Anspruchsvoller Gipfelsturm

Besteigung des Kilimandscharo - Walter Ries und Michael Roßkopf aus Münster haben es geschafft

„Ab 4 000 Metern ist es karg“, berichtet Michael Roßkopf und beweist es mit diesem Foto, das die Reisegruppe im Hochgebirge von Tansania zeigt.
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„Ab 4 000 Metern ist es karg“, berichtet Michael Roßkopf und beweist es mit diesem Foto, das die Reisegruppe im Hochgebirge von Tansania zeigt.

14 Abenteurer, eine 40-köpfige Crew sowie fünf Tage Auf- und zwei Tage Abstieg: Das sind die Hauptzutaten jenes Gipfelsturms, den vor ein paar Wochen Walter Ries (57) und Michael Roßkopf (55) aus Münster erlebt haben.

Münster – Die beiden Münsterer haben in einer vom Griesheimer Thomas Zöller geleiteten Reisegruppe den Kilimandscharo bestiegen. Der höchste Berg Afrikas war für die beiden Kumpels allerdings nur das Zwischenziel auf ihrem Weg zu einer noch anspruchsvolleren Herausforderung in diesem Jahr (siehe Infokasten). Wobei schon der Aufstieg zum 5 895 Meter hohen Gipfel des Kolosses in Tansania kein Pappenstiel ist.

Sowohl in finanzieller Hinsicht – für den Trip samt Flug bezahlten Ries und Roßkopf je 4 000 Euro – als auch in konditioneller und gesundheitlicher: Von den 14 Personen der Gruppe erreichten den höchsten Punkt lediglich neun. Die zwei Münsterer waren unter ihnen, auch wenn Ries in der Gipfelnacht ziemlich schlecht wurde und Roßkopf ab 4 600 Metern Höhe Kopfschmerzen und leichte Übelkeit zusetzten.

Beschwerliche Reise - die positiven Gefühle überwiegen jedoch

Ries sollte sogar noch fünf Wochen später an den Nachwirkungen zu knabbern haben. Zurück in Deutschland bestätigte sich der Verdacht auf Malaria bei der Untersuchung im Tropeninstitut allerdings nicht. Als die zwei Männer unserer Zeitung von ihrer Unternehmung erzählen, überwiegen jedoch längst wieder die positiven Gefühle.

Gipfelstürmer: Die Münsterer Michael Roßkopf (links) und Walter Ries haben den Kilimandscharo bestiegen. In diesem Jahr wollen sie noch höher hinaus.

Zu eindrücklich war der Aufstieg über die „Machame Route“ verlaufen, „die längste und spektakulärste Route, um den Kilimandscharo zu besteigen“, wie Ries weiß. Der Aufstieg gilt als landschaftlich abwechslungsreich, bietet unter anderem den Blick auf einen fast unwirklich aussehenden Lavagipfel, führt vom Regenwald bis hinab ins vegetationslose Hochgebirge. „Ab 4 000 Metern ist es karg“, hat Roßkopf festgestellt.

Zudem setzt die „Machame Route“ keine bergsteigerischen Fähigkeiten voraus. Auch Ries und Roßkopf würden sich nicht als „Bergsteiger“ bezeichnen, „wir sind eigentlich Wanderer“, sagen sie. Beide halten sich außerdem im Sportstudio fit, Ries schlüpft oft in die Laufschuhe. Konditionell war das Duo also gewappnet, wobei man es vor dem Aufstieg in die sehr hohen Gefilde nur bedingt prognostizieren könne, wem es schlussendlich wie ergehen werde.

Kilimandscharo-Besteigung: „Auf 4 600 Metern haben wir Nutella gegessen“

So sei zum Beispiel ein 19-jähriger Rollhockey-Nationalspieler Teilnehmer der Tour gewesen, der in der Gipfelnacht habe abbrechen müssen und die Schlussetappe wie einige andere nicht mehr habe mitgehen können. Die beiden Freunde aus Münster schafften es ganz nach oben – mit dem Getränkerucksack auf dem eigenen Buckel und wie die gesamte Gruppe ohne zusätzlichen Sauerstoff.

Die Kontrolle des natürlichen Gehalts im Blut und der Puls wurden täglich kontrolliert, um die machbare, aber doch anspruchsvolle körperliche Herausforderung relativ risikolos zu meistern. Doch ohne die Hilfe der einheimischen Crew wäre die Aufgabe freilich kaum zu schaffen gewesen: Insgesamt sechs Guides lotsten die Gruppe durchs Gebirge, 30 Träger schleppten Zelte, Kleidung und vor allem reichlich Proviant. Zwei Köche und zwei Kellner sorgten für die Verpflegung, vor allem mit Kartoffeln, Reis, Nudeln, Hühnchen, Fisch und Gemüse.

„Auf 4 600 Metern haben wir auch mal Nutella gegessen“, erinnert sich Roßkopf. Die vier, fünf Liter Flüssigkeit, die jeder pro Tag trank, mussten den Körper natürlich auch wieder verlassen. Fast überflüssig zu erwähnen, dass es in dieser Höhe Plumpsklo statt einem richtigen Badezimmer heißt.

von Jens Dörr

Quelle: op-online.de

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