Kita St. Michael feiert Familienfest

Genügend Zeit für die Kinder

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Nicht immer lässt sich der Spieß umdrehen: Beim Spielefest der Kita „Familienzentrum“ wollten die Kinder beim Schubkarrenrennen auch mal die Erwachsenen schieben. Nach wenigen Zentimeter erwies sich dieses Ansinnen allerdings als zu schwer.

Münster - Weil sich in der Kita St. Michael die Eltern ehrenamtlich engagieren, wurde sie mit einem Preis ausgezeichnet. Mit dem Geld wird ein großes Familienfest gefeiert. Von Michael Just

Manchmal ist Marietta Geist, Leiterin der Kita „Familienzentrum“, regelrecht gerührt. Das ist dann der Fall, wenn sie darüber spricht, wie selbstverständlich viele Dinge beim gemeinsamen Miteinander in der Einrichtung der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael funktionieren, die eigentlich überhaupt nicht selbstverständlich sind. So engagieren sich Eltern in vielfältiger Weise, unter anderem bei der Pflege des Außengeländes, den Familienwaldtagen oder bei Fahrdiensten. Damit geht das Kita-Konzept auf, das zusätzlich zu den Kindern auch die Eltern fördern und stärken will – was sich natürlich nur bewerkstelligen lässt, wenn diese dafür auch bereit sind.

Dass das in Münster herausragend funktioniert, bewies im letzten Jahr der Ketteler-Preis, den das Familienzentrum für sein ehrenamtliches Engagement von Eltern und anderen Freiwilligen erhielt. Damit verbunden: Ein Preisgeld in Höhe von 4500 Euro. Für einen Teil der Summe fand nun ein Spielfest auf dem Gelände der DJK Münster statt, bei dem Pfarrer Bernhard Schüppke ebenfalls vorbeischaute. Von Dosenwerfen über Wasserlauf bis hin zu Schubkarrenrennen war für reichlich Belustigung gesorgt. Die Getränke und die große Menge an bestellter Pizza waren kostenlos, was über den Förderpreis abgedeckt wurde. „Es ist unser Dankeschön an die Eltern für ihr Engagement“, sagte Geist.

Teil des Preisgeldes fließt in Erziehungsberatung für Eltern

Den ganzen Nachmittag herrschte auf dem DJK-Gelände eine tolle Stimmung. Um bei der Bewirtung zu planen, war eine Anmeldung erforderlich, die die stolze Zahl von 216 Kindern und Erwachsenen auswies. Die 4500 Euro wurden beim Spielefest aber nicht komplett verbraucht: „Wir wollen noch mehr über diesen Betrag finanzieren“, erläuterte die Leiterin. Unter anderem fließt ein Teil in die Erziehungsberatung für Eltern, die man seit der Umbenennung in „Familienzentrum“ bietet. Dazu werden zwei Doppelwaffeleisen für die Aktion „Essen für den guten Zweck“ angeschafft.

Von den Kindern der Kita haben 25 Prozent einen Migrationshintergrund, 19 der 90 Familien bekommen vom Amt einen Zuschuss für den Betreuungsplatz. Um Familien aus sozial schwachen Verhältnissen nicht auszuschließen, versucht die Kita, dass Essen und Getränke bei allen Festen stets frei sind. Und noch ein weiterer Aspekt ist wichtig: Wird gefeiert, sollen die Eltern nicht an Dienste gebunden sein. Dadurch haben sie auch mehr Zeit, sich mit ihrem Nachwuchs zu beschäftigen. Hier kommen dann Vereine, Verbände und Gruppen ins Spiel, die der katholischen Gemeinde nahestehen. Mitglieder von Kolping, die Pfadfinder oder die Messdiener verrichten Dienste, damit Eltern mit ihren Kindern spielen können. Vor einigen Tagen organisierte Kolping sogar einen Familienausflug in den Frankfurter Zoo und übernahm dabei nicht nur den Transport. Der tierische Ausflug passte auch hervorragend zum Logo des Familienzentrums: Unter dem Motto „Alle in einem Boot“ sind hier von der Giraffe bis zum Pferd viele Tiere zu sehen, die sich auf eine gemeinsame Schifffahrt begeben.

Quelle: op-online.de

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