Kerb in Münster

Frenetischer Empfang für „Borsche“

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Es zog viel frenetisch mitgehendes Publikum ins Festzelt am Storchenschulhaus

Münster - Mit einem vielbejubelten Rockkonzert mit der Gruppe Pfund nahm die eher weltlich ausgerichtete Kerb am Freitagabend ihren Anfang, steigerte sich fulminant mit der Proklamation der 13 aktuellen Kerbborschen am Samstagabend, wurde zum Hingucker beim gestrigen Umzug am Nachmittag und hört heute lange noch nicht auf. Von Thomas Meier 

Der Kerbverein rund um Vorsitzenden Dieter Schneider hat sich wieder mords ins Zeug gelegt, eine zünftige Kirchweih im und ums Festzelt am Storchenschulhaus auf die Beine zu stellen. 26 Beine gehören dabei den Hauptakteuren, den Kerbborschen 2018, die am Samstagabend im prall gefüllten Festzelt von Stefan Hebeling einzeln und als Gruppe vorgestellt wurden. Nicht zuletzt durch seine „intimen“ Kentnisse um die Burschen und um Münsters Honoratioren geriet die Proklamation zum vielbelachten und beklatschten Spektakel. Dabei schrieen sich nicht nur ganz junge Mädchen die Seele aus dem Leib, viele Mütter und Tanten waren unter den Zuschauern, die frenetisch mitgingen.

Unter den Besuchern weilten auch Bürgermeister Gerald Frank und zahlreiche Abgeordnete aus der Gemeindevertretung. Sie staunten nicht schlecht, was am letzten großen Fest der Bürger in Münster so abgeht. Altstadt- und Doaschdefest gibt es ja seit langem nicht mehr.

Die Kerbparty angeheizt hatte bereits DJ Wicked-Wilz, und so hatte es Hinnergassebub Hebeling leicht, schon bei der Vorstellung des ersten von 13 Kerbborsche das Zelt zum Brodeln zu bringen. Durch eine Gasse lief Pascal Galoppo, genannt auch „Nichtkommer“, seines Zeichens Industriemechaniker und stellvertretender Bobbe-Träger, ins Kerbzentrum ein. Es folgten Simon Henne („Halbes Hähnchen“, Schüler), Mario Terwart (Fachkraft Lagerlogistik), Sascha Christmann („Schneewittchen“, FSJler), René Koch („Chefkoch“, Elektroniker), Leon Hoppe („Lord“, Hotelfachmann), Oliver Bader (Pharmakant), Jannis Göbel (Bundesfreiwilligendienst) und Marlin Klumpp („Würfelbecher“, Tierarzthelfer).

Bilder: Kerb in Münster

Dann folgten die Titelträger: Als erster tanzte Tobbe Schoeltzke („Bembel Bu“, Zweiradmechatroniker) als Puppenträger ins Zelt hinein, dicht gefolgt von Nils Roßkopf („Nullinger“, Praktikant) als Fahnenschwenker. Den Watz gibt Ruben Steinmetz („Red Devil“, Bundesfreiwilligendienst). Und mit Zylinder ins Spalier schritt mit Geriffeltem in der Hand Nils Witzel, bekannt als „Dickkopp“ und im profanen Leben Azubi als Verfahrensmechaniker. Er ist die Hauptperson: der Kerbvadder.

War das ein Geheul und Geschrei, als die neuen auf die bereits zuvor in Aufstellung gegangenen alten Kerbborschen aus 2017 trafen. Das Zelt brodelte und lärmte, dass es kaum zu Aushalten war. Und etwas ruhiger wurden es dann schlagartig nur, weil der Träger der Sirene aus dem vergangenen Jahr das illustre Kerbinstrument für Sekunden seiner Kurbel beraubt hatte. Kaum wieder festgezogen, schrillte das Ding wieder höllisch weiter.

Münster feiert Doppeljubiläum auf der Kerb: Bilder

Alles jubelte nun „Beate“ zu, so der Name der neuen Kerbbobbe. Und dem Ereignis, als alte den neuen Akteuren die Insignien übergaben. „Schlissel un Siren“ gingen in Besitz amtierender Kerbborschen über, die Fete bis lange nach Mitternacht weiter. Doch alle waren gestern wieder fit, als der Umzug startete.

Quelle: op-online.de

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