Traumhaftes Theaterspiel

„Kollektivschläfer“ inspirieren Regenbogenschüler zu fantasievoller Reise

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Mit viel Einfühlungsvermögen interpretierten die kleinen Schauspieler an der Regenbogenschule vor großem Publikum ihre Eindrücke und Erlebnisse rund um den Traumriesen und das Thema Schlaf.

Altheim - Eine Theateraufführung in der Vorweihnachtszeit an der Regenbogenschule ist obligatorisch. Doch diesmal wurde es im dichtgedrängten Schulfoyer sehr besinnlich: Die Kollektivschläfer hatten ihr Thema Traum eingebracht. Von Thomas Meier 

Woher kommen unsere Träume? Wer bringt sie uns? Wie fühlen sie sich an? Und was wird aus unseren Träumen, wenn wir immer weniger schlafen? Diese Fragen und noch einige mehr beantwortet im romantischen, selbstgestrickten Stück der Regenbogenschule der Traumriese. Er nimmt das Waisenkind Sofie mit ins Traumland und verrät ihr so manches Geheimnis. Und das Geheimnisvolle, in schummriges, aber auch glitzerndes LED-Licht getaucht, überzeugte auch die vielen Eltern, Großeltern, Verwandte und Freunde der 72 Schüler, die am späten Donnerstagnachmittag in die Schule am Sportplatz kamen. Vier Wochen lang beschäftigten sich die Kinder der Regenbogenschule mit dem Thema Schlafen und Träumen. Es wurden Träume der unterschiedlichsten Art aufgeschrieben, kunstvolle Traumfänger nach Indianermanier gebastelt, eine kuschelige Traumdecke genäht, zu einem Schlaflied die passende Instrumentalbegleitung entwickelt, Szenen und Rollen einstudiert, Choreographien geübt.

Angestoßen wurde dies alles durch die beiden Künstlerinnen Annika Keidel und Hannah Schassner, die seit Oktober unter dem Namen „Kollektivschläfer“ eine Künstler-Residenz im Altheimer ARThaus bezogen haben, unterstützt mit Landesgeldern über das Projekt Flux, das Theater und kulturelles Leben auch aufs platte Land bringen möchte. An zwei Projekttagen entwickelten die beiden Künstlerinnen – Keidel ist Tänzerin und Choreographin, Schassner Regisseurin und Dramaturgin – mit allen vier Klassen Bewegungs-Choreographien, die dann von den Lehrerinnen der Schule weitergeführt wurden. In vielen Proben entwickelten sie mit der vierten Klasse den Höhepunkt des Stücks: die Schlaf-Sammel-Maschine ALEX. Aus den Ideen der Kinder entspann sich ein Handlungsfaden, der nun die Spielszenen der Kinder umrahmte.

„Das gemeinsame Theaterstück aller Schüler zeigt auf lustvolle und bewegungsfreudige Weise, wie wichtig Kindern Träume sind,“ sagt Max Petermann, Schauspieler, Theaterpädagoge, Regisseur und Grundschullehrer mit Passion an der Regenbogenschule. Er hielt die von den Kollektivschläfern gewobenen Theaterfäden fest in der Hand, führte über alle Köpfe hinweg die vielschichtige Regie.

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Und er begrüßte die große Gästeschar im illuminierten Foyer mit seiner Rundumbühne. Er stimmte sie mit durchtrainierter Schauspieler- und Lehrerstimme aufs eher meditative Theaterspiel ein, mahnte an, Handys auszuschalten und sich überhaupt wie im richtigen Theater zu benehmen; schon aus Rücksicht auf die doch eher zarten Stimmen der Akteure und aus Wertschätzung für ihre Arbeit, die alle mit viel Herzblut geleistet hätten.

Und letzteres war gleich in der ersten Szene der alle Klassen einbindenden Aufführung spürbar. Zu meditativen Sphärenklängen spielten die Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse hingebungsvoll den Schlaf mit seinen Träumen in allen Facetten. Die Zuschauer erlebten mit, was sich die jungen Akteure so alles für Gedanken über Traumwelten machten. Und in den visualisierten Träumen ging es wahrlich nicht nur schlaftrunken oder gar dösig zu. Da wurde gerannt, geweint, getanzt, gejuchzt – alle Gefühlsregungen fanden ihren passenden theatralischen Ausdruck.

Quelle: op-online.de

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