Schnelle Lösung

Juz vorübergehend im Bahnhof untergekommen

Der kleine Wartesaal des ehemaligen Bahnhofs Münster nebst kleineren Nebenräumen soll der offenen Jugendarbeit Münsters dienen, bis die Container am Abtenauer Platz stehen. So sieht es ein Antrag der SPD vor. -  Fotos: Th. Meier

Münster - Bis der Betrieb eines Jugendzentrums in einem kleinen Containerensemble am Abtenauer Platz aufgenommen werden kann, sollen Jugendliche „schnellstmöglich“ die Räume im Erdgeschoss des ehemaligen Bahnhofs nutzen dürfen. Von Thomas Meier 

Dies jedenfalls sieht ein Antrag von SPD und ALMA vor, der zur kommenden Sitzung der Gemeindevertreter beschlossen werden soll. Die CDU sieht hingegen „Verschleppung“ des Themas.  Seit März 2015 sind die Jugendlichen Münsters ihres Juz beraubt, damals wurden kurzfristig Asylbewerber an der Bahnhofstraße untergebracht. Und Münsters Nachwuchs sollte seine Räumlichkeiten im Ex-Elima-Bau auch niemals zurück bekommen, denn nach den Flüchtlingen kamen Kindergartenkinder im Zweck- und Lagergebäude unter, zunächst die vom Rüssel wegen des Schimmelbefalls ihrer Heimstätte, dann die der „provisorischen“ Kita an der Gersprenz der Awo.

Viel Wasser floss zwischenzeitlich die Gersprenz hinab, viele warme Worte kamen von den Politikern. Jetzt soll es hoppladihopp gehen: „Der Gemeindevorstand wird gebeten, unverzüglich die notwendigen Maßnahmen zu veranlassen“, heißt es im SPD/ALMA-Papier, das Montagabend sicher für hitzige Debatte sorgen wird. Für die CDU meldet sich bereits Fraktionsvorsitzender Thorsten Schrod zu Wort. Die Unionsfraktion fordere „schon seit Dezember 2016“ für die Jugendlichen eine Lösung sowie ein Konzept. Leider sei der Gemeindevertretung 2017 nichts vorgelegt worden, obwohl der Bürgermeister im Dezember 2017 meinte, es liege schon fertig in der Schublade.

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Dann sollte es dem Parlament in der für Januar terminierten Sitzung vorgelegt werden, doch „plötzlich wurde diese kurzfristig abgesagt“, klagt Schrod: „Die Mitglieder der CDU-Fraktion empfanden dies als Verschleppung des Themas und verlangten im Februar dieses Jahres eine Sondersitzung zum Thema.“ Sie kam, das Konzept wurde vorgestellt und es folgten weitere Beratungen im Ausschuss Soziales, Kultur und Vereine. Schrod erklärt, auf der Sitzung am 19. März sei plötzlich von SPD-Fraktion und Bürgermeister das ehemalige Bahnhofsgebäude als Anlaufstelle für die gemeindliche Jugendarbeit ins Gespräch gebracht worden, „und das, obwohl man sich im Sozialausschuss zwei Wochen vorher parteiübergreifend für eine Containerlösung auf dem Abtenauer Platz bis spätestens zu den Sommerferien ausgesprochen hatte.“

Die Containerlösung am Abtenauer Platz ist unstrittig. SPD und ALMA berufen sich in ihrer Antragsbegründung allerdings auf eine Mitteilung des Bürgermeisters in der letzten Sitzung zum Thema, dass aus zunächst angemieteten Containern bestehende provisorische Juz könne frühestens im Oktober in Betrieb gehen. Und weil auch erst zum Oktober die Stelle einer Jugendpflegerin für 30 Stunden die Woche in Münster besetzt werden könne, für die Antragsteller aber die Wiederaufnahme der Kinder- und Jugendarbeit oberste Priorität habe, solle die Jugend zunächst im Bahnhof eine Anlaufstelle bekommen.

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Die Räume im denkmalgeschützten Bahnhof seien in gutem Zustand, erklärt so auch Detlev Pröve, Leiter der Abteilung Soziales, Kinder- und Jugendförderung im Amt. Lediglich Mobiliar sei noch bereit zu stellen, dann könnten die mit Nebenräumen und Sanitäranlage rund 70 Quadratmeter im Bahnhof genutzt werden. „Nach der Inbetriebnahme der Container für das provisorische Jugendzentrum am Abtenauer Platz können die Räume im Erdgeschoss des Bahnhofs als Besprechungsräume für gemeindliche Gruppen genutzt werden“, befinden SPD und ALMA.

Quelle: op-online.de

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