Kreativer Lesespaß im Kerzenlicht

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Ein Klassiker der englischen Literatur: Ein Mann trug dem Publikum William Shakespears „Hamlet“ vor.

Altheim - „Bücher, Bücher, Bücher und ein klein wenig Musik“, das versprach Max Petermann den anwesenden Eltern und Besuchern für einen entspannten literarischen Abend. Und er hielt sein Versprechen. Von Verena Scholze

Ganz unterschiedliche literarische Kost kam auf den Tisch und wurde in familiärer Runde zu Gehör gebracht. Ob Lieblingsbuch der Vorleser oder Klassiker der Geschichte, leichte Gedichte oder Bücher, die unter die Haut gehen; es war von jedem Genre etwas dabei.

Am Mittwochabend war es wieder soweit, die Bücher-Bar in der Altheimer Regenbogenschule öffnete ihre Türen. Im Foyer der Grundschule hatten fleißige Helfer vom Förderverein kleine Sitzgruppen aufgestellt, Kerzen zierten die Tische und tauchten den Raum in ein angenehmes Licht. Und wie es sich für eine Bücher-Bar gehört, konnten die Besucher zum Ohrenschmaus diverse Getränke genießen, die der Förderverein anbot. Der Erlös floss in die Kasse des Vereins.

Buchempfehlungen für Erwachsene

„Vor über fünf Jahren entstand die Idee der Bücher-Bar“, blickte Petermann, Mitglied des Lehrerkollegiums der Regenbogenschule, zurück. „Die in dieser Woche stattfindende Lesewoche ist eine feste Institution an der Schule“, sagte Petermann. „Wir wollten jedoch nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern die Möglichkeit bieten, Buchempfehlungen für Erwachsene auszutauschen.“

So entstand die Umsetzung der Bücher-Bar, die in unregelmäßigen Abständen veranstaltet wird und zu der sich bereits zum dritten Mal nicht nur Eltern der Schulkinder, sondern auch Freunde der Literatur eingefunden hatten.

Unter dem Motto „Von Eltern für Eltern“ werden seit einigen Jahren neben der Bücher-Bar regelmäßig weitere Kulturangebote für Erwachsene angeboten. Dabei wird den engagierten Eltern der Schule die Gelegenheit gegeben, den Abend kreativ mitzugestalten. „Eine Tradition unserer Schule ist das Engagement der Eltern“, sagte Petermann stolz und wies auf diverse AG’s hin, die von den Eltern veranstaltet werden.

Auch die Schulband besteht aus freiwilligen Musikern der Eltern. Bei der Bücher-Bar war die Band nicht nur ein Pausenfüller, sondern begeisterte die Anwesenden mit ihrer stimmungsvollen Musik und dem passenden Gesang.

Während die Eltern nur am Abend in Büchern schmöckerten, dürfen die Kinder der Regenbogenschule schon die ganze Woche ran. „Es ist schön zu sehen, wie sich die Kinder in Bücher vertiefen und alles rundherum vergessen“, berichtete Petermann von der Lesewoche.

Morgens wird den Schülern vorgelesen

Am Morgen kamen die Schüler bereits in den Genuss des Vorlesens, als zwei Lehrer das Buch „Sie sind ein schlechter Mensch, Mr Gum“, abwechselnd vortrugen. „Vorlesen ist die beste Leseförderung“, sagte Petermann abends zu den Eltern, bevor Kristin Wiecher die Bücher-Bar eröffnete.

Ausgewählt hatte sie das Buch „Die Schule der Dummen“ von Sascha Sokolov. Der Autor beschreibt in seinem Roman die Gedanken, Erinnerungen, Wünsche und Vorstellungen eines russischen Schülers, bei dem Schizophrenie diagnostiziert wurde. „Der Autor schreibt in sehr langen Sätzen“, sagte Wiecher zur Einleitung. Die Leserin bewies langen Atem und trug den Text gekonnt vor. Einen Klassiker der englischen Literatur zeigte der nächste Vorleser. Er stellte den Anwesenden mit einer kurzen Einleitung das Buch „Hamlet“ von William Shakespeare vor. Das Publikum zeigte sich sofort begeistert und forderte eine Leseprobe. Der Mann las den Text in fließendem Englisch.

Auch Gedichte forderten die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Baldrun Spencer-Buff und Anja Haus trugen beide Gedichte und Texte vor, die aus eigener Feder stammten. „Am Klang entlang“ lautete die Gedichtssammlung von Spencer-Buff, die das Gedicht „Schmetterlingsgleich“ einem anwesenden Geburtstagskind des Abends widmete.

Haus hingegen trug selbstverfasste Texte vor, die den Namen „Das moderne KZ“ oder „Jungfrau“ trugen und die sie vor einigen Jahren aus einem Hobby heraus geschrieben hatte. Die Anwesenden zeigten sich begeistert von der Auswahl der Literatur und nutzen die Gelegenheit, sich über den einen oder anderen Buchtipp auszutauschen.

Quelle: op-online.de

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