Sakrales Geschehen aus 725 Jahren

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Die ausgestellten Schautafeln, Bilder und Vitrinen bieten viele Einblicke in das christliche Leben in Münster in den vergangenen 725 Jahren.

Münster - Vor 725 Jahren, genau im Jahre 1287, fand die erste urkundliche Erwähnung eines Gotteshauses im Dorfe Münster statt. Von Verena Scholze

„Trotz der starken Nähe zu Dieburg muss es hier damals schon ein eigenes kirchliches Leben gegeben haben“, sagte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Kai Herd. Im Laufe der Jahrhunderte erfolgte eine starke Positionierung der Kirche in Münster und es entwickelte sich daraus eine dauerhafte Institution mit einer langen und bewegten kirchlichen Geschichte. Interessante Einblicke in diese Geschichte, das bietet die aktuelle Ausstellung im Museum an der Gersprenz, die jetzt eröffnet wurde.

„725 Jahre christliches Leben in Münster“, unter diesem Namen präsentiert sich das sakrale Geschehen in Münster im Wandel der Zeit. Die Idee zur Ausstellung wuchs im Laufe der vergangenen Jahre, in denen in Münster verschiedene kirchliche Jubiläen gefeiert wurden. Auf 100 Jahre Kirchenerweiterung St. Michael konnte 2010 zurückgeblickt werden. Bereits ein Jahr später wurde der 200. Geburtstag der Kirche St. Michael gefeiert. Und in diesem Jahr steht das 100-jährige Bestehen der katholischen Bücherei an.

Auch Privatleute steurten Ausstellungsmaterial bei

„Grund genug für uns, aus den vielen Terminen ein großes Ganzes zu machen“, erklärten Margarete Elster und Helma Müller, die sich beide gemeinsam mit ihren Ehemännern Anton und Heinz für einen Großteil der Organisation verantwortlich zeigen. „Da 2012, dem eigentlichen Jubiläumsjahr, jedoch eine Ausstellung der Feuerwehr in den Museumsräumlichkeiten stattfand, haben wir diese Ausstellung 725 Jahre christliches Leben auf jetzt gelegt“, berichtete Elster.

Arbeit hatten die vielen freiwilligen Helfer des Heimat- und Geschichtsvereins sowie der Pfarrei St. Michael genug. Zu den in beiden Institutionen vorhandenen Artefakten wurde auch Material von Privatleuten zusammengetragen. „Über ein halbes Jahr haben wir alles gesammelt. Ob Fotos oder alte Dokumente, Gebetsbücher, Rosenkränze oder andere Devotionalien der Frömmigkeit, so einiges wurde uns privat zur Verfügung gestellt“, zieht Elster ein Resümee und verwies auf die vielen ausgestellten Dinge, die nun in den Vitrinen der Ausstellung zu bewundern sind.

Prachtvolle Fahnen, alte Gewänder, Talare

Prachtvolle alte Fahnen sind an der Decke angebracht, dazu sind wunderschöne alte Gewänder und Talare zu bewundern, alles Leihgaben aus der Pfarrei. Auf eine lückenlose Chronologie der Pfarrer, die in den letzten 200 Jahren in Münster ihr Amt verrichteten, ist man besonders stolz. „Darunter sind sehr interessante Persönlichkeiten“, sind sich Elster und Müller einig.

„Unsere Ausstellung besitzt vielfältige Aspekte“, erklärte Herd vor den zahlreichen Besuchern, unter denen sich auch viele kirchliche Vertreter befanden. „Die Quelle und das Ziel des christlichen Glaubens ist die eucharistische Anbetung. Daher ist das Kernstück der Ausstellung ein prachtvoll geschmückter Altar an der Stirnseite des Raumes.“

Den zweiten Bereich decken viele persönliche Aspekte des Glaubens ab. Dazu zählen die geliehenen Andachtsbildchen, Gebetsbücher oder Rosenkränze. Der dritte Teil der Ausstellung ist der gemeinschaftlich-christlichen Erfahrung gewidmet. Hierzu können die Besucher viele Bilder von Prozessionen oder Wallfahrten besichtigen.

Auch Pfarrer Bernhard Schüpke und Bürgermeister Walter Blank würdigten in ihren Ansprachen das christliche Leben in Münster. „Diese Ausstellung kann helfen, einiges zu verstehen“, sagte Schüpke, denn die Kirchengeschichte sei ein aussagekräftiges Zeitzeugnis. „Ich wünsche mir, das viele Besucher Erkenntnisse aus dieser Ausstellung gewinnen und sie weitervermitteln“, meinte Blank. „Unser Glaube lebt. Nicht nur in der Erinnerung sondern auch im heutigen Sein“, mit diesen Worten schloss sich Margarete Elster ihren Vorrednern an. Denn 725 Jahre christliches Wirken hätten die Menschen und ihre Art geprägt.

Die Ausstellung ist jeden ersten Sonntag im Monat bis Juli zu besichtigen.

Quelle: op-online.de

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