Gemeindeverwaltung Münster unter Tel: 06071 3002131 wenden. Denn auf eigene Faust darf die Behausung des geflügelten Insekts nicht entfernt werden. Zum einen weil es nicht ungefährlich ist, denn die bis zu 25 Millimeter langen Tiere verteidigen ihr Nest in einem Radius zwischen zwei und sechs Metern. Ein Stich ist zwar nicht gefährlicher als ein Wespen- oder Bienenstich, kann aber schmerzhafter sein.

Zum anderen ist die Hornisse eine gefährdete Art und steht unter Naturschutz. Geschulte Personen können ein Volk umsiedeln. Dies bedarf aber einer Ausnahmegenehmigung.

Quelle: op-online.de

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