Situation der Kinderbetreuung in Münster

Kita-Bedarf kommt teuer

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Detlev Pröve, Leiter der Abteilung Soziales, Kinder- und Jugendförderung in der Gemeinde Münster, informierte mit einer Powerpoint-Präsentation über die Entwicklung der Kindertagesstätten bis 2020.

Münster - Vor rund 50 interessierten Zuhörern gab Detlev Pröve im Rathaus einen fundierten Abriss zur Situation der Kinderbetreuung in Münster und Altheim. Von Thomas Meier 

Der Leiter der Abteilung Soziales, Kinder- und Jugendförderung skizzierte den Ist-Zustand in den örtlichen Kindertagesstätten, die zu erwartende Entwicklung und die geplanten Vorhaben. Nicht nur Eltern kleiner Kinder waren zur Informationsveranstaltung gekommen, auch Politiker aus den Fraktionen der Gemeindevertretung und eine beträchtliche Anzahl Erzieherinnen wollten sich von Pröve und Bürgermeister Gerald Frank einen detaillierten Überblick über die Kinderbetreuungssituation im Ort verschaffen. Hauptsächlich ging es am Abend um den Bedarf, und zwar den gesetzlich vorgeschriebenen. Vor allem Bürgermeister Frank machte klar, dass die Gemeinde heute Versäumnissen aus der Vergangenheit nachlaufen müsse. Man habe sich gar erst eine konkrete Datengrundlage erarbeiten müssen, um seriös planen zu können.

Die Zahl der Geburten nimmt in Münster stetig zu. Waren es 2005 noch 117 Geburten, die in Münster verzeichnet wurden, so sind es 2016 schon 128 gewesen. Wobei durchaus Schwankungen vorkommen: 2011 etwa waren 141 Geburten zu verzeichnen, 2014 gar 144. „Im Durchschnitt der vergangenen zwölf Jahre wurden jährlich 126 Kinder geboren“, verdeutlichte Pröve. Hinzu kämen allerdings noch etwa vier Flüchtlingskinder pro Jahr (derzeit werden 14 Ü3-Flüchtlingskinder betreut), und sechs Kinder durch Zuzug. Ergibt eine für die Verwaltung zu berücksichtigende Zahl je Jahrgang von 136 Kindergartenkindern.

Der Verwaltungsabteilungsleiter rechnete vor: Es ergibt sich für die Gemeinde ein Krippenbedarf von 136 mal zwei Jahrgänge gemäß dem Kita-Bedarfsplan des Landkreises von mindestens 109 Plätzen sowie ein Elementarbedarf von 136 mal 3,5 Jahrgänge gleich 476 Plätze. Und Pröve erläuterte den maximalen Bestand: 69 Plätze für U3-Kinder und 470 für über Dreijährige sind in den sieben Kitas Haus der Kinder, Evangelischer Kindergarten Altheim, evangelischer Kindergarten Münster, Kinderinsel, Blumenkinder, Im Rüssel sowie Familienzentrum St. Michael.

Um den Bedarfsanforderungen gerecht zu werden, müsse das Angebot für die Zukunft ausgebaut werden, erläuterte Pröve. 54 Plätze müssen für Unter-Dreijährige geschaffen werden, 45 für die Älteren. Nach dem Ausbau erreiche die Gemeinde einen Deckungsgrad von 42,6 Prozent bei der Krippe und elementar einen von 98,3 Prozent, das Ausbauziel sei damit erreicht.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Dies ist allerdings mit erheblichen Investitionen von rund drei Millionen Euro verbunden. 600.000 Euro fließen in den Ausbau der Kita in Altheim, 1,5 Millionen derzeit Im Rüssel und 900.000 in den Ausbau der Kinderinsel. Und um das Mehr an Kindern zu betreuen, sind 22 neue Erzieherstellen zu schaffen und zu finanzieren, die sich, wie Bürgermeister Gerald Frank kürzlich auf der Rüssel-Baustelle erklärte, mit 1,5 Millionen Euro pro Jahr niederschlagen. Die Zeitschiene für die Realisierung aller Kita-Vorhaben erstreckt sich bis 2020.

Nach der Powerpoint-Präsentation beantwortete der Referent Fragen aus dem Publikum, die zu einem großen Teil indes schon im Vortrag selbst angesprochen wurden. Woher man auf dem momentan leergefegten Arbeitsmarkt denn gedenke, 22 Erzieherinnen für die ausgebauten Kitas zu bekommen, wollte Pröve nicht beantworten. Er verwies stattdessen darauf, dass man erst einmal die Arbeitsplätze auch schaffen müsse.

Quelle: op-online.de

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