Münster

Kinder spielen drei Monate lang im JUZ

Versicherung untersucht Schäden

Die Spuren des Wasserrohrbruchs im evangelischen Kindergarten am Walter-Kolb-Platz sind noch unübersehbar: Demontierte Spielgeräte, Holzverkleidungen, Schutt, leere Gruppenräume.

Münster (ak) - Wände und Böden liegen bereits unverkleidet da, die Spuren des Wasserrohrbruchs im evangelischen Kindergarten am Walter-Kolb-Platzsind noch unübersehbar: Demontierte Spielgeräte, Holzverkleidungen, Schutt, leere Gruppenräume. Derzeit trocknen Handwerker das Gebäude und suchen in Wänden und Böden nach Feuchtigkeit – denn in wilden Sturzbächen hatten sich hunderte Liter Wasser nach dem Rohrbruch in einer Zwischendecke ihren Weg durch die Einrichtung gesucht.

Die vier Gruppen mit insgesamt bis zu 100 Kindern sind zunächst für drei Monate in anderen Gebäuden untergebracht: Drei im Jugendzentrum, eine im evangelischen Gemeindehaus. „Die Lösung ist in Ordnung, wir haben die Betreuung hier so gut wie möglich organisiert“, berichtet Silke Ludwig, die stellvertretende Kindergartenchefin inmitten ihres provisorischen Büros im JUZ. „Als wir morgens die Eingangstür aufgeschlossen haben, ist uns das Wasser entgegengekommen“, erinnert sie sich.

Dann ging alles sehr schnell: Die Eltern haben eine Telefonkette gebildet, dass ihre Sprösslinge an diesem Tag besser zuhause bleiben – schnell vor Ort hingegen war ein halbes Dutzend Vertreter aus Bau- und Jugendabteilung des Rathauses. „Das hat uns schon gezeigt, dass die Verwaltung da schnell reagiert“, sagt Silke Ludwig zufrieden. Damit die Kleinen mehr Platz in ihrer provisorischen Bleibe im Jugendzentrum haben, sollen demnächst Container auf dem Gelände gestellt werden, fügt sie hinzu.

„Die Kleinen haben mit dem notgedrungenen Umzug überhaupt kein Problem“, fügt Erzieherin Andrea Reinert hinzu. Auch die meisten Eltern hätten sich mit der Notwendigkeit arrangiert. Von den Räumen gegenüber der Langsmühle am Gersprenzufer sei, sagt Andrea Reinert, zwar zum Beispiel das Hallenbad wegen der größeren Distanz zu weit entfernt für die Kleinen, weswegen der Schwimmtag nicht möglich sei. „Dafür ist das Freizeitgelände viel näher und wir können mehr Zeit im Freien verbringen“, führt die Erzieherin aus.

Was hinter dem Bruch der Wasserleitung gesteckt haben könnte, weiß Ulrich Lenz noch nicht. „Das Rohr war ordentlich isoliert, die Kälte kann es eigentlich kaum gewesen sein“, meint der Abteilungsleiter. Was genau an dem Gebäude alles zu erneuern ist, oder wie hoch die Kosten ausfallen, könne noch niemand sagen. „Das prüft derzeit die Versicherung und teilt uns am Ende ihre Schätzung mit“, meint Lenz. „Darauf kommt es an, weil sie am Ende die Kosten übernimmt.“

Mit der Auslagerung von Kindergartenbetrieb hat die Gemeinde reichlich Erfahrung gesammelt: Bereits während der Sanierung der Kindertagesstätte Haus der Kinder, der größten Betreuungseinrichtung in Münster, war der Nachwuchs einige Wochen im Jugendzentrum untergebracht worden.

Quelle: op-online.de

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