Klimawende kann im Kleinen beginnen

Agenda 21 lädt Bürger zum „Energietisch“ ein

Münster - Bürger, die sich vor Ort am Umsetzen einer Energiewende beteiligen wollen, sind zum „Energietisch“, initiiert von der Münsterer Agenda 21 Gruppe, eingeladen.

Jeder könne etwas tun, um Energie zu sparen und das müssen nicht gleich groß angelegte Maßnahmen sein: „Schon alleine das Absenken der Raumtemperatur um wenige Grad Celsius kann die Kosten in den eigenen vier Wänden senken“, erläutert Heinz Dubbel, Mitglied der Agenda 21 Gruppe. Er lädt gemeinsam mit der Gemeinde Münster und der erst im Oktober gegründeten Lenkungsgruppe alle Bürger dazu ein, sich für die Energiewende in Münster stark zu machen.

Am Mittwoch, 13. November, haben Interessierte um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses die Gelegenheit, ihre Ideen für kleine und große Projekte in Münster einzubringen. „Davon können alle nur profitieren, ganz gleich, ob als Gemeinde oder aber als Privathaushalte, Vereine und Gewerbetreibenden“, freut sich Bürgermeister Walter Blank über die neue Initiative in der Gemeinde.

Als Impulsgeber erläutert Hans-Peter Hörr vom Umweltamt Griesheim ein Klimaschutzkonzept, das in seiner Gemeinde greift. Im Anschluss werden Ergebnisse und Aufgabenstellungen aus dem Gründungstreffen vorgestellt, dazu gehört auch eine Liste mit Energiesparprojekten, die von der Gemeinde Münster bereits umgesetzt wurden.

Thema Thermografie

„Wir haben beispielsweise durch Wärmerückgewinnungsmaßnahmen bewirkt, dass die Heizungsanlage im Klärwerk komplett ersetzt werden konnte, was jährlich eine vierstellige Summe einspart“, informiert Michael Mierzowski, Leiter der Abteilung Planung, Bau und Liegenschaften, der gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Gioia Meyer das Treffen koordiniert. „Wir freuen uns über eine rege Beteiligung der Münsterer Bürger, denn Energiesparen ist ja ein Thema, dass für jeden interessant ist“, so Meyer.

Einige Ideen wurden von der Lenkungsgruppe schon zusammengetragen, die auf dem Treffen den Einwohnern vorgestellt werden sollen: Mit Hilfe von Fragebögen kann der Energieverbrauch der eigenen Wohnung ermittelt werden. Durch die Gegenüberstellung mit einem Effizienzhaus könnte das Einsparpotenzial verdeutlicht und durch Energielotsen aus der Runde des Energietischs dann mit praktischen Tipps umgesetzt werden.

„Es wäre auch möglich, das Thema Thermografie, die Sichtbarmachung von energetisch undichten Stellen an Häusern durch eine Wärmebildkamera, als Vortrag zu erörtern und dann das Interesse der Bürger abzufragen, ob sie solche Lücken ermitteln und optimieren möchten“, plant Dubbel. Weiterer Gedanke ist, die Möglichkeiten von Energiegenossenschaften zu diskutieren, bei denen Bürger in erneuerbare Energien investieren können, auch außerhalb der eigenen Region. Ideen gibt es viele, gefragt sind nun die Münsterer: Welche Themen sind für sie interessant und welche können durch bürgerschaftliches Engagement direkt vor Ort umgesetzt werden. Auf der Homepage kann man sich schon jetzt informieren.

(tm)

Quelle: op-online.de

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