Kleine Forscher auf Schatzinsel

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Die Drittklässler der Altheimer Regenbogenschule haben sichtlich Spaß an der spielerischen Projektwoche.

Altheim ‐ Als Filmemacher, Schatzforscher, Maler und Entdecker sind derzeit Schüler aus den beiden dritten Klassen der Altheimer Regenbogenschule unterwegs. Von Ellen Jöckel

In vier verschiedenen Werkstätten dreht sich in dieser Woche für die rund 40 Acht- bis Neunjährigen alles rund um „Die Schatzinsel“, einem Theaterstück, welches sich die Kinder zuvor in der Kulturhalle angesehen haben (wir berichteten).

Angeleitet werden sie dabei von den vier Schauspielern der „Schatzinsel“ Andreas Konrad, Björn Lehn, Benjamin Lutz und Konrad Büttner vom Kinder- und Erzähltheater Lakritz aus Darmstadt. Die vier Theaterpädagogen unterstützen die Schüler beim Schreiben eines Drehbuchs für einen Trickfilm oder beim Entwerfen von Skizzen für ein „begehbares Bilderbuch“.

Gemeinsam mit den Nachwuchsforschern begeben sie sich auf die Suche nach den großen Schätzen der Welt oder entdecken mit ihnen Naturschätze im nahgelegenen Wald. Während sich die Filmgruppe wilde Szenen mit Piraten-Playmobilmännchen für einen „Stop-Trickfilm“ ausdenkt, erzählt die achtjährige Charlotte in der Forscherwerkstatt der Schule, was ihr als Pharaonengrabforscherin bei einer Expedition widerfahren ist: „Plötzlich befand sich die Mumie in einem anderen Grab und überall lag der Verband herum!“

Vernetzung von Theater und Schule

Wichtigstes Mittel für die Arbeit von Lakritz sei das Erzählen, berichtet Björn Lehn, der seit fünf Jahren beim Darmstädter Kindertheater ist. „Über das Erzählen können sich die Kinder immer mehr in die Handlung hineinversetzen und in Charaktere verwandeln.“ So erstellten die Schüler zunächst einmal Forschersteckbriefe, um ein Bild von ihrer Figur zu bekommen. „Die Aufmerksamkeit ist sofort wieder da, wenn ich sie in ihrer Rolle als Wissenschaftler anspreche“, so der Theaterpädagoge.

Die Projektwoche an der Regenbogenschule ist Teil von „flux“, einer Initiative für die Vernetzung von Theater und Schule in Hessen, die es seit 2009 gibt. Die Kooperation zwischen der Vereinigung der Kinder- und Jugendtheater (ASSITEJ) und dem hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bringt professionelles Theater in die Kommunen und beteiligt sich an den Kosten (http://www.theater undschule.net). Im Rahmen von „flux“ kooperiert das Theater Lakritz mit der Altheimer Grundschule. Angefangen hat die Zusammenarbeit über einen intensiven Austausch mit einer vierten Klasse und dem Kindertheater zum Stück „Die Schatzinsel“. „Viele Ideen aus der Inszenierung stammen von Regenbogenschülern“, meint Max Petermann, Lehrer an der Regenbogenschule.

Schüler kommen gut mit Rhythmik zurecht

Petermann, der selbst in vielen Theaterprojekten aktiv ist, hat den Kontakt zu Lakritz hergestellt. Geplant sind weitere gemeinsame Aktionen wie zum Beispiel eine szenische Lesung zum Stück „Pinocchio“ für die ersten und zweiten Klassen sowie eine Briefpatenschaft mit den vierten Klassen zum neuesten Projekt von Lakritz, einem Insektenkrimi mit dem Titel „Die Wanzen“.

„Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit mit dem Theater Lakritz Kontinuität erfährt“, sagt Petermann, der auch das Münsterer Kinder-Theaterfestival „Bunter Hund“ ins Leben gerufen hat, bei dem in diesem Jahr drei Theaterproduktionen für Kindergärten und Schulen nach Münster geholt wurden.

Die Ergebnisse der Projektwoche werden morgen um 8.30 Uhr im Foyer der Regenbogenschule vorgestellt.

Wenn die Finanzierung über „flux“ weiter gewährleistet wird, dürfte von Seiten des Lakritz-Teams einer weiteren Zusammenarbeit nichts im Wege stehen, so positiv äußerten sich die Theaterpädagogen über die Regenbogenschüler: „Bei den vielseitigen Ideen, die die Kinder ins Projekt mit einbringen, merkt man die Vorarbeit, die an der Schule geleistet worden ist“, begeistert sich Benjamin Lutz, der seit vier Jahren bei Lakritz ist. Dieser Meinung schließt sich auch Lakritz-Gründungsmitglied Andreas Konrad an: „Bei meiner Arbeit mit den Kindern merke ich, dass an dieser Schule Musik und Kunst groß geschrieben werden. Die Schüler kommen gut mit Rhythmik zurecht und malen in kurzer Zeit sehr klare Bilder.“

Quelle: op-online.de

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