Kläranlage Münster

Infos am leeren Becken

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Ob Sandfang oder Havariebecken – ausführlich ließ sich jetzt Münsters Bürgermeister Walter Blank die Funktionen der zum Pumpwerk reduzierten Kläranlage im Ortsteil Breitefeld erklären.

Münster - Breitefeld ist jetzt an die zentrale Kläranlage Münster angeschlossen. Das birgt Chancen für die „Muna“.

Der Ortsteil Breitefeld, das einstige Militärlager „Muna“, ist jetzt an die zentrale Kläranlage der Gemeinde angeschlossen. Vor Ort sind von der einst autonomen Kläranlage mitten im Wald ein Pumpwerk und ein Havariebecken geblieben, deren Funktionen sich Münsters Bürgermeister Walter Blank bei einem Ortstermin erläutern ließ.

Der Anschluss über eine Druckleitung hat die Gemeinde 570.000 Euro gekostet, von denen in den nächsten drei Jahren rund 200.000 Euro mit den Einleitungsgebühren fürs Abwasser verrechnet werden können. Bleiben 370.000 Euro kommunalen Geldes, das ja niemand einfach so freiwillig ausgibt. „Wir haben überhaupt immer das meiste Geld im Untergrund verbuddelt“, sinniert der scheidende Bürgermeister im Hinblick auf seine 18 Jahre im Amt. Investitionen in die Abwasserbeseitigung kosten auch die Bürger Geld und sind nicht sonderlich populär, weil man nach Abschluss der meist eher belastenden Bauarbeiten oberflächlich nichts mehr davon sieht. Da es schwierig ist, der Öffentlichkeit den Nutzen solchen Engagements zu vermitteln.

Die Obere Wasserbehörde – also das Regierungspräsidium Darmstadt – stieß die ganze Sache an mit der Forderung, die Einleitung des Muna-Abwassers in den nahen Erlenbach zu beenden. Die Gewässergüte und der Naturschutz haben dabei eine Rolle gespielt, auch, dass die Reinigungsleistung der zentralen Anlage im Nordosten von Münster deutlich höher ist als die des „geerbten“ Klärwerks im Breitefeld.

Natur ist allgegenwärtig

Außerdem hat’s gebrannt – nicht in der Kläranlage, aber im Ortsteil. Ein Lager voller Gebrauchtreifen stand in Flammen, und bei den Löscharbeiten stellte sich heraus, dass die Wasserversorgung überarbeitet werden muss. „Da das Gruppenwasserwerk daran ging, eine neue Wasserleitung zu legen, haben wir uns entschlossen, dabei gleich einen Abwasser-Kanal mit zu verlegen“, erklärt Blank. Daraus ist eine Druckleitung von mehr als zwei Kilometern Länge geworden, die zum Teil im Spülvortrieb unter vorhandenen Straßen verlegt worden ist. Für den nötigen Druck im Münsterer Flachland sorgt ein Tauchmotorpumpwerk, das bis zu elf Liter pro Sekunde befördern kann. Da die neue Leitung kaum Gefälle aufweist, ist in Breitefeld auch ein Sand- und Schlammfangbecken in Betrieb geblieben, um mögliche Ablagerungen in der Leitung mindestens zu reduzieren. Und in regelmäßigen Abständen wird die Leitung mit Druckluft durchgeblasen.

Die Natur ist hier allgegenwärtig, auch das Grundwasser, „das hier zehn Zentimeter unter Bodenniveau beginnt“, wie Lezius es drastisch beschreibt. Dafür musste das nun grundsätzlich leere „Belebungsbecken“ für seine neue Aufgabe als „Havariebecken“ mit viel Beton beschwert werden.

„Das Havariebecken“, erklärt Lezius, „kommt zum Einsatz, wenn die Pumpanlage ausfällt, kann aber auch eingesetzt werden, um das Wasser von Löscharbeiten aufzufangen und in Ruhe auf seine chemische Belastung zu untersuchen.“ Durch die verbesserte Löschwasser- und Abwasser-Anbindung sei der Standort Breitefeld für Gewerbeansiedlungen attraktiver geworden, fasst Blank zusammen und verweist dabei auch gleich auf die nächste geplante Leitung: den nun beabsichtigten Anschluss des Ortsteils ans schnelle 50 Mbit-Internet.

sr

Quelle: op-online.de

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