König Fußball darf nicht fehlen

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Auf die Fußballweltmeisterschaft im Sommer in Südafrika konnten sich die Münsterer Fastnachter schon mal einstimmen.

Münster ‐ Auf die Fußballweltmeisterschaft im Sommer in Südafrika konnten sich die Münsterer Fastnachter schon mal einstimmen. Von Ulrike Bernauer

Bei der großen Fastnachtssitzung der Freien Sportvereinigung (FSV) durfte König Fußball natürlich nicht fehlen, und die alten Asse des Vereins zeigten mit weiblicher Unterstützung ein buntes Potpourri aus dem Sport, der die Welt beherrscht. Tänze, viel Musik und allerlei närrisches Treiben, nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Saal, zum Beispiel einen Fastnachtsumzug unterm Dach, erlebten die Narren in der ausverkauften Mehrzweckhalle.

„Irgendwie ist das klar, wir haben den 2. Januar“, diese Pointe des unfreiwilligen Diätlers Andreas Krause beherrschten nach kurzer Zeit alle FSV-Narren in der Münsterer Kulturhalle, und sie sprachen sie mit Begeisterung mit. Schnell hatte der Offenbacher seine Zuhörer im Griff und die lauschten gespannt und lachten Tränen, als der Mann, den seine Frau mit allerlei Kniffen nach den Weihnachtstagen zu einer Diät zwingt, von seinen Bemühungen erzählte, an etwas Essbares zu kommen. „Dein Magen schreit nach mehr, doch der Frühstückstisch ist leer“, stöhnte Krause, der sich vor lauter Verzweiflung über das Futter des Meerschweinchens hermachte, was ihm zu allem Unglück noch einen Besuch beim Zahnarzt einbrachte.

Gespannt verfolgten die Zuschauer auch den Vortrag der „Kiosk-Brüder“ Jochen Ries und Reiner Sperl. Die zwei jungen Talente besuchten in der Tigerbadehose, die sich beim Sprung ins Wasser selbstständig machte, das Dieburger Freibad, tummelten sich als Seifenspender im Münsterer Hallenbad und schauten sich mal ganz ohne Wasser zum Entzücken des Publikums im „Loch 5“, dem neuen großen Weiterstädter Einkaufszentrum, um.

Die jüngsten Darsteller des Abends, die Kindertanzgruppe der Regenbogenschule, erinnerten an Michael Jackson.

In die Welt der Computer entführte ebenfalls ein Newcomer. Holger Rauscher schilderte die Bemühungen eines Inders in der Münsterer Alltagswelt Fuß zu fassen. Der neue Elferratspräsident Kersten Grimm erzählte aus dem Nähkästchen eines Sitzungspräsidenten und überzeugte die Narren mit seinem ersten Vortrag. Nur mit seiner eingestandenen Liebe zu den Offenbacher Kickers und dem Ausrollen eines Offenbacher Schals handelte sich Grimm einige „Proteste“ ein.

Alle Köpfe drehten sich suchend um, als über die Lautsprecher auf einmal das Gebabbel von zwei Damen erklang, aber auf der Bühne weit und breit niemand zu sehen war. Melanie Ellermann und Dunja Suderleith befanden sich mitten unter den Narren und arbeiteten sich unter dem Gelächter des Publikums nur ganz langsam zur Bühne vor, während sie sach- und fachkundig über Münsterer Begebenheiten tratschten. Einen Augenschmaus gaben die Damen auch noch her, als sie sich, endlich auf der Bühne angekommen, von grauen Mäusen in Partygirls im Glitzerkleid verwandelten.

Freude für die Augen boten nicht nur die beiden Damen, auf ihre Kosten kamen alle Tanzfans bei den zahlreichen Darbietungen. Den Auftakt machten die FSV-Doaschde-Dancer mit einem klassischen Gardetanz. Einen futuristischen Tanz zeigten die „Computerladys“ vom Karnevalverein Dieburg. Begeisterungsstürme lösten die jüngsten Tänzer, die Kindertanzgruppe der Regenbogenschule Altheim, mit ihrem Michael Jackson-Potpourri beim närrischen Volk aus.

Musikverein Münster bildete den Auftakt

Stehende Ovationen bekamen die Herren des FSV-Männerballetts schon während ihres Tanzes. Als „Dirty-Dancer“ mit lebensgroßer Puppe zogen sie auf die Bühne und legten einen gekonnten Showtanz auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Nicht minder enthusiastisch feierten die Narren ihr Damenballett, das als Indianer die Bühne eroberte.

Es gab auch was auf die Ohren, der Musikverein Münster machte den Auftakt. Die „Schoppeamseln“ verführten zum Schunkeln, die „Hinnergassebuwe“ entzückten mit ihrer Blechmusik und die Guggemusik „Hochstädter Lärmbelustigung“ leitete in das rauschende Finale über. Doch mit dem farbenprächtigen Schlussbild war die FSV-Sitzung noch lange nicht zu Ende, bis in die frühen Morgenstunden feierten die Münsterer, dass die Wände wackelten.

Quelle: op-online.de

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