Eher weltliche Kirchweih

Kerb: Captain Deckel dreht die Siren’

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Auch wenn es 2013 „nur“ sechs aktuelle Kerbborschen sind: in Münster hat man Spaß an Kerb.

Münster - Auch bei „nur“ sechs Kerbborschen ist die Stimmung zur eher weltlichen Kirchweih in Münster bestens. Von Peter Back

Captain Deckel, Dr. Bizeps, Würflozist, Little Hadschi, Schwarzer Peter und Bembelboy – So heißen die neuen Kerbborschen der Doaschde. Die sechs Männer des Jahrgangs 1994 und 1995 wurden während der Kerbparty, die am Samstag Abend zahlreiche Besucher ins Festzelt am Dalles lockte, von Dieter „Hop-Hop“ Schneider, dem Vorsitzenden des Kerbvereins, inthronisiert. In seiner Ansprache bedankte sich der Macher und Initiator der siebten Minsderer Zeltkerb bei den Eltern und Helfern und stellte eine weitere wichtige Teilnehmerin vor, ohne die die Sause undenkbar wäre: die Kerbpuppe, die dieses Jahr auf den Namen Pleskawischka hört.

Angeführt von den Klängen der Hinnergassebuwe zog der mitgliederstarke Jahrgang 2012 in das Festzelt, um die Kerb samt ihrer Insignien an den aktuellen Jahrgang zu übergeben. Kerbvadder Timo Kreher alias Little Hadschi erhielt den Schlissel, also den Schlüssel von Münster, von seinem Vorgänger, während Watz Justin Tetzlaff alias Captain Deckel die Siren als zweites Kerbsymbol entgegennahm. Aus Leibeskräften drehte er sogleich die Kurbel der Luftschutzsirene, deren Typenschild das Herstellungsjahr 1943 ausweist, um einen schrillen, ohrenbetäubenden Lärm zu erzeugen. Damit war klargestellt: Die Kerb gehört ab sofort dem Kerbborschenjahrgang 2013, der sich mit einer blau-weißen Schärpe schmückt und deren Aktive sich mit bürgerlichem Namen Justin Tetzlaff, Johannes Willenberger, Daniel Römer, Timo Kreher, Tobias Griebel und Stefan Koracevich nennen.

1980 eine Gruppe von 32 Kerbborschen

Kerb-Watz Captain Deckel (Justin Tetzlaff) darf am „Zepter der Kirchweih“, der Siren’, drehn.

„Wir waren 1980 eine Gruppe von 32 Kerbborschen“, erinnert sich Dieter Schneider an seine Regentenzeit und sucht nach Antworten für die geringe Beteiligung in diesem Jahr. Möglicherweise gebe es innerhalb des Jahrgangs Unstimmigkeiten, vielleicht seien aber auch für manche die Belastungen durch die Schule zu hoch, vermutet Schneider. „Seit dem Wiederaufleben der Kerbborschen-Tradition 2006 waren fast immer rund 20 Kerbborschen dabei“, ist er sich sicher, dass im kommenden Jahr wieder mehr Jugendliche die Tradition mit Leben füllen werden. „In den 80er Jahren fand die Kerb überwiegend in Gaststätten und der Kerbtanz in einem Saal statt“, informiert Schneider, dem man die Liebe zur Kerb in jedem seiner Sätze anmerkt.

Kontrabass, Blockflöte und Alphorn waren nur einige der außergewöhnlichen Instrumente, mit denen die Band Frankenräuber aus Schweinfurt für beste Kerbstimmung bis in den frühen Morgen sorgte. Dabei reichte das Repertoire der Band, die mit dem Fachmedienpreis „Beste Party- und Stimmungsband 2013“ ausgezeichnet wurde, von volkstümlicher Musik über Schlager und Partysound bis hin zu Rock.

Bilder von der Kerb in Münster

Kerb in Münster

Eröffnet wurde die viertägige Kerb, zu deren einzigartigem Flair auch zahlreiche Fahrgeschäfte und Buden beitragen, am Freitag Abend mit der traditionellen Kerbolympiade, bei der die Doaschdemädels 2010 und die Kerbborsche 2013, die sich den zweiten Platz teilten, den Jungs von „Filmriss 07“ den Vortritt lassen mussten. DJ Joyce sorgte mit Musik von AC/DC bis ZZ Top für zusätzliche Stimmung.

Fortgesetzt wird die Minsderer Kerb heute um 10.30 Uhr im Festzelt am Dalles neben dem Storchenschulhaus mit der Seniorenkerb. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Walter Blank wird der Kerbspruch vom Sonntag ein zweites Mal verlesen, ehe der Frühschoppen mit typisch hessischen Gerichten wie Haspel, Rippchen und Wellfleisch mit Kraut startet. Musikalisch wird der Vormittag mit den „Zwoa Spitzbuben“ umrahmt. Um 17 Uhr startet die After-Work-Party mit DJ Doppelmerz, ehe die siebte Minsderer Kerb am Dienstag, 20 Uhr, mit der „Bobbe“-Verbrennung auf dem Abtenauer Platz bei der Feuerwehr ihrem Ende entgegengeht.

Quelle: op-online.de

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