Als Kind Liebe zum Nähen entdeckt

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„Schneider-Schnickschnack“ heißt die bunte Vielfalt der Münsterer Künstlerin.

Münster ‐ Viele haben es schon lange verlernt, andere meiden es, wo es nur geht, doch eine Frau liebt es so, dass sie es zu ihrem Traumberuf gemacht hat: das Nähen! Von Jasmin Frank

„Ich habe schon als Kind wahnsinnig gerne an der Nähmaschine gearbeitet – nur durfte ich leider nicht, weil meine Mutter Angst hatte, dass ich mich verletze. Also bin ich schon als ganz kleines Mädchen heimlich an die Nähmaschine geschlichen und habe Puppenkleider angefertigt. Das gab zwar hinterher ein riesiges Donnerwetter, aber die schönen Kleidchen und die Freude am Tun waren es mir wert“, schmunzelt Daniela Schaefers, die mittlerweile selbst Mutter zweier Kinder ist.

Die beiden Jungen dürfen natürlich gerne an die Nähmaschine und bekommen von ihrer nähenden Mutter eine fachgerechte Anweisung. Ihre frühe Begeisterung für Stoffe, Formen und Farben hielt bei der gebürtigen Sauerländerin ein ganzes Leben lang an und so machte sie ihr Hobby zum Beruf. „Nachdem ich meine Schneiderlehre absolviert habe, war mir klar, dass ich auch Meisterin werden wollte. Deshalb habe ich in München gelebt und dort die Meisterschule besucht.

In dieser Zeit habe ich Braut- und Abendkleider genäht, um mir meine Weiterbildung zu finanzieren“, erzählt sie und denkt an die großen Roben zurück, die sie in vielen Stunden Arbeit angefertigt hat. Daran ist zurzeit nicht zu denken, denn ihre beiden Söhne Julian und Robin halten sie auf Trapp. „Das macht mir aber nichts aus, denn ich habe mich sehr bewusst für meine Familie entschieden“, meint die sanfte Frau und lächelt dabei ganz zufrieden.

Kreative und zufrieden stellende Arbeit

So fand sie auch ihren Schritt, für die Liebe auf ihren Beruf als Theaterschneiderin zu verzichten, keine schwierige Entscheidung. „Ich habe ja wechselnd für verschiedene Bühnen in ganz Deutschland gearbeitet, so war ich in München, Stuttgart und Köln unterwegs. Als mein Mann Jörg dann aber hier in Frankfurt fest etabliert war, stand für mich fest: Ich ziehe auch dorthin“, meint sie und erzählt begeistert von den vielen Kostümen, die sie im Laufe der Jahre angefertigt hat, wobei es ihr besonders die historischen Kleider angetan haben. „Das ist einfach eine sehr kreative und zufrieden stellende Arbeit, die immer abwechslungsreich bleibt“, schwärmt sie.

Auch jetzt, da sie hauptsächlich als Mutter aktiv ist, hat sie ihre Leidenschaft nicht ganz aufgegeben. „Zunächst bin ich ja gar nicht mehr zum Nähen gekommen, es war einfach so wenig Zeit übrig“, meint sie und fährt fort, „aber als mein jüngerer Sohn wegen seiner Klumpfüße keine festen Schuhe tragen durfte, war der Weg zur Nähmaschine ganz schnell gewählt, denn ein Kind kann ja nicht immer barfuß laufen. Also habe ich ihm ganz weiche Filzschuhe mit einer geschmeidigen, aber haltbaren Ledersohle genäht, die er auch immer sehr gerne angezogen hat.“ Sie schaut lächelnd auf ein Paar kleiner blauer Schuhe, die in ihrer Hand liegen und denen man ansieht, dass sie häufig getragen wurden.

Danach ging alles ganz schnell: Sie hatte viele Ideen und wann immer es ihre Zeit erlaubte, setzte sie sich in ihrer kleinen Dachstube an die Nähmaschine und legte los: Handytaschen, Ballerinas, Handtaschen und sogar Stifthüllen entstanden. „Ich benutze zurzeit neben Leder hauptsächlich Wollfilz als Material, der nicht mit dem herkömmlichen Bastelfilz zu verwechseln ist. Er ist viel angenehmer zu tragen und enorm lange haltbar“, schwärmt sie von dem weichen Material.

Wer ihre Produkte auf dem Münsterer Weihnachtsmarkt nicht sehen konnte, der kann sich auf ihrer Internetseite einen Überblick über Produkte der Hobbykünstlerin verschaffen.

Alle Erzeugnisse werden von der Künstlerin liebevoll verziert, so haben die rosa- und pinkfarbenen Babyballerinas bunte Knöpfe und glitzernde Steine aufzuweisen, die Handytaschen sind bestickt und können auch mit einem Namen versehen werden und auch an den Handtaschen findet sich so manches Accessoire. „Schneider-Schnickschnack“ nennt sie ihr buntes und hochwertiges Sortiment, denn diesen Spitznamen hatte sie an den Theatern immer schnell inne. „Schneider ist mein Mädchenname und wahrscheinlich wurde mir mit ihm meine Leidenschaft für das Nähen schon in die Wiege gelegt“, so Daniela Schaefers.

Quelle: op-online.de

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