Alles selbst gemacht

Konditormeister backt mit Kita-Kindern

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Konditorenmeister Konstantin Barwich, der seit 2011 die Konditorei Schrems betreibt, backte am Montag mit einer 20-köpfigen Gruppe des Evangelischen Kindergartens Münster Aprikosentaler und Quarkhasen.

Münster - Konditormeister Konstantin Barwich opferte seinen freien Tag und backte kurz vor dem Osterfest mit den Kleinen des Evangelischen Kindergartens. Er berichtete von schlechten Erfahrungen mit Azubis. Von Jens Dörr 

Montags herrscht normalerweise Ruhetag in der Münsterer Konditorei Schrems. Was nicht heißt, dass Konstantin Barwich da nur die Beine hochlegt, denn als Betreiber des traditionsreichen Geschäfts seit seiner Übernahme 2011 ist er schließlich „selbst und ständig“. In der Backstube unter dem Verkaufsraum herrscht montags gemeinhin aber Flaute. Völlig anders diese Woche: Dessen Vormittag nämlich opferte der Konditorenmeister, um mit Kleinen des Evangelischen Kindergartens zu backen.

„Das ist von meiner Seite her auch ein Dankeschön an den Kindergarten, der zum Beispiel zum Martinstag bei uns bestellt“, sagte Barwich. Mit „uns“ meint er neben sich auch seine Frau und seine Schwester. Letztere hilft ihm in der Backstube aus, in der er selbst den Löwenanteil der Arbeit stemmt. Seine Frau übernimmt im Münsterer Familienbetrieb den Verkauf. Zweimal jährlich gibt die Konditorei Schrems, die ihren bekannten Namen aus Marketinggründen auch zu Zeiten des neuen Betreibers behalten hat, auf diese Weise etwas an Münsterer Kindergärten zurück. „Wir backen mit ihnen zweimal jährlich“, so Barwich.

Diesmal auf dem Programm: Aprikosentaler und –passend zu Ostern – Quarkhasen. Den Teig bereitete der Handwerksmeister vor, beim Rest mischten die Kinder buchstäblich tüchtig mit: Sie sahen die Verarbeitung in einer Teigmaschine und packten beim Ausrollen, Ausstechen und Backen im Ofen mit an. „Wir haben nur noch nicht gegessen“, schmunzelte eine Erzieherin, als die 20-köpfige Gruppe am späten Vormittag wieder von dannen zog. Die süßen Stückchen hatten sie in Tüten verpackt freilich mitgenommen. Eine schicke Bäckermütze gab es für jedes Kind noch obendrauf.

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Für ernsthafte Gedanken über ihre Berufswahl waren die Jungs und Mädchen zwar noch deutlich zu jung, womöglich ist unter ihnen aber jemand, der in zehn, zwölf Jahren das Bäcker- oder Konditorenhandwerk erlernen wird. Gesucht werden solche Kräfte in der Branche händeringend, der sinkenden Zahl gerade kleinerer Betriebe zum Trotz. Barwich ist mit seinem Geschäftsbetrieb in der Goethestraße grundsätzlich zufrieden und bildete über vier Jahre hinweg an diesem Standort auch aus. Davon hat er sich fürs Erste allerdings verabschiedet: „Mit den Azubis gab es aber immer Ärger“, berichtete er von schlechten Erfahrungen. Deshalb beschäftigte er momentan keinen Lehrling. Für alle Zeit ausschließen will er eine Neueinstellung aber nicht: „Der Azubi muss sich aber engagieren“, forderte er.

So wie es die Kindergarten-Kids zu Wochenbeginn mit Eifer taten - und gleichzeitig etwas lernten: „Manche denken ja, die Backwaren kommen einfach aus der Tüte.“

Quelle: op-online.de

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