Krippenbauer nicht nur im Advent

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Viele liebevolle Details finden sich in den Krippen von Robert Grimm und Margaret Esser.

Münster - Jedes Jahr in der Adventszeit holen die Menschen ihren Weihnachtsschmuck aus Kisten und Truhen hervor und verzieren die Wohnung mit Kugeln, Sternen, Engeln und oftmals auch einer Weihnachtskrippe. Von Jasmin Frank

Bei Robert Grimm und Margaret Esser läuft dieser Prozess nicht nur völlig anders ab, sondern fängt auch schon viel früher an: Direkt nach dem Sommerurlaub legt das Münsterer Paar los und dekoriert nicht etwa einfach nur, sondern baut jedes Jahr eine komplett neue Weihnachtskrippe.

„Wir machen das seit etwa zehn Jahren, nachdem wir im Urlaub im Berchtesgadener Land wirklich schöne Krippen gesehen hatten. Wir haben sie uns angesehen und gemerkt, dass sie zwar gut gestaltet, aber doch schnell erarbeitet worden waren und wir dachten uns: Das geht auch besser“, erinnert sich Esser. Also wurde, gleich nach der Rückkehr, losgelegt und die erste kleine Krippe Marke Eigenbau entstand.

„Wenn wir sie heute sehen, wissen wir zwar, was wir alles hätten besser machen können, aber dennoch hängen wir sie gerne wieder auf, denn sie ist mit vielen Erinnerungen verknüpft“, schmunzelt die zierliche Frau. Weil das Paar gerne wandert, sind in ihren Krippen viele Natur-Souvenirs verarbeitet, denn unterwegs hängt immer eine Tüte am Rucksack, die nach und nach mit Steinen, Holzstücken, Moos und Rindenstücken gefüllt wird.

Gleich drei Krippen zieren die stilvoll eingerichtete Wohnung

„Einmal haben wir eine abgestorbene Zirbelkiefer entdeckt, die zwar sehr klein gewachsen, jedoch immer noch zu groß war, um sie im Rucksack mitnehmen zu können. Also sind wir mit der Zirbel unterm Arm zum nächsten Bauern gegangen, der sie uns dann mit der Motorsäge zerlegt hat“, schmunzelt Grimm.

Mittlerweile wurden bereits knapp 20 Krippen erstellt, wobei das Paar immer gemeinsam arbeitet, ganz gleich ob im Keller oder am Küchentisch. „Kontroversen gibt es während der Arbeit nicht, im Gegenteil. Wir hören dabei Musik oder unterhalten uns über die Krippe, die wir bauen. Während wir zugange sind, entstehen immer mehr Ideen. So kommt es, dass plötzlich noch ein Stall angefügt wird oder eine Kirche, oder dass eine Leiter und ein Brunnen hinzukommen. Jedoch wird in seltenen Fällen auch mal wieder etwas abgerissen“, gibt Grimm zu.

In diesem Jahr zieren gleich drei Krippen die stilvoll eingerichtete Wohnung der beiden: Neben dem Erstlingswerk kann eine Kastenkrippe bestaunt werden, die als Schneelandschaft gestaltet wurde und wegklappbar ist, zudem ist das aktuelle Prachtstück an zentraler Stelle aufgebaut. Mit viel Liebe zum Detail ist eine wunderschöne Gebirgslandschaft entstanden, in der Wanderer sich unter einem Baum ausruhen, eine Katze auf einem Holzstapel döst und die Heilige Familie im Stall das Christkind in der Futterkrippe bettet. „Besonders authentisch wirken unsere Krippen durch die abgestorbenen Bonsais unserer Freunde, denn immer wenn ihnen ein Baum eingeht, können wir ihn in unsere Werke einbauen“, erläutert Esser.

Auch sonst wird aufs Detail geachtet: Das Haus ist mit fast dreihundert Schindeln gedeckt, das Holz wird gebeizt und erhält durch dezent aufgetragene weiße Dispersionsfarbe die richtige Patina, und auch der Putz ist eine spezielle Mixtur aus Gips, Leim und Sägemehl. Die größte Krippe des Paares ist etwa 3,50 Meter lang, erstreckt sich über drei Fenster der Wohnung und entstand in vier Jahren gemeinsamer Arbeit. Mühle, Hof mit Toilette und Kirche gehören zu dem riesigen Werk, aber auch eine orientalische Krippe wurde von den Münsterern bereits hergestellt.

„Uns macht dieses Hobby einfach sehr viel Spaß, es ist wunderbar so eine Weihnachtskrippe wachsen und entstehen zu sehen“, sind sich die beiden einig.

Quelle: op-online.de

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