„Kritik an Studie unverständlich“

Münster - Seit Herbst 2012 laufen Planungen zur möglichen Baulanderweiterung in der Altheimer Straße. „Von Anfang an wurde von Seiten der Gemeindeverwaltung eine transparente Vorgehensweise unter Einbeziehung aller Fraktionen praktiziert“, sagt dazu Bürgermeister Walter Blank.

„Umso unverständlicher ist es für uns, dass nun Sachverhalte, die gemeinsam beschlossen und von den Beteiligen selbst entwickelt worden sind, von der SPD öffentlich an den Pranger gestellt werden“, wundert er sich. Diskussionspunkt ist die Studie zur Errichtung eines Sportparks, die auf Antrag vom Gemeindevertretungsmitglied und Vorsitzenden des SV Münster, Martin Peußer, mehrheitlich beschlossen und beauftragt wurde. Nun beteuere, laut einer Veröffentlichung des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Gerald Frank, Peußers eigener Verein, von dem Vorgang nichts gewusst zu haben.

„Für uns ist dieses SPD-Verhalten ein Rätsel, denn nachdem bereits im Herbst der Beschluss der Gemeindevertretung zur Beauftragung der Baulandentwicklung in der Altheimer Straße zu einem Wohn- und Gewerbegebiet gefasst worden war, reichte Peußer im Dezember im Rahmen der Haushaltsberatung einen Antrag für eine Machbarkeitsstudie für einen Sportpark für mindestens zwei Vereine ein“, erläutert Blank den zeitlichen Ablauf des Prozederes. Im Februar diskutierte darüber dann der Gemeindevorstand mit allen Fraktionsspitzen, und es wurde einvernehmlich verabredet, dass eine Machbarkeitsstudie untersuchen sollte, ob anstelle des Wohngebietes auch ein Sportpark errichtet werden könne. Hierzu korrespondierend sollte untersucht werden, ob dafür auf dem Gelände des SV „Am Mäusberg“ ein verdichtetes Wohngebiet errichtet werden könne.

Zu einem Gespräch mit eingeladen

„Im Anschluss wurden der SV und die FSV Münster sowie der TSV Altheim informiert und zu einem Gespräch mit mir eingeladen, zu dem allerdings nur der SV und der FSV erschienen“, informiert Blank. Dort wurde entschieden, dass Peußer der Ansprechpartner für die Entwicklung einer Aufstellung sein solle, aus der hervorgehe, was ein solcher Sportpark alles benötige.

„Wir bekamen von ihm dann eine Aufstellung eingereicht, die lediglich für seinen Verein gelten sollte. Da sie aber äußerst umfangreich war, wurde sie von der Verwaltung unter der Prämisse angenommen, dass sie alleine für Peußers Verein, den SV Münster, zwar ausgesprochen opulent war, in Hinblick auf die Nutzung durch mehrere Vereine aber als Vorlage verwendet werden könne“, informiert Blank. Hinzu kam: Die Vorlage des SV Münster war die einzige eingereichte, einen gemeinsamen Vorschlag mehrerer Vereine gab es nicht. „Wenn Frank nun behauptet, der SV sei ‚kalt erwischt’ worden, lag das sicher nicht am Informationsfluss von Seiten der Gemeindeverwaltung“, bezieht Blank Stellung.

Planungsgesellschaft und Vereins- und Fraktionsspitzen

Auf Franks Anfrage bezüglich weiterer Treffen zwischen Planungsgesellschaft sowie Vereins- und Fraktionsspitzen habe die Verwaltung umgehend reagiert. Es sei allgemein bekannt, dass in dem Kostenrahmen der Kommunalen Entwicklungsgesellschaft von 7 000 Euro ein bestimmtes Leistungsspektrum enthalten sei, das nicht beliebig erweitert werden könne und das keine weiteren Sitzungen möglich mache. Zudem habe sich der Gemeindevorstand, dem alle Fraktionen, also auch die der SPD, angehören, im Hinblick auf Franks Anfrage dafür ausgesprochen, dass eine weitere Beteiligung vor dem ersten Ergebnis der Machbarkeitsstudie nicht sinnvoll sei. „Insgesamt ist auch die Kritik an der vorsichtigen Einschätzung der Studie nicht nachvollziehbar: Es ist wichtig, hier mit Augenmaß vorzugehen und das Geld der Steuerzahler mit Bedacht einzusetzen“, argumentiert Blank.

Als Kommune müsse man stets die haushaltstrechtlichen Gesichtspunkte im Blick behalten. „Wir stehen hinter der Vereinsarbeit in Münster und unterstützen sie soweit, wie es die finanziellen Möglichkeiten hergeben. Deshalb freue ich mich auch, dass sich eine Projektgruppe gegründet hat, die das Thema Sportpark weiterhin bearbeiten will.“ Stimmungsmachende und sachlich verfälschende Stellungnahmen im Vorfeld seien nicht hilfreich. Sollte die Projektgruppe Resultate erzielen, so würden diese wieder den regulären formalen Weg gehen: über den Bauausschuss in die Gemeindevertretung und bei Zustimmung schließlich Umsetzung durch die Verwaltung.

 st

Quelle: op-online.de

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