Kerbvadder entlarvt Schwarzfahrer

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TSV-Chef Thomas Haus wurde als Kerbvadder in der Kutsche zum Kerbgeschehen chauffiert. Ihm folgte ein bunter Umzugsreigen.

Altheim - Ob in Kutschen, auf Traktorenanhängern oder zu Fuß – die gesamte Vereinskultur, die Altheim aufzubieten hat, präsentierte sich am Sonntagmittag beim Kerbumzug. Von Ellen Jöckel

Vorneweg in einer Kutsche der Familie Lorenz wurde Kerbvadder Thomas Haus gebührend chauffiert, der dieses Ehrenamt als erster Vorsitzender stellvertretend für den gesamten Turn- und Sportverein Altheim (TSV) übernommen hatte.  Der TSV ist mit 550 Mitgliedern der größte ortsansässige Verein und hatte in dieser Saison die Aufgabe, die Kerb auszurichten. Beim Umzug durch die Kirch-, Sudeten-, Haupt- und Raiffeisenstraße marschierte vor allem der Vereinsnachwuchs mit: Der TSV wurde von der ersten Mannschaft und der Jugendfußballabteilung vertreten und auch bei der Freiwilligen Feuerwehr war der Nachwuchs in großer Zahl gut zu Fuß dabei.

Während beim Männergesangsverein die älteren Semester auf einem bunt geschmückten Anhänger Getränke ans Publikum verteilten, flitzten die „Tanz- und Chormäuse“ des MGV auf mit Luftballons verzierten Rollern vorneweg. Außerdem hatten sich der Eintracht-Fan-Club und die Hauptstraßen-Gemeinschaft beim Festumzug mit eingereiht. Musikalisch begleitet wurde die Parade vom Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr.

WM-Qualifikationsspiel auf Großleinwand

Begonnen hatte das bunte Kerb-Treiben bereits am Freitagabend im TSV-Vereinsheim mit einem deftigen Kerbschmaus. Am Samstag verfolgten dann die Fußballfans in der gut gefüllten Vereinskneipe auf Großleinwand das WM-Qualifikationsspiel Deutschland-Russland und feierten anschließend zur Partymusik das Endergebnis. Den offiziellen Höhepunkt der Kerb bildete nach dem Umzug am Sonntagnachmittag das Aufhängen des Kerbkranzes und der traditionelle Kerbspruch am Gustav-Schoeltzke-Haus.

Hier ließ sich Kerbvadder Thomas Haus in Altheimer Mundart über das aus, was im vergangenem Jahr an skurrilen Ereignissen (meistens unter Alkoholeinfluss) im Ort geschah. Da war von abhanden gekommenen Ehefrauen die Rede, von Ex-Ehemännern, die sich versehentlich vor der Haustüre der Verflossenen wiederfinden, von zerstreuten Bürgern, die sich mehrfach vom selben Blitzer ablichten oder Rentnern, die sich beim Schwarzfahren in der Bahn erwischen lassen.

Es regnete erst lange nach den wichtigsten Ereignissen

Nach dem Kerbspruch überreichte Alex Schönberner von der Hauptstraßen-Gemeinschaft dem TSV-Chef Thomas Haus eine Spende von 300 Euro aus den Einnahmen des diesjährigen Hauptstraßenfestes. Das Geld ist für die Jugendfußball-Abteilung bestimmt.

Wie durch ein Wunder regnete es erst lange nach den wichtigsten Ereignissen der Kerb aus dickverhangenen Wolken. Vorher konnten sich besonders die kleinen Kerbbesucher auf dem Feuerwehrplatz an Karussell, Losbude oder Schiffschaukel amüsieren.

Gemütlicher ging es im Gustav-Schoeltzke-Haus bei Kaffee und Kuchen zu. Die acht Gymnastikdamen des TSV, die hier wertvolle Hilfe leisteten, freuten sich über die gut bestückte Kuchentheke, die sie dank zahlreicher Spenden anbieten konnten. Wer eher Wert auf ein gutes Tröpfchen legte, konnte am Weinstand im Hensel-Hof in der Hauptstraße verweilen.

Frühschoppen am Kerbmontag

Sollte jemand am Sonntag noch nicht genug gefeiert haben, der hatte am Kerbmontag weiter dazu Gelegenheit – zuerst mit Frühschoppen im TSV-Vereinsheim. Sportlich ging es dann am späten Nachmittag zu: Der Eintracht-Fan-Club richtete zum sechsten Mal ein Schubkarrenrennen aus. Mit Bierkästen vollgeladen mussten die Teilnehmer Schubkarren schiebend einen Parcours bewältigen und sorgten so für Gaudi auf dem Festplatz. Heute endet die Altheimer Kerb mit der Verbrennung des Kerbstoffels.

Für den reibungslosen Ablauf auf der Altheimer Kerb hatten neben Thomas Haus und den rund 30 freiwilligen Helfern insbesondere TSV-Jugendleiter Michael Reuter und Jugendtrainer Klaus Gresser gesorgt.

Quelle: op-online.de

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