Kleiner, feiner Markt um den Brunnen herum

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Weihnachtliche Atmosphäre vor und im Münsterer Rathaus

Münster  ‐ Dichtes Gedränge herrschte am vergangenen Sonntagnachmittag zwischen den Ständen auf dem Münsterer Weihnachtsmarkt, der heuer sehr gut besucht war. Von Jasmin Frank

„Schön, dass die Stände so konzentriert um den Brunnen herum aufgestellt worden sind, so ist alles nah beieinander und man hat mehr Kontakt zu den Besuchern“, freut sich Rosemarie Christ, die sich auf der Künstlerausstellung im Rathaus mit kreativen Ideen eindeckt. Auch eine fröhliche Runde, die sich mit Glühwein aufwärmte, machte es sich gemütlich.

„Wir finden es zwar schade, dass der Weihnachtsmarkt so klein geraten ist und die meisten Geschäfte geschlossen haben, aber der Glühwein aus dem Weingeschäft hier am Rathausplatz schmeckt einfach köstlich“, waren sich die munteren Münsterer einig.

Nicht nur die Erwachsenen genossen die weihnachtliche Atmosphäre, die von den Auftritten der verschiedenen Münsterer Chöre untermalt wurde, sondern auch die Kinder waren ganz in den Bann der Musik und der leuchtenden Lichter gezogen. Natürlich freuten sich die Kleinen auch über den Weihnachtsmann, der nicht mit einem Rentierschlitten, sondern mit einem Hundegespann einzog und seine süßen Päckchen verteilte. „Super!“, rief die kleine Lotta laut, als sie mit roten Wangen ihre Tüte inspizierte. „Ein Ball, ein Luftballon und ein Schokoladen-Nikolaus“, stellte die Zweijährige fest.

Ein paar Jahre älter und an den Präsenten des Weihnachtsmannes weniger interessiert waren die Jungen und Mädchen von der Schule auf der Aue, die wie jedes Jahr an einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt ihre selbst gefertigten Produkte anboten. „Wir haben vorab Plätzchen gebacken und Schmuck hergestellt. Außerdem gibt es noch selbstgebackene Waffeln“, erzählten Marius und Tim, die beide die achte Klasse besuchen und alle Hände voll zu tun haben, die Kunden zu bedienen.

Auch im Rathaus ist viel los

Ein paar Stände weiter gibt es eine skandinavische Leckerei zu genießen, die schon am frühen Nachmittag fast völlig ausverkauft ist. „Unser Glögg ist schon Tradition und viele Münsterer kommen eigens her, um ein Tässchen davon zu genießen“, freut sich Manfred Löbig vom Arbeitergesangverein. In dem Topf auf dem Herd brodeln noch die Restbestände des heißen Gemischs aus Rotwein, Aquavit, Rosinen, Mandeln, Ingwer, Kardamom und Nelken, mit dem sich auch mancher Sänger der Gruppe vor dem Auftritt die Stimme geölt hat. „Wir haben aber auch ganz süße Männer mit dabei, die lieber zu heißem Amaretto mit Sahne gegriffen haben“, verrät Rosi Thalmann lachend, die als „Glögg-Konigin“ mit einem Krönchen auf der Mütze ausgestattet wurde und über die selbst gemachten Weihnachtsgestecke wacht.

Nicht nur auf dem Markt selbst, auch im Rathaus ist viel los, bieten doch wieder die einheimischen Künstler ihre hochwertigen und kreativen Waren feil. „In diesem Jahr merken wir ganz deutlich, dass die Menschen weniger Geld zur Verfügung haben. Die meisten kaufen nur praktische Sachen, die benötigt werden, wie etwa einen Schal, aber für Dekoratives ist wohl kein Platz mehr im Etat“, meint Cornelia Lang, die ihr liebevoll verziertes Porzellan anbietet.

Aber die meisten Besucher werden schließlich doch noch fündig, so auch Udo Schaffrina und Penelope Williams, die am Bücherflohmarkt des Ghanahilfevereins Nima stöbern und eigens aus Frankfurt angereist sind, um gemeinsam mit Münsterer Familienangehörigen das Ambiente zu genießen. „Der Weihnachtsmarkt hier ist klein und hübsch und dadurch besonders familiär. Das hat eben einen ganz anderen Reiz, als der riesige Markt in Frankfurt“, meinen die beiden, und dieses Credo teilen auch viele andere Besucher.

Quelle: op-online.de

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