Benefizkonzert in der Kulturhalle

Klassik trifft auf Leidenschaft

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Johann Mösenbichler, Chefdirigent des Polizeiorchesters Bayern

Münster - Das Polizeiorchester Bayern gastiert am 7. Januar zum Benefiz-Neujahrskonzert in der Münsterer Kulturhalle. Im Interview erzählt Chefdirigent Professor Johann Mösenbichler über den Alltag eines Dirigenten, Lampenfieber und südamerikanische Rhythmen.

Herr Mösenbichler, Sie sind Chefdirigent des Polizeiorchesters Bayern. Besteht das gesamte Orchester aus Polizisten?

Das Polizeiorchester Bayern besteht nur aus professionellen Musikerinnen und Musikern. Alle haben das Handwerk Musik, also ihr Instrument, studiert. Dann sind sie bei der Polizei angestellt worden, um für die Polizei mittels Musik als Werbeträger und als Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern zu fungieren.

Sie sind mit dem Orchester auch weit über die Grenze Bayerns hinaus unterwegs und bekannt. Welche Ziele verfolgen Sie damit?

Die bayerische Polizei ist überall dort, wo es geboten ist, musikalisch zu präsentieren und die Verbindung herzustellen: Also durch Musik einen Schritt näher auf die Menschen zuzugehen.

Wie sieht eigentlich der Alltag eines Dirigenten aus?

Wenn Sie gerade meinen Schreibtisch sehen könnten, dann würden Sie dort sehr, sehr viele Partituren sehen, die hier sind, um Programme vorzubereiten, Werke zu erarbeiten – das ist die Alltagsarbeit. Wenn das geschehen ist, geht es ab in die Probe, um mit den Musikerinnen und Musikern zusammen an der Musik zu arbeiten. Dieses Ergebnis ist dann für die Öffentlichkeit hörbar.

Wie oft proben Sie?

Mehrere Tage pro Woche. Wenn wir ein Konzert haben, sind wir unterwegs, aber sonst ist immer Probe. Das muss man sich vorstellen wie bei allen anderen Berufstätigen: So, wie sie auf die Arbeit gehen, gehen wir in die Probe.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Musikstücke aus, die Sie dem Publikum präsentieren?

Die Kriterien sind vielfältig. Wenn es zum Beispiel ein Themenkonzert ist – wie etwa „Mit Schwung ins neue Jahr“ mit lateinamerikanischer Leidenschaft im Untertitel – dann muss man natürlich auch den Titel entsprechend programmieren. Es geht immer darum, eine Programmdramaturgie zu erstellen, die es dem Zuhörer ermöglicht, ein ganzes Konzert aktiv dabei zu sein. Das heißt, es muss immer mal wieder etwas Entspannenderes und danach wieder ein Highlight dabei sein.

Sie haben schon eine lange Karriere als Dirigent vorzuweisen. Haben Sie vor jedem Auftritt trotzdem noch Lampenfieber?

Es kommt darauf an, wie Sie Lampenfieber definieren. Lampenfieber im Sinne einer positiven Anspannung: ja, sehr wohl. Das ist ja auch wichtig, damit man die Energie bündeln kann – das braucht jeder Musiker. Ein Konzert, das einem egal ist, das gibt es nicht. Ganz egal, ob drei oder 3 000 Leute im Publikum sind. Ein Lampenfieber im Sinne von Angstzuständen – wie man sie am Anfang immer mal hat – das habe ich natürlich aufgrund der Routine nicht mehr.

Am 7. Januar gastiert das Polizeiorchester Bayern in Münster. Ohne zu viel zu verraten: Auf was dürfen sich die Besucher freuen?

Auf eine wunderbare Tenorstimme. Auf wunderbare Melodien von Johann Strauß und der Strauß-Familie, aber auch auf mitreißende Rhythmen südamerikanischer Leidenschaft. Das wird etwas Einzigartiges. (nkö)

Quelle: op-online.de

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