Kritik an „ASV-Größenwahn“

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Bundestagsabgeordnete Daniela Wagner (links) und Gerhard Bonifer-Dörr (rechts) beleuchteten im Kaisersaal den Kenntnisstand zur Ausbauplanung der B 26.

Münster ‐ Neue Erkenntnisse zum geplanten Ausbau der Bundesstraße 26 zwischen Dieburg und Babenhausen gab es am Mittwochabend in der bis auf den letzten Platz besetzten Gaststätte Kaisersaal nicht. Aber ein Aha-Erlebnis, das die Gegner des umstrittenen Projektes hoffen lässt. Von Thomas Meier

Dafür sorgte die grüne Bundestagsabgeordnete Daniela Wagner, die zum Stand der Dinge aus Berlin berichten sollte, und die mit überaus Überraschendem aufwartete: „Das Projekt, um das es hier geht, ist nirgends zu finden. In keiner Dringlichkeitsliste, auf keiner mir oder meinem Berliner Büro erreichbaren Planvorlage.“

Kreisbeigeordneter setzt auf Protest

Grünen-Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann setzt wie auch die Basis der Grünen in Münster und Altheim auf den Protest aus dem Volk, denn: „Die Planungen sind verfehlt, hier muss neu angefangen werden. Dabei ist in der Ebene zu bleiben, Kreisel sind zu realisieren“, wandte er sich gegen An- und Aussichten auf sechs Meter hohe Brückenbauwerke bei Altheim und Hergershausen sowie riesige Schallschutzwände entlang der neuen Trasse.

Doch ahnt der Kreisbeigeordnete wohl den beschwerlichen Weg, den es bis zum letztlichen Erfolg zu gehen gelte. Denn im Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Darmstadt säßen „die härtesten Planer ihrer Machart“, sie rechneten mit Verkehrsaufkommen und Zahlen, die in der Realität so nie zustande kämen.“

„Keinerlei Mittel für die B26“

Dies griff Bundestagsabgeordnete Wagner auch sogleich für ihre Ausführungen auf: „Seit Jahrzehnten planen die Straßenverkehrsämter bundesweit auf einem Werk angenommener Zahlen von Verkehrsaufkommen, die völlig illusionär sind und nicht stimmen.“ Das ASV in Darmstadt scheine in den luftleeren Raum hinein zu planen, sagte Wagner, denn im Haushaltsentwurf 2011 für das Bundesverkehrsministerium (Einzelplan 12) werde ersichtlich, dass „für das kommende Jahr keinerlei Mittel für die B 26 vom Bundesministerium bereitgestellt werden sollen. Darüber hinaus taucht der Um- oder Ausbau der B 26 zwischen Dieburg und Babenhausen weder im Investitionsrahmenplan des Bundes noch im Bundesverkehrswegeplan auf, was den Schluss zulässt, dass kurz- bis mittelfristig nicht mit einem Baubeginn zu rechnen ist.“

Quelle: op-online.de

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