Martinsmarkt

Vom Knappen zum Arminius

+
Eine Urkunde dokumentiert: Am nächsten Martinsmarkt wird aus Armin Probst der Ritter Arminius.

Dieburg/Altheim (jd) - Wie wird man Ritter? Bei der Luxemburgischen Ritterschaft läuft das ganz unbürokratisch: Der Altheimer Armin Probst erlebte die Ernennung zum Ritter im historischen Marktteil des Fechenbach-Parks.

„Man kommt zu uns und fragt, ob man mitmachen darf. Dann gibt es eine Probezeit, an deren Ende die Mitglieder der Gruppe entscheiden, ob die Person endgültig aufgenommen werden soll“, erläuterte Patrice Klein, Sprecher der Luxemburgischen Ritterschaft, einer Gruppe aus Deutschlands kleinem Nachbarstaat, die in ihrer Freizeit auf Märkten und in Lagern das späte Mittelalter lebendig werden lässt. Wenn dann alle mit der endgültigen Aufnahme eines neuen Mitglieds einverstanden seien, könne das Mitglied vom Schildknappen zum Ritter werden.

 Er habe gezeigt, dass er die dem Rittertum hinterlegten Werte verinnerlicht habe, so Klein. Probst selbst, der die Gruppe am Martinsmarkt 2011 kennenlernte, hebt ebenfalls diese Werte hervor: „Ehre, Anstand, Ehrlichkeit, Schutz des Schwachen - schon Templer und Johanniter hatten viele dieser Dinge verinnerlicht, über die man heute gerade als Führungskraft immer wieder nachdenken sollte“, so Probst, seines Zeichens auch aktueller Rochus-Vorstand in Dieburg.

Vom Knappen zum Ritter

Die derzeitige Unruhe um das Rochus-Krankenhaus spielte bei der privaten Unternehmung Probsts am Wochenende keine Rolle. Sein Werdegang vom Knappen zum Ritter verlief über zwei Tage. Am Freitag stand zunächst die körperliche Waschung des Altheimers an. Dafür suchten die Ritter unter den Marktbesuchern eigens zwei Jungfrauen, die auch gefunden wurden. Sie reinigten den fast Nackten mit Wurzelbürsten und machten sich dabei allerlei Sorgen, ob dies – und das kalte Wasser – nicht unangenehm seien. Probst hielt es aus, schritt dann im Büßergewand und in roten Socken – Symbol dafür, dass er sich für Jesus Christus die Füße wundlaufen würde – für einige Stunden innerliche Reinigung in die nahegelegene Kirche St. Peter und Paul. Dort empfing ihn Pfarrer Alexander Vogl, später war Probst dort bis Mitternacht aber auch einige Stunden ganz allein. „Eine sensationelle Stimmung, sehr berührend“, beschrieb er diese Zeit, in der Schild und Waffe vor dem Altar lagen, Teelichter leuchteten und auch einen leichten Schein aufs Kruzifix warfen.

Am Samstag folgte abends dann im Rahmen eines Banketts, zu dem erneut Vogl und auch Bürgermeister Werner Thomas sowie Schaulustige gekommen waren, die Ernennung zum Ritter durch Patrice Klein. Der Ritterschlag war dabei eine kleine Ohrfeige. Eine Urkunde dokumentiert von nun an: Am nächsten Martinsmarkt wird aus Armin Probst der Ritter Arminius Carolus Richart von Nauterndorf werden.

Quelle: op-online.de

Kommentare