Kita-Kinder toben vorerst im Container

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Kinder und Jugend nah beieinander: Derzeit sind die Gruppen der evangelischen Betreuungseinrichtung im Container in direkter Nachbarschaft zum JUZ untergebracht.

Münster - Spielen und toben ist beim Nachwuchs der evangelischen Kindertagesstätte nun im Container angesagt. Nach dem Wasserrohrbruch Anfang des Jahres haben 95 Kinder und das Erzieher-Team das neue Domizil direkt am JUZ bezogen. Von Friedel Seib

Den 15. Januar wird Gabriele Kündiger so schnell nicht vergessen: Wasserrohrbruch in der Kindertagesstätte, der sie als Leiterin in Münster vorsteht. Wasser marsch, aber von oben. Ihr war klar, dort geht nichts mehr in Sachen Kindergarten. Dazu war auch noch ihr Chef, Pfarrer Christoph Sames, beruflich unterwegs. Über die Gemeinde kam sofort Hilfe. Plan eins: Jugendzentrum an der Gersprenz; Plan zwei: Gruppenausweichung in die Kirche. Man wusste sich zu helfen, und wie Gabriele Kündiger heute weiß, es ist und war eine positive Erfahrung.

Für die Kinder war das ein großer Spaß. So lernten die Kleinen, dass nicht alles perfekt sein muss und trotzdem den gleichen Spaß bringen kann. Die Lösung: ein Container. Der steht nun seit Februar direkt am JUZ: 60 Quadratmeter über zwei Etagen, mit allem, was für die Aufgaben wichtig ist. Auch die JUZ-Anlage darf der Nachwuchs mitbenutzen.

95 Kinder brauchen nunmal Raum, zumal 30 Tagesstättenkinder noch mit Mittagessen von Montag bis Freitag bedient werden wollen. Dabei sorgen 15 Mitarbeiter des Kindergartens für den reibungslosen Ablauf.

Durch ihre Aufgaben in der Ferienbetreuung und der Hausaufgabennachhilfe kam die stellvertretende Leiterin, Silke Ludwig, einst auf den Geschmack, Erzieherin werden zu wollen. Seit 1997 ist sie in diesem Beruf in Münster aktiv.

Etwas besonders Gutes hat der Standort am Walter-Kolb-Platz für den Kindergarten. Wenn alles nach Plan verläuft, können die Kinder ab Juni wieder an ihre alte Spielstätte zurückkehren. Derzeit liegt direkt neben dem Container das verkehrsfreie Feld. Die so genannten Waldtage der Kiga-Gruppen sind jetzt öfter im Programm. Wald, Freizeitzentrum, und der Fluss sind mühelos erreichbar. Selbst das dem Container gegenüberliegende Wiesengelände hat der Wanderverein der Kiga großzügig für luftige Freizeitaktivität auf dem grünen Rasen zur Verfügung gestellt.

Ab einem Alter von drei Jahren nimmt die evangelische Einrichtung die Kinder auf. Fast alle wohnen in Münster oder Altheim - zurzeit ist ein einziges Kind aus Dieburg in der Gruppe.

Bei den Erziehern sieht das etwas anders aus. Pamela Lautenschläger hat die weiteste Anreise: Beerfurth im Odenwald ist ihre Adresse. Alle Erzieher haben ihre zweijährige Ausbildungszeit hinter sich: zwei Jahre Sozialassistent, zwei Jahre Praktikum plus dem praktischen Teil - das Anerkennungsjahr. Auch zwei Männer arbeiten im Münsterer Team: Pinto Goucalves als Erzieher sowie ein Student. Einige Wünsche hat die stellvertretende Kiga-Leiterin Pamela Lautenschläger für den Neuanfang parat: Wenn in dem renovierten neuen Kindergarten alles strahlt, sehen die alten Möbel daneben etwas sonderbar aus - Geldspenden sind bei der Kindergarteneinrichtung willkommen.

Quelle: op-online.de

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